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12.11.2015

Machtkampf auf dem Ölmarkt lässt Preise weiter fallen

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Corporate Finance

Die OPEC-Staaten wehren sich mit erhöhter Ölproduktion gegen nordamerikanische Schieferölunternehmen. Dadurch wird das Überangebot an Rohöl voraussichtlich immer weiter steigen, was die Preise weiter sinken lässt.

Die weltweite Rohölproduktion der OPEC wird bis 2020 auf 35 Mio. Barrel pro Tag steigen. Das sind nahezu 13% mehr als heute. Dadurch fallen die Preise weiter, was den Druck auf teure Ölförderungen wie in Venezuela, in der Tiefsee und der kanadischen Ölsande erhöht. Gute Absatzchancen werden Schieferöl eingeräumt, da es kurzfristiger verfügbar ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Managementberatung Bain & Company.

Bereits seit geraumer Zeit wird der Ölmarkt von der OPEC mit Rohöl überflutet.

Derzeit produzieren die OPEC Mitgliedsstaaten mehr als den eigentlichen Zielwert von 30 Mio. Barrel pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Liter). Insbesondere im Nahen Osten wird mehr Rohöl gefördert als geplant. Anfang Juni 2015 hatte die OPEC entschieden, dass die Förderquote von 30 Mio. Barrel pro Tag für die nächsten sechs Monate nicht angetastet wird. Damit bleibt das Überangebot auf dem Ölmarkt bestehen – und wird sich sogar noch ausweiten, wenn die OPEC bis 2020 wie beabsichtigt die Rohölproduktion auf 35 Mio. Barrel pro Tag steigert.

Hintergrund dieser Entwicklung ist der Machtkampf, der auf dem Ölmarkt tobt.

Die traditionellen Fördernationen, allen voran die OPEC, wehren sich vehement gegen die Schieferölproduzenten aus Nordamerika. Valide Zukunftsprognosen über die Ölpreisentwicklung sind aufgrund der vielen Einflussfaktoren kaum möglich. Unternehmen sollten deshalb beim Energieeinkauf in Szenarien denken und ein Monitoring etablieren, in welche Richtung sich Ölangebot, Nachfrage und weitere Faktoren wie Lagerkapazitäten entwickeln werden. Geopolitischer Wandel und geänderte Umweltschutzauflagen sollten ebenso in die Szenarioplanung einfließen wie die Betrachtung verschiedener Zeithorizonte.

(Pressemitteilung Bain & Company vom 29.10.2015)


Redaktion

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