23.11.2015

Weltwirtschaft gerät ins Straucheln

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Die deutschen Unternehmen im Ausland schätzen das konjunkturelle Umfeld im Herbst deutlich schlechter ein als noch im Frühjahr. Das geht aus dem „AHK World Business Outlook 2015/2016“ hervor, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt vorgestellt hat.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier erläuterte dem „Handelsblatt“ die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs), Delegationen und Repräsentanzen, die auf den Rückmeldungen von weltweit rund 2.500 Unternehmen basiert. Nur noch 27 Prozent der Befragten erwarteten eine bessere Konjunktur vor Ort, 22 Prozent rechneten mit einer abwärts gerichteten Entwicklung. Damit habe sich der Saldo aus Optimisten und Pessimisten gegenüber dem ersten AHK World Business Outlook „um beachtliche 9 Prozentpunkte verringert“, so der DIHK-Außenwirtschaftschef.

Wachstum von nur 3 Prozent erwartet

Von der abgeschwächten Weltkonjunktur seien auch die eigenen Geschäfte der deutschen Wirtschaft im Ausland betroffen: „Noch 46 Prozent der Betriebe rechnen mit höheren Umsätzen. Im Frühjahr dieses Jahres waren es noch 53 Prozent.“ Einen Rückgang der Geschäfte erwarten der Erhebung zufolge inzwischen 9 Prozent (Vorumfrage 7 Prozent). „Im kommenden Jahr dürfte es daher nur für ein Wachstum der Weltwirtschaftsleistung von rund 3 Prozent reichen – dem schwächsten Wachstum seit der Finanzmarktkrise 2009″, lautet Treiers Fazit.“Vor allem etliche Schwellenmärkte, zum Beispiel in Südamerika und im Nahen Osten, haben einen Gang runtergeschaltet. Russland wird auch im kommenden Jahr unter den Folgen von niedrigen Rohstoffpreisen und Sanktionen leiden, das Schwergewicht China schlägt einen spürbar flacheren Wachstumspfad ein und belastet damit auch die Wachstumsmärkte anderer Länder Asiens.“

USA stützt Weltwirtschaft

Zumindest stütze eine einigermaßen robuste Entwicklung in den USA und in Europa die Weltwirtschaft – und damit auch das deutsche Ausfuhrgeschäft, berichtete Treier. Allerdings könne diese „Renaissance der Industrieländer“ die negativen Entwicklungen der Schwellenländer „nur teilweise ausgleichen“, relativierte er. Nach Einschätzung des DIHK werde sich deshalb das Exportwachstum „von über 5 Prozent auf allenfalls 3,5 Prozent merklich reduzieren“.

(DIHK, PM vom 16.11.2015/ Viola C. Didier)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Peter38 / fotolia.com

23.07.2026

Strukturkrise der Chemieindustrie verschärft sich

Europas Chemieindustrie läuft seit Jahren im Krisenmodus: Zwischen 2020 und 2025 lag die Auslastung deutlich unter dem Niveau der Vorperiode. Für mehr als 100 Anlagen in Europa wurde in den vergangenen drei Jahren die Schließung oder der Verkauf angekündigt. Es sind vor allem internationale Konzerne, die Europa den Rücken kehren, wie eine neue Analyse der

Strukturkrise der Chemieindustrie verschärft sich
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

22.07.2026

M&A-Aktivität in Transport und Logistik trotzt geopolitischen Unsicherheiten

Die weltweite Transport- und Logistikindustrie bleibt trotz geopolitischer Spannungen auf Wachstumskurs; aber die M&A-Aktivitäten werden deutlich selektiver. Im 1. Halbjahr 2026 wurden laut dem aktuellen „Transport & Logistics Barometer“ von PwC Deutschland und Strategy& weltweit 105 Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 50 Mio. US-Dollar angekündigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 108 Deals. Der Gesamtwert

M&A-Aktivität in Transport und Logistik trotzt geopolitischen Unsicherheiten
Meldung

© Sergey Nivens/fotolia.com

21.07.2026

Konjunkturerwartungen steigen kräftig

Im Juli steigen die Erwartungen erneut kräftig an. Der ZEW-Index steigt um 15,8 Punkte stark an und beträgt nun plus 26,3 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt ebenfalls einen Anstieg, wenn auch in einem geringeren Ausmaß. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,6 Punkten um plus 3,4 Punkte über dem Vormonatswert. Reformpaket

Konjunkturerwartungen steigen kräftig
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)