12.05.2016

Brexit würde Finanzfirmen Milliarden kosten

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Corporate Finance

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte einer Studie zufolge teuer für die Finanzfirmen des Landes werden: Die Beratungsgesellschaft JWG geht davon aus, dass die Kosten des für die Unternehmen in den kommenden zehn Jahren umgerechnet etwa 21,5 Mrd. € betragen könnten. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters nannten andere Experten einen Austritt zusammen mit einer weltweiten Unsicherheit an den Märkten als größtes Risiko für das Wirtschaftswachstum in Großbritannien.

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte einer Studie zufolge teuer für die Finanzfirmen des Landes werden. Die Beratungsgesellschaft JWG geht davon aus, dass die Kosten des sogenannten Brexit für die Unternehmen in den kommenden zehn Jahren umgerechnet etwa 21,5 Mrd. € betragen könnten. In einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage nannten andere Experten einen Austritt zusammen mit einer weltweiten Unsicherheit an den Märkten als größtes Risiko für das Wirtschaftswachstum in Großbritannien. Die großen Unternehmen des Landes stellen sich einer weiteren Erhebung zufolge auf einen Kursverfall des Pfund um mehr als zehn Prozent ein.

Brexit würde zu langanhaltender Unsicherheit führen

Die Briten stimmen am 23. Juni in einem Referendum über die Zukunft ihres Landes in Europa ab. Umfragen zufolge liegen die EU-Befürworter leicht vorn. Sollten die Gegner jedoch gewinnen, gehen die JWG-Experten von einem Jahrzehnt der Unsicherheit aus. Die Unternehmen müssten sich in dieser Zeit auf neue Vorschriften einstellen. Sie seien daran interessiert, ihre Geschäfte wie gehabt zu betreiben. „Die ultimativen Gewinner werden die Berater, Anwälte und Technologieexperten sein“, hieß es in dem Bericht.

Laut der Reuters-Erhebung gehen die 60 befragten Volkswirte eigentlich von einem stabilen Wirtschaftswachstum auf der Insel aus. Ein Sieg der EU-Gegner oder zunehmende Sorgen über die Entwicklung der Weltkonjunktur könnten dies jedoch infrage stellen. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Möglichkeit eines ‚Brexit‘ große Risiken für den Ausblick in Großbritannien beinhaltet“, sagte Peter Dixon von der Commerzbank in London.

Unternehmen sichern sich ab

Vier von fünf großen Unternehmen in Großbritannien haben sich mittlerweile gegen weitere Kursverluste des Pfund im Zuge des Referendums abgesichert. 83 Prozent würden sich mit Finanzinstrumenten dagegen schützen, wie aus einer Befragung von fast 800 Konzernen hervorgeht. „Großbritanniens führende Firmen sind besorgt“, sagte Simon Kleine vom Analysehaus East&Partners, das für die Studie Finanzvorstände und andere hochrangige Manager befragt hat. 93 Prozent der Unternehmen scheuten wegen der Unsicherheiten rund um das Votum Einstellungen, 83 Prozent hätten Investitionen gestoppt. 90 Prozent der Firmen sagten, ein „Brexit“ würde ihrem Geschäft schaden.

An den Finanzmärkten hat das Pfund zuletzt bereits rund zehn Prozent an Wert zum Dollar verloren und ist auf den tiefsten Stand seit der weltweiten Finanzkrise gefallen.

(Quelle: Thomson Reuters vom 11.05.2016)


Redaktion

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