• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Geopolitik treibt deutsche CFOs zu mehr Investitionen im Inland

08.05.2025

Geopolitik treibt deutsche CFOs zu mehr Investitionen im Inland

Durch die Unsicherheit im internationalen Handel gewinnt der Standort Deutschland für hiesige CFOs wieder an Bedeutung.

Beitrag mit Bild

©psdesign1/fotolia.com

Die ökonomische und finanzielle Unsicherheit unter Finanzvorständen deutscher Unternehmen befindet sich derzeit auf einem Allzeithoch und beeinflusst ihre Planungen deutlich. Nach den US-Zollankündigungen vom 02.04.2025 sehen 80 % der teilnehmenden Chief Financial Officers (CFO) mittelfristig ihren Investitionsschwerpunkt in Deutschland, vor dem 02.04.2025 lag ihr Anteil bei 73 %, wie der CFO Survey von Deloitte zeigt. Für die aktuelle Ausgabe wurden zwischen dem 20.03. und dem 10.04.2025 mehr als 200 Finanzvorstände deutscher Unternehmen befragt.

Dagegen sinkt der Anteil derer, die in Nordamerika ihren Investitionsschwerpunkt sehen, nach dem 02.04.2025 von 25 auf 19 %. Am deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung bei den exportorientierten Unternehmen. Während sich vor den Zollankündigungen der Anteil derer, die vorrangig in Nordamerika (50%) beziehungsweise in Deutschland (53%) investieren wollten, die Waage hielt, verschiebt sich der Fokus nach dem Stichtag: Nur noch 38 % sehen einen Schwerpunkt in Nordamerika, für 62 % steht Deutschland im Fokus. Investitionspläne in Asien sind ebenfalls rückläufig.

Unternehmen managen geopolitische Risiken zunehmend aktiv

Auch inhaltlich legen die Finanzvorstände einen Fokus auf die Widerstandsfähigkeit ihrer Unternehmen. Ausgaben für digitale Transformation und Resilienz werden von 49 und 34 % der CFOs priorisiert. Dagegen möchte jeder fünfte Befragte weniger für die Ausweitung der Produktionskapazitäten ausgeben. In der Automobilindustrie betrifft das sogar jedes zweite Unternehmen, im Maschinenbau jedes vierte (24%).

Die Hälfte der Teilnehmenden fühlt sich gewappnet, um geopolitische Risiken frühzeitig zu erkennen und damit umzugehen – 2022 war es nur etwa ein Drittel. „Geo- und handelspolitische Themen dominieren zunehmend Märkte und damit die Aussichten von Unternehmen“, sagt Dr. Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte. „Der Aufbau von Resilienz und ein effektives Management geopolitischer Risiken werden damit zu entscheidenden Erfolgsfaktoren.“ Um sich entsprechend abzusichern, setzen die Befragten auf Szenarioanalysen (41%), die Minimierung von Abhängigkeiten von Absatz- und Beschaffungsmärkten (34%) sowie Stresstests (33%). In der Automobilbranche plant fast jedes zweite befragte Unternehmen (47%), Standorte zu verlagern oder neu zu bewerten.

Politische Maßnahmen könnten aufgeschobene Investitionen wieder ankurbeln

„Die hohe Unsicherheit wirkt sich maßgeblich auf die CFO-Agenda aus“, sagt Markus Seeger, Finanzexperte und Mitglied des CFO Program von Deloitte. „Kostenoptimierung und die digitale Transformation stehen im Vordergrund, jedoch dicht gefolgt von Wachstumsstrategien – insbesondere im Mittelstand und in der Dienstleistungsbranche.“ Dabei könnten politische Maßnahmen dazu beitragen, dass Unternehmen aufgeschobene Investitionen wieder aufnehmen. Rund drei Viertel (76%) zögen dies in Betracht, wenn bürokratische Anforderungen vereinfacht würden, 44 % ließen sich durch gezielte Unterstützungen für Investitionen in Zukunftstechnologien motivieren. Das vor Kurzem beschlossene Maßnahmenpaket für Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung würde ein Drittel der Unternehmen dazu bewegen, Investitionen wieder aufzunehmen.

(Deloitte vom 08.05.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

08.07.2026

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 % der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten. Dieser Wert, der im Vergleich zum Vorquartal um 6,5 Prozentpunkte zulegte, markiert einen neuen Rekordwert seit Beginn der Umfrageaufzeichnung im Jahr 2017. Für die KfW-ifo-Kredithürde wertet

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch
Meldung

©number1411/fotolia.com

07.07.2026

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch

Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund 2,8 Billionen Euro im Jahr 2024 laut den aktuellsten verfügbaren Daten. Das waren 29 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch
Meldung

© adrian_ilie825/fotolia.com

06.07.2026

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus

Die 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Konjunktur und hoher Inflation deutlich gesteigert. Ihre gesamte Marktkapitalisierung belief sich zum 30.06.2026 auf 61,9 Billionen US-Dollar – 18 % mehr als zu Jahresbeginn. Das zeigt eine Analyse von EY auf Basis von S&P Capital IQ. Haupttreiber bleibt

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)