• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Angepasster DCGK: Kodexreform 2022 hebt Bedeutung von ESG hervor

24.05.2022

Angepasster DCGK: Kodexreform 2022 hebt Bedeutung von ESG hervor

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat nach einem umfassenden Konsultationsverfahren und eingehenden Beratungen dem Bundesministerium der Justiz die neue Fassung des DCGK zur Prüfung übermittelt und nun auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Der neue Kodex wird allerdings erst mit der Bekanntmachung durch das Ministerium im elektronischen Bundesanzeiger in Kraft treten. Bis dahin bildet die Kodexfassung vom 16.12.2019 (Kodex 2020) die Grundlage für die jährlichen Entsprechenserklärungen.

Beitrag mit Bild

© tashatuvango/fotolia.com

Der neue Kodex bietet laut der Regierungskommission DCGK eine wertvolle Leitlinie für das Handeln von Vorständen und Aufsichtsräten. Er schaffe größere Klarheit in wichtigen Fragen. Ökologische und soziale Themen haben an Gewicht gewonnen und sollten dementsprechend in Unternehmen berücksichtigt werden.

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensführung

In dem neuen Kodex wird die Bedeutung von ökonomischen, sozialen und Belangen der Governance (ESG) hervorgehoben. Beispielsweise soll der Vorstand die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit systematisch identifizieren und bewerten. Die Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats umfassen künftig insbesondere auch Nachhaltigkeitsfragen.

Unternehmensstrategie soll auch ökologische und soziale Ziele berücksichtigen

In den seit 2009 geltenden Fassungen der Präambel sah der Kodex die Unternehmensführung dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Mit der Kodexreform 2020 wurde in der Präambel die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen besonders thematisiert. Mit der Kodexreform 2022 wurde die Aussage zur gesellschaftlichen Verantwortung nachjustiert werden, weil in der Zwischenzeit die Erwartungen an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren sehr viel konkreter geworden sind. Langfristig bedingen sich wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele häufig gegenseitig. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind ebenso Voraussetzung für eine langfristige Wertsteigerung wie ökonomische Stärke und Stabilität Voraussetzung für Investitionen und weitere Maßnahmen sind, die ökologischen und sozialen Zielen dienen,“ heißt es in der Begründung zur neuen Empfehlung A.1.

In der Unternehmensstrategie sollen neben den langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen mitberücksichtigt werden. Damit die Unternehmensstrategie wirksam umgesetzt werden kann, bedarf es einer entsprechend umfassenden Unternehmenssteuerung.

Mindestens Aufsichtsrat braucht ESG-Kenntnisse

Hinsichtlich der Ausschüsse des Aufsichtsrats erfolgt darüber hinaus die Klarstellung innerhalb des Kodex, dass mindestens ein Mitglied des Prüfungsausschusses über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied des Prüfungsausschusses über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen muss.

Den Kodex 2022, die dazu gehörige Begründung sowie eine Mark-up-Fassung mit den Änderungen zum Kodex 2020 können hier eingesehen werden.

(Mitteilung Wirtschaftsprüferkammer vom 20.05.2022 und Pressemitteilung Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex vom 17.05.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

27.01.2026

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 % bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie
Meldung

©DenysRudyi/fotolia.com

26.01.2026

Topmanager warnen: Ohne Kurswechsel droht Standortverlust

96 % der europäischen Topmanager und 85 % der Bürger halten daher den Schutz der europäischen Wirtschaftsinteressen für zwingend notwendig. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen „European Competitiveness Barometer“ der Boston Consulting Group (BCG), für das 850 Topmanager und 6.400 Bürger in 30 europäischen Ländern befragt wurden. Vier von fünf der befragten Führungskräfte und Bürger fordern

Topmanager warnen: Ohne Kurswechsel droht Standortverlust
Meldung

© Kara / fotolia.com

26.01.2026

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bremsen Offshore-Ausbau

Der Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee kommt langsamer voran als politisch geplant. Das zeigt eine neue Studie der Boston Consulting Group (BCG). Zwar haben sich die neun Anrainerstaaten auf ein gemeinsames Ziel von 120 Gigawatt (GW) Offshore-Windleistung bis 2030 verständigt, doch aktuell sind erst rund 34 GW installiert. Um das Ziel zu erreichen, müsste

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bremsen Offshore-Ausbau
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)