• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Aufsichtsratsstudie zur Vorstandsvergütung: Reform des Corporate Governance-Kodex mit größtem Einfluss auf Vergütungsmodelle

01.10.2019

Aufsichtsratsstudie zur Vorstandsvergütung: Reform des Corporate Governance-Kodex mit größtem Einfluss auf Vergütungsmodelle

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Der Deutsche Corporate Governance Kodex hat den größten Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung der Vorstandsvergütung deutscher börsennotierter Unternehmen. Danach folgen Kriterien wie „internationale Standards“ und „Anregungen wichtiger institutioneller Aktionäre“. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von Hengeler Mueller und dem Arbeitskreis deutscher Aufsichtsrat AdAR e.V. hervor, für die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen befragt wurden.

Nach Aussage der Studienautoren legen die Aufsichtsräte großen Wert auf die Akzeptanz ihrer Vergütungsmodelle durch die verschiedenen Stakeholder. Besonders wichtig sind dem Aufsichtsgremium dabei institutionelle Investoren. Mit etwas Abstand folgen dicht nacheinander der Betriebsrat, Kleinaktionäre sowie die allgemeine Öffentlichkeit, Gewerkschaften und schließlich Stimmrechtsberater. Größtes Gewicht entfalten damit Akteure mit direkten Beziehungen zum Unternehmen, sei es durch Kapital oder Mitarbeit.

Neben Finanzkennziffern werden laut der Studie in erheblichem Maße auch strategische Aspekte im Bereich der Zielerreichung berücksichtigt. Bei etwa zwei Drittel der Befragten wird die langfristige variable Vergütung gleichermaßen an das Erreichen von Finanzkennziffern wie auch an konkrete qualitative Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie geknüpft.

Clawback-Klauseln gewinnen an Bedeutung

Bei der Ausgestaltung der variablen Vergütung findet zunehmend ein Instrument Eingang in Vorstandsverträge, das bisher nur für bedeutende Kreditinstitute gesetzlich vorgeschrieben ist, das im neuen Corporate Governance Kodex gleichwohl generell empfohlen wird: sog. Clawback-Klauseln. Das sind Regelungen, die der Gesellschaft das Recht zum Einbehalt beziehungsweise zur Rückforderung variabler Vergütungsbestandteile bei Eintritt bestimmter negativer Ereignisse oder Entwicklungen geben. Fast 40% der befragten Unternehmen wenden entsprechende Klauseln an. Darüber hinaus planen mehr als ein Zehntel deren Einführung. Anders als Schadensersatzansprüche erfordern Clawback-Klauseln keinen Nachweis eines pflichtwidrig verursachten Vermögensschadens. Sie können auch reine Reputationsschäden sanktionieren. Die kontroverse öffentliche Diskussion um Vorstandshaftung scheint hier durchaus Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung der Verträge zu nehmen.

Aktien, die Vorstandsmitglieder eigenständig kaufen oder verkaufen, sind bei der Hälfte der Befragten schon Teil des Vergütungskonzepts. Etwa ein Viertel der Befragten gibt jedoch an, sich bewusst dagegen entschieden zu haben.

Alle Ergebnisse der Studie können hier abgerufen werden.

(Pressemitteilung Hengeler Mueller vom 26.09.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©peshkova/123rf.com

11.08.2026

Jedes vierte Startup hat wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat Auswirkungen auf die Jobs in Tech-Startups. In den vergangenen zwölf Monaten hat rund jedes vierte Tech-Startup (27 %) wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet, 7 % haben deshalb sogar Stellen abgebaut. Zugleich haben 16 % aber wegen KI zusätzliches Personal eingestellt, in jedem zweiten Startup (50 %) hat KI keine Auswirkungen auf den Personalbedarf.

Jedes vierte Startup hat wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet
Meldung

©vege/fotolia.com

10.08.2026

Gebäudeenergieregister soll Finanzwirtschaft Daten liefern

Das geplante nationale Gebäudeenergieregister soll nach Angaben der Bundesregierung auch Finanzunternehmen bei der Bewertung und Finanzierung von Immobilien unterstützen. „Das Gebäudeenergieregister kann für Finanzunternehmen bei der Bepreisung von Krediten oder dem Zeichnungsgeschäft hilfreich sein, indem es erleichtert, energetische Kennzahlen verfügbar zu machen“, schreibt sie in der Antwort (21/7442) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis

Gebäudeenergieregister soll Finanzwirtschaft Daten liefern
Meldung

© vege/fotolia.com

06.08.2026

Kritische Rohstoffe aus China: Sechs von zehn Firmen fürchten Stillstand

Sechs von zehn Unternehmen, die kritische Rohstoffe direkt oder indirekt benötigen, befürchten Produktionsstopps oder Verzögerungen, sollte China seine Beschränkungen bei kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Lithium oder Gallium ausweiten. 88 % rechnen mit höheren Beschaffungskosten, 71 % mit Lieferengpässen, vier von zehn droht der Verlust von Kunden. Das zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)

Kritische Rohstoffe aus China: Sechs von zehn Firmen fürchten Stillstand
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)