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21.12.2022

Autobranche vorsichtig optimistisch: Für 2023 negative Einflüsse durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen erwartet

Drei von vier Manager der Automobilindustrie gehen davon aus, dass steigende Zinsen, Inflation und Energiepreise ihr Geschäft im Jahr 2023 nachteilig beeinflussen werden. Dennoch ist die große Mehrheit optimistisch, in den nächsten fünf Jahren profitabel wachsen zu können (83%). Das hat eine weltweite KPMG-Umfrage unter mehr als 900 Vorständen und Geschäftsführern bedeutender Unternehmen der Automobilbranche in 30 Ländern ergeben.

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© habrda/ fotolia.com

Große Besorgnis äußern die Branchenexperten hinsichtlich der Versorgung mit Rohstoffen und Komponenten – vor allem Halbleitern, Elektrostahl und Leichtbaumaterialien -, die für die Steigerung der Kraftstoffeffizienz und der Batteriereichweite von hoher Bedeutung sind. Über die Hälfte ist hier „sehr“ oder gar „extrem besorgt“. Zwei von drei Befragten sind der Ansicht, dass die Rückverlagerung von Produktionsstätten aus Schwellenländern zurück in die Industriestaaten (Reshoring) für die Lieferkettenstrategie „sehr“ oder gar „extrem wichtig“ ist (65%). Über die Hälfte der Experten meint zudem, dass ihr Unternehmen „sehr“ oder „extrem wahrscheinlich“ in den kommenden Jahren strategisch unbedeutende Geschäftseinheiten abstoßen dürfte 55%). Das sind deutlich mehr als noch vor einem Jahr (45%).

Elektrofahrzeuge holen Kostennachteile auf

82% der Befragten glauben, dass EVs in den nächsten 10 Jahren auch ohne Subventionen weit verbreitet sein werden. Die Zuversicht der Branchenexperten, auch ohne Subventionen eine Kostenparität zwischen Verbrenner und Elektrofahrzeugen erreichen zu können, steigt: Etwa drei Viertel der Manager gehen davon aus, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge im Jahr 2030 nicht mehr teurer sein werden als Verbrenner (72%). Als Marktführer im Bereich batteriegetriebener Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt sieht die Mehrheit der Befragten Tesla, knapp gefolgt von Audi und BMW. Auf Platz 4 folgt Apple, das vor einem Jahr noch Platz 9 belegte.

Uneinigkeit herrscht bei der Frage, wer denn bei den Ladesäulen die Nase vorn hat. 22% der Befragten meinen, die Versorger seien hier am besten positioniert. Mit jeweils 16% folgen gleichauf unabhängige Netzbetreiber, Ölfirmen sowie Autohersteller und -händler.

Datenschutz spielt beim Kauf eine wichtige Rolle

Die meisten Manager (80%) gehen davon aus, dass die Fahrleistung eine „sehr wichtige“ oder „extrem wichtige“ Rolle beim Fahrzeugkauf darstellt. An zweiter Stelle vermuten sie bereits das Thema Datenschutz/Datensicherheit (74% Zustimmung). Gleichauf mit jeweils rund 70% liegen niedrige Emissionen, das Markenimage und ein angenehmes Fahrerlebnis. Acht von zehn Experten gehen davon aus, dass 2030 die meisten Autokäufe online abgeschlossen werden.

Wachstumsmarkt Versicherungen und Abo-Modelle

Großes Wachstumspotenzial besitzt nach Meinung der Experten der Versicherungsmarkt. So sind 90% der Befragten der Ansicht, dass sich die Hersteller erfolgreich im Versicherungsmarkt betätigen werden; sei es im Rahmen einer Partnerschaft mit einem Versicherer (46% Zustimmung) oder durch den Verkauf von Fahrer- oder Fahrzeugdaten an ein Versicherungsunternehmen (44%).

Auch die Möglichkeit, künftig durch monatliche Abo-Gebühren für Softwareleistungen oder andere Angebote zusätzliche Einnahmen zu generieren, scheint den meisten Branchenfachleuten eine realistische Option zu sein. Etwa zwei von drei Befragten sind „sehr“ oder „extrem zuversichtlich“, dass Kunden bereit sind, entsprechende Abogebühren zu bezahlen.

Bereits bestehende und aufkommende Lieferengpässe sorgen weiter für schlaflose Nächte. Um die Anfälligkeit der Versorgung zu reduzieren, konzentrieren sich Automobilhersteller und Zulieferer nun auf Near- und On-Shoring, um ihre Abhängigkeit zu verringern. Die De-Globalisierungsära beginnt.

Die Studie „KPMG’s 23rd Annual Automotive Executive Survey“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung KPMG vom 20.12.2022)


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