• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Betriebsprüfung: Viel Aufwand für Unternehmen

04.12.2015

Betriebsprüfung: Viel Aufwand für Unternehmen

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Eine aktuelle PwC-Studie zeigt, wo der Fiskus bei Betriebsprüfungen besonders genau hinschaut. Die Mehrheit der befragten Unternehmen berichten dabei über erhöhten Aufwand im Vergleich zu früher.

Die Finanzbehörden prüfen deutsche Unternehmen mit zunehmender Intensität. Das zeigt die aktuelle Studie „Betriebsprüfungen 2015“, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mehr als 200 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen befragt hat. Sie liefert aufschlussreiche Erkenntnisse über aktuelle Trends und Schwerpunkte. Besonders hoch sei dieser Anteil mit 77 Prozent bei Großunternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Diese Großunternehmen bekommen zudem häufiger Besuch von den Finanzbeamten: Bei 67 Prozent von ihnen fand zum Zeitpunkt der Befragung eine Betriebsprüfung statt. Unter den umsatzschwächeren Unternehmen betrug der Anteil immerhin noch 51 Prozent.

Rückstellungen im Fokus

Zu den Bereichen, die Finanzbeamte besonders genau prüfen, gehören die Rückstellungen: Vier von fünf Unternehmen berichten, dass deren Höhe ein Thema bei der letzten Betriebsprüfung war. „Auch Bewertungen von Wirtschaftsgütern und Wertberichtigungen werden weiterhin oft hinterfragt“, berichtet Dr. Arne Schnitger, Steuerexperte und Partner bei PwC. Bei Prüfungen im Bereich der Gewerbesteuer geht es hingegen am häufigsten um die Hinzurechnung von Lizenzzahlungen und Mieten oder Pacht, während die Beamten im Bereich der Umsatzsteuer-Sonderprüfungen am liebsten den Vorsteuerabzug hinterfragen.

Verrechnungspreise als Problem

Ein weiterer Schwerpunkt sind konzerninterne Verrechnungspreise: Fast 60 Prozent der international aufgestellten Unternehmen berichten, dass diese bei der letzten Prüfung im Fokus standen. Zudem zeigt die Befragung, dass die Beamten enger mit Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeiten: Jedes vierte Unternehmen hat während der letzten Prüfung einen Informationsaustausch mit ausländischen Steuerbehörden erlebt.

Wenige Finanzgerichtsprozesse, hohe Nachzahlungen

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Beim Thema Verrechnungspreise kommt es vergleichsweise selten zu internationalen Verständigungsverfahren oder Finanzgerichtsprozessen. „Offenbar scheuen viele Unternehmen den Aufwand eines Verfahrens und suchen lieber den Kompromiss mit den Betriebsprüfern“, so Schnitger. Diese Haltung trägt dazu bei, dass viele Betriebsprüfungen zu hohen Mehreinnahmen für den Staatshaushalt führen: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie nach der letzten Prüfung Steuern nachzahlen mussten. In Großunternehmen führt sogar praktisch jede Prüfung zu Mehrsteuern.

(PwC PriceWaterhouseCoopers/ Viola C. Didier)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

Matthias Töke

12.03.2026

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt

Der Finanzsektor steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Künstliche Intelligenz, veränderte regulatorische Rahmenbedingungen und neue Akteure wie Private-Equity-Investoren verschieben etablierte Spielregeln. Im Interview ordnet Matthias Töke von Baker McKenzie ein, warum Finanzinstitute jetzt grundlegende Weichenstellungen vornehmen müssen und welche Entscheidungen über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden werden. CF: Herr Töke, viele sprechen von einem Wendepunkt für Finanzinstitute. Worin

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt
Meldung

©vizafoto/fotolia.com

12.03.2026

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet

Die Ausfallrisiken deutscher Unternehmen steigen spürbar. Wie die aktuelle Default Study 2026 von Creditreform Rating zeigt, erhöhte sich die empirische Ausfallrate im Jahr 2025 auf 1,88 %. Für das Jahr 2026 erwartet die Ratingagentur einen weiteren Anstieg auf 2,08 %. Damit würde die Zwei-Prozent-Marke erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder überschritten. Die Entwicklung spiegelt die weiterhin schwache

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

11.03.2026

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz

Trotz breiter Nutzung von Künstlicher Intelligenz gelingt es vielen Unternehmen nicht, messbare Vorteile damit zu realisieren. Denn die organisatorische Reife bleibt weit hinter der technologischen Nutzung zurück. Die Folge sind geringe Effizienzgewinne und wachsende kulturelle Spannungen innerhalb der Organisationen. Dies zeigt der aktuelle Global Human Capital Trends Report 2026 von Deloitte. Der Großteil der befragten

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)