17.10.2017

Brexit kurbelt China-Geschäft an

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ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometer China: Mehr als die Hälfte der deutschen Manager in China rechnet damit, dass Deutschlands Unternehmen vom Brexit profitieren werden.

Deutschland und die Europäische Union könnten in den nächsten Jahren von der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen profitieren: Nach Einschätzung deutscher Manager, die in China tätig sind, bietet der Brexit europäischen Unternehmen zum Beispiel die Chance, ihren Handel mit China auszuweiten. Das ist ein zentrales Ergebnis des ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometers für das vierte Quartal 2017.

Zunahme des Handelsvolumens?

54 % der befragten Entscheidungsträger gehen davon aus, dass sich der Handel zwischen der EU und China intensivieren wird, 57 % rechnen mit einer Zunahme des Handelsvolumens speziell für Deutschland. „Diese Einschätzungen zeigen, dass die EU als klarer Gewinner aus der Brexit-Entscheidung hervorgeht und als Zielregion für chinesische Investitionen an Attraktivität gewinnen könnte“, schätzt Thomas Heck, Partner bei PwC und Leiter der China Business Group Deutschland und Europa.

Bei der Konjunktur stehen die Zeichen auf Grün

Bei den konjunkturellen Aussichten für China steht die Ampel auf Grün: In der aktuellen Umfrage wird die wirtschaftliche Situation im Reich der Mitte mit einem Saldo von 29,7 Punkten bewertet – das ist ein Plus von 2,6 Punkten im Vergleich zum dritten Quartal und markiert den höchsten Wert seit 2014. Dieser Saldo ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Antworten in Prozentpunkten. Auch für die Zukunft zeigen sich die Manager optimistisch: Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate liegen aktuell bei 16,7 Punkten. Der Indikator erreicht damit zwar nicht mehr ganz den positiven Wert vom Vorquartal (17,1 Punkte), ist aber nach wie vor weit höher als der Durchschnitt von -2,4 Punkten seit Beginn der Erhebung im Jahr 2013.

M&A-Indikatoren gehen deutlich zurück

Trotz der guten Rahmenbedingungen dürfte die Anzahl der Firmenübernahmen und -zusammenschlüsse in China nach Einschätzung der deutschen Führungskräfte zurückgehen. Der M&A-Indikator im Inland sinkt von 52,9 auf 34,2 Punkte und büßt damit deutlich ein. Das Gleiche gilt für Auslandsakquisitionen Chinas, deren Wert nur noch bei 33,3 Punkten liegt, zuvor waren es noch 51,5 Punkte. Den Grund dafür sehen die befragten Manager  in den Plänen der chinesischen Regierung, Firmenkäufe außerhalb Chinas zu beschränken, um zu verhindern, dass zu viel Kapital abfließt. „Diese Zahlen müssen aber in die richtige Relation gesetzt werden. Die chinesischen Aktivitäten im Ausland werden aller Voraussicht nach weiter deutlich zulegen, nur nicht so stark wie zuletzt erwartet“, korrigiert Michael Schröder, Projektleiter und Senior Researcher des ZEW-Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement. „Deutschland ist und bleibt ein wichtiges Zielland chinesischer Auslandsinvestitionen.“

(PwC vom 12.10.2017 / Viola C. Didier)


Redaktion

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