08.11.2016

Brexit-Votum dämpft Erwartungen am M&A-Markt

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Die Stimmung am europäischen M&A-Markt wird überschattet von der Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, wie CMS und Mergermarket in ihrer vierten gemeinsamen Studie European M&A Outlook festgestellt haben.

Die Stimmung am europäischen M&A-Markt wird überschattet von der Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, wie CMS und Mergermarket in ihrer vierten gemeinsamen Studie European M&A Outlook festgestellt haben.

Nach der Brexit-Entscheidung rechneten 66 Prozent der Befragten mit einem Rückgang der europäischen M&A-Aktivitäten in den kommenden 12 Monaten, gegenüber 18 Prozent vor dem Referendum. Vor dem 23. Juni schätzten nur 23 Prozent der Befragten die Lage am europäischen M&A-Markt schlechter als im Vorjahr ein. Im Anschluss an das Referendum stieg dieser Wert auf 90 Prozent.

Im Rahmen der Studie wurden vor und nach dem Referendum vom 23. Juni insgesamt 230 in Europa ansässige Führungskräfte von Unternehmen und Private Equity-Gesellschaften zu ihrer Meinung befragt.

Raum für vorsichtigen Optimismus

Trotz der Unwägbarkeiten und der Ungewissheit gibt es Raum für vorsichtigen Optimismus. Stefan Brunnschweiler, Leiter der CMS Corporate/M&A Practice Group, erklärt: „Europa gilt außerhalb und innerhalb der Region nach wie vor als ein attraktiver Investitionsstandort, und Europa ist ein extrem zugänglicher Markt, der durch günstige Bewertungen beflügelt werden könnte. Wenn sich der Staub gelegt hat, werden die investitionsbereiten Unternehmen die Gewinner sein.“

In der Tat fielen die Mergermarket-Daten für UK und Europa im dritten Quartal 2016 nur geringfügig schlechter aus.

Dazu Charles Currier, der bei CMS in London den Fachbereich Gesellschaftsrecht leitet: „Die europäischen M&A-Daten folgen ziemlich genau dem weltweiten Trend. Nach dem Höhenflug 2014-2015 bewegen sich die Transaktionen nun volumen- und wertmäßig wieder auf dem Niveau des Jahres 2013. Trotz des Brexit-Votums steht das Vereinigte Königreich in Europa volumen- und wertmäßig immer noch an der Spitze und auch zahlreiche weitere europäische Märkte sind für außereuropäische Investoren nach wie vor attraktiv.“

Für die Käufer wird sich möglicherweise die Entwicklung der Assetpreise als ein Vorteil der Brexit-Entscheidung erweisen. Gegenüber 39 Prozent vor dem Referendum sahen nach dem Referendum 54 Prozent der Befragten unterbewertete Targets auf der Käuferseite als treibende Kraft für die M&A-Aktivitäten. Nahezu neun von zehn Unternehmen und Private-Equity-Gesellschaften, die einen Deal in Betracht ziehen, sehen günstige Preise als ein ausschlaggebendes Argument für ihre Transaktionen.

Außereuropäische Investoren auf dem Vormarsch

Die befragten Führungskräfte glauben auch, dass die Aktivitäten außereuropäischer Investoren in Europa in den kommenden 12 Monaten sowohl volumen- als auch wertmäßig zunehmen werden. Fast 80 Prozent der Befragten erwarten eine volumenmäßige Zunahme der M&A-Aktivitäten außereuropäischer Investoren in Europa, während 61 Prozent mit einem Anstieg des Gesamtwertes dieser Deals rechnen. Gerade nordamerikanische und chinesische Käufer werden durch Zukäufe in Europa ihr internationales Wachstum vorantrieben wollen.

Nach dem Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union könnte sich der Bereich Technologie als Katalysator am M&A-Markt erweisen: Die große Mehrheit der Befragten (80 Prozent) gab an, dass technisches Know-how oder gewerbliche Schutzrechte die wichtigsten Faktoren für ihre nächsten M&A-Projekte innerhalb Europas seien.

(Pressemitteilung CMS vom 01.11.2016)


Redaktion

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