• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Bundesregierung soll Transformation durch nachhaltiges Finanzsystem beschleunigen

26.02.2021

Bundesregierung soll Transformation durch nachhaltiges Finanzsystem beschleunigen

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© weerapat1003/fotolia.com

Mit 31 Empfehlungen zeigt der von der Bundesregierung eingesetzte Sustainable-Finance-Beirat, wie die Transformation der deutschen Wirtschaft durch ein nachhaltiges Finanzsystem finanzierbar wird.

Klimakrise, Digitalisierung und Globalisierung treiben die Transformation. Umfas-sender und schneller als bisher müssen Unternehmen Innovationen entwickeln, Produktionsweisen, Lieferketten und Geschäftsmodelle verändern. Für diese Transformation benötigen Unternehmen Kapital. Allein zur Finanzierung des europäischen Green Deal müssen bis 2030 europaweit Investitionen in Höhe von mindestens einer Billion Euro mobilisiert werden. Die Finanzwirtschaft kann dieses Kapital mobilisieren und wirksam einsetzen, wenn deutsche Unternehmen ihre Transformationsstrategie transparent machen. Für die daraus resultierenden Anforderungen an die Berichterstattung der Unter-nehmen, an das Wissen und die Kompetenzen der Verantwortlichen sowie an die Wirksamkeit von Finanzprodukten hat der Beirat seine Empfehlungen entwickelt.

Bundesregierung kommt wichtigste Rolle zu

Der Bundesregierung kommt die wichtigste Rolle zu. Sie muss einen kohärenten, zukunftsfähigen und nachhaltigen Politikrahmen (Kapitel 2 des Berichts) setzen. Als öffentliche Hand ist sie zudem ein Akteur mit Vorbildfunktion und Gestaltungs-macht im Finanzmarkt. Der Beirat empfiehlt der Bundesregierung nachhaltige Anleiheemissionen sowie nachhaltige Strategien für öffentliche Kapitalanlagen, für Sondervermögen des Bundes und für wirtschaftliche Förderprogramme. Externalisierte Kosten der Un-ternehmen sollen u. a. mit einem angemessenen CO2-Preis internalisiert werden, damit der Finanzmarkt Chancen und Risiken besser abbilden kann. Der Nutzen für Unternehmen ist für den Beirat ebenso entscheidend wie die Ambition, die den tatsächlichen und von der Bundesregierung rati-fizierten Anforderungen gerecht werden muss: dem Pariser Klimaabkom-men mit seinem 1,5 Grad-Ziel, den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und deren Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Der Beirat empfiehlt der Bundesregierung daher, dass auch öffentlich-rechtliche Finanzinstitute wie die KfW, die Landesförderbanken, Spar-kassen, Landesbanken und öffentliche Versicherer ihre Kredit- und Inves-titionspolitik an diesen Anforderungen orientieren.

Eine Sustainable-Finance-Koordinierungsstelle im Bundesministerium der Finanzen soll das ressortübergreifende Handeln unterstützen. Eine unabhängige Sustainable-Finance-Plattform soll Akteure einbinden und Lösungsansätze entwickeln helfen. Mit einem Transformations- und Impactfonds sollen KMUs besseren Zugang zu Kapital und Know-how erhalten.

Finanz- und Realwirtschaft: Transparenz für Kapital

Für die Transformation der Wirtschaft sollen zusätzliche Mittel und vorhandene Kapitalströme in Innovationen und nachhaltige Geschäfts-modelle gelenkt werden. Dafür soll die Berichterstattung der Unternehmen allen Interessengruppen, insbesondere Investoren und Kreditgebern, zeitnah und messbar aufzeigen, wie Unternehmen auf neue Technologien und Qualifikationsanforderungen, auf Krisen-szenarien und Kostenfaktoren wie den Klimawandel, Ressourcenmangel oder Pandemien vorbereitet sind.

Der Beirat empfiehlt, dass Unternehmen über ihre Zukunfts- und Nachhaltigkeitsrisiken und -wirkungen berichten. Besteht Finanzierungs- bedarf, zahlt sich das aus. Die Berichterstattung soll im Lagebericht Teil des geprüften Jahresabschlusses sein und insbesondere bei Klimadaten zukunftsorientiert erfolgen.

Die Transformation erfordert entsprechendes Wissen und die Qualifikation der Verantwortlichen in der Führung von Unternehmen und Finanzinstituten, in der Finanzberatung und Kreditprüfung sowie in den Aufsichtsbehörden. Der Beirat empfiehlt verpflichtende Qualifikations- und Kompetenzanforderungen und eine „Bildungsoffensive Nachhaltigkeit“, auch durch Integration in Schulfächer.

Anleger und Anlegerinnen sollen mit nachhaltigkeitswirksamen Finanz-produkten (Kapitel 5) von den Chancen der Transformation profitieren. Der Beirat empfiehlt eine einfache Klassifizierung für alle Finanzmarkt-produkte auf Basis der EU-Offenlegungsverordnung. Auf einer Skala von 1 bis 5 soll sie Nachhaltigkeitschancen und -risiken transparent machen und Anlageentscheidungen erleichtern.

Um die Anreize für Privatanleger zu verbessern, empfiehlt der Beirat die Förderbedingungen bereits geförderter Anlageformen wie der Riester-rente oder VL-Sparen an Nachhaltigkeitskriterien zu knüpfen und steuer-liche Freibeträge für Erträge aus Nachhaltigkeitsprodukten zu gewähren.

Den Bericht „Shifting the Trillions – Ein nachhaltiges Finanzsystem für die Große Transformation“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung vom 25.02.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Mergers, Fusion, Übernahme
Meldung

© Tim/Fotolia.com

29.09.2022

Fintech M&A seit zwei Jahren im stetigen Anstieg

Die Fintech-Branche trotzt der allgemeinen Talfahrt bei M&As. Laut des Hampleton Partners Fintech M&A Market Reports kennt das weltweite Dealvolumen im Bereich Fintech seit zwei Jahren nur eine Richtung: Bergauf. So sind die Fusionen und Übernahmen in der ersten Jahreshälfte 2022 mit 591 veröffentlichten Deals im Bereich integrierte Finanzdienstleistungen, Krypto, Blockchain und Open Banking API-Dienstleistungen stark angestiegen. Der Report verzeichnet damit einen Anstieg von 46% gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 (406 Fintech-Deals) und einen massiven Anstieg von 70% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 (348 Fintech-Deals).

Fintech M&A seit zwei Jahren im stetigen Anstieg
IPO
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

29.09.2022

Zurückhaltung auf dem weltweiten Markt für Börsengänge hält an – IPO-Kandidaten warten auf günstigeres Umfeld

Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen, steigender Zinsen und einer hohen Volatilität an den Weltbörsen verharren viele IPO-Kandidaten in Wartestellung: Insgesamt wagten im traditionell schwachen dritten Quartal weltweit 355 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 41% weniger als im dritten Quartal des Rekordjahres 2021. Das Emissionsvolumen schrumpfte um 56% auf 50,6 Mrd. USD.

Zurückhaltung auf dem weltweiten Markt für Börsengänge hält an – IPO-Kandidaten warten auf günstigeres Umfeld
Startup on Display of Vending Machine.
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

28.09.2022

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an

Der Bestand an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland hat sich wieder erholt. Nach dem coronabedingten Knick im Jahr 2020 stieg die Zahl der Start-ups 2021 auf 61.000 an. Im Corona-Jahr 2020 war ihre Zahl auf 47.000 gesunken. Der Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die wiederbelebte Gründungstätigkeit zurückzuführen. Durch diesen Basiseffekt ist auch die Zahl der Start-up-Gründungen gestiegen. Zugleich hat sich die Struktur der Gründungstätigkeit verändert: Es gründeten deutlich mehr Jüngere („U30“), was sich ebenfalls positiv auf die Zahl der Start-ups auswirkt, da die Projekte jüngerer Gründerinnen und Gründer häufiger Start-up-Merkmale aufweisen.

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank