12.08.2024

Circular Economy – quo vadis?

Einer aktuellen Umfrage der DIHK zufolge begreifen viele Unternehmen die Transformation zum zirkulären Wirtschaften als Chance.

Beitrag mit Bild

Elnur/123rf.com

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein wichtiges Mittel zur Erreichung der unternehmerischen Nachhaltigkeitsziele. Sie ist auch ein Ansatz, um in Zeiten hoher Unsicherheit und schnellem Wandel Wege zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu entwickeln. Die EU-Kommission hat vor diesem Hintergrund als Teil des Green Deals den „Circular Economy Action Plan“ (CEAP) erstellt, der dem zirkulären Wirtschaften in Europa mit 35 Initiativen Dynamik verleihen soll. Der CEAP dient als Basis für die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS), zu der das Bundesumweltministerium am 17.06.2024 einen Entwurf veröffentlichte.

Was die Wirtschaft von der Kreislaufwirtschaft hält

Einer aktuellen Umfrage der DIHK zufolge begreifen viele Unternehmen die Transformation zum zirkulären Wirtschaften als Chance. Etwa jeder zweite Betrieb nimmt diese grundsätzlich positive Haltung ein, allerdings sieht sich rund ein Drittel der Betriebe gegenwärtig außerstande, die Konsequenzen für den Erfolg des eigenen Unternehmens abzuschätzen. Auch wenn tendenziell Chancen gesehen werden, befürchtet doch zugleich eine Mehrheit einen höheren Dokumentationsaufwand und steigende Kosten – beispielsweise beim Einkauf von (teureren) Rezyklaten, also aus Plastikabfällen wiederverwerteten Kunststoffmaterialien.

Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie – und jetzt?

Die zukünftige NKWS soll in Deutschland eine nachhaltigere und effizientere Wirtschaft fördern, indem sie den Übergang zu einem zirkulären Wirtschaftssystem unterstützt. Verabschiedet wird die Strategie voraussichtlich im Herbst 2024. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die ambitionierten Ziele teilweise weitreichende regulatorische Vorgaben zur Folge haben. Dazu passt, dass die in der Strategie skizzierten Maßnahmen häufig in bestehende Geschäftsmodelle eingreifen, sie zugleich eine hohe Bürokratiebelastung erzeugen und damit insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stark beeinträchtigen können. Deshalb ist umso wichtiger, dass die NKWS immerhin an vielen Stellen eine Beteiligung der Wirtschaft an der Umsetzung vorsieht.

Denn eine Chance ist das Konzept der Kreislaufwirtschaft für viele Unternehmen nur, wenn wichtige Bedingungen erfüllt sind. Dazu zählen vor allem eine nutzerorientierte Umsetzung, eine frühzeitige Einbindung der Betriebe, ein Ausbau der digitalen Infrastruktur und eine Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen.

Erwartungen an Europa

Damit die Circular Economy europaweit funktioniert, befürworten mehr als 60 Prozent der Unternehmen zudem gemeinsame Regeln für alle europäischen Mitgliedstaaten. Denn die Betriebe müssen grenzübergreifend Informationen digital entlang der Wertschöpfungskette austauschen können. Dies erfordert neben der digitalen Infrastruktur auch einheitliche Standards – drei von vier Unternehmen halten dies für grundlegend.

Bei der Ausgestaltung des neuen „Clean Industrial Deal“ – eine weitere zentrale Initiative des Green Deal – sollte die EU-Kommission die Chance nutzen, zusammen mit den Unternehmen eine stärker kreislauforientierte und widerstandsfähigere Wirtschaft zu entwickeln. Unter anderem ist ein neuer „Circular Economy Act“ geplant, der den Markt für Sekundärrohstoffe beleben soll. Richtig gemacht kann das helfen, dass die Betriebe ihre Ziele der nachhaltigen Entwicklung erreichen und von der Circular Economy profitieren.

(DIHK vom 08.08.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© vege/fotolia.com

26.02.2026

Mittelstand beklagt steigenden Konkurrenzdruck aus China

Der deutsche Mittelstand sorgt sich um seine internationale Konkurrenzfähigkeit. Eine Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel im September 2025 ergab: Mehr als 40 % aller im globalen Wettbewerb stehenden deutschen Mittelständler rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition in den kommenden drei Jahren – das sind gut doppelt so viele wie zweieinhalb Jahre zuvor. Nur 23 % gehen von einer Verbesserung

Mittelstand beklagt steigenden Konkurrenzdruck aus China
Meldung

©Maksim Kabakou/fotolia.com

25.02.2026

KfW Research erwartet 1,5 % Wachstum im Jahr 2026

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Schlussquartal 2025 leicht gewachsen, nachdem es im Vorquartal noch stagniert hatte. KfW Research betrachtet die Entwicklung als eine gute Ausgangsbasis für das laufende Jahr. Die volkswirtschaftliche Abteilung der KfW bleibt daher bei ihrer optimistischen Sicht auf die Wachstumschancen Deutschlands und geht für 2026 von einer Steigerung des BIP um

KfW Research erwartet 1,5 % Wachstum im Jahr 2026
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

24.02.2026

Startup-Stimmung 2026: Zwischen Zuversicht und Frust

Deutschlands Startups sind beim Blick auf die Lage des eigenen Unternehmens gespalten: Rund ein Drittel (35 %) berichtet von einer Verbesserung im vergangenen Jahr, fast ebenso viele (30 %) aber von einer Verschlechterung. Für weitere 35 % ist die Lage unverändert. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Jedes

Startup-Stimmung 2026: Zwischen Zuversicht und Frust
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)