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04.07.2018

DACH-Region entwickelt sich zum europäischen Immobilien-Mekka

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Robert Kneschke/fotolia.com

Dass der Immobilien-Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz floriert, ist nicht neu. Was aber neu ist, das sind die Ausmaße dieses Booms: So zeigt eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit dem Datendienstleister Preqin, dass zuletzt 27 Prozent aller Private Equity Immobilien-Transaktionen in Europa auf die DACH-Region entfielen.

Zum Vergleich: 2014 waren es gerade einmal 15 Prozent. Noch stärker stieg im gleichen Zeitraum das aggregierte Deal-Volumen: Während die Transaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz 2014 nur 13 Prozent des europäischen Gesamtmarkts ausmachten, kamen die drei Länder im vergangenen Jahr bereits auf 26 Prozent. „Immobilieninvestitionen werden für Private Equity Fonds immer wichtiger“, erklärt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland.

„Während sich vor zehn Jahren die meisten Private Equity Häuser noch auf Leveraged Buyouts konzentriert haben, verfolgen viele heute eine deutlich diversifiziertere und langfristigere Investitionsstrategie. Aufgrund ihrer Stabilität und ihres attraktiven Immobilienmarkts erfreut sich die DACH-Region dabei zunehmender Beliebtheit“.

DACH-Region kann inzwischen mit den großen Märkten mithalten

häufig mit der Schwäche anderer Regionen begründet. Da war zunächst die Wirtschaftskrise in Südeuropa, später das Brexit-Votum in Großbritannien, und immer hieß es: Als ‚Safe Haven‘ profitiert Deutschland von dieser Entwicklung“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Leiterin Real Estate bei PwC in Deutschland. Doch so richtig diese Argumentation ist – sie vernachlässigt einen entscheidenden Aspekt:

„Auch für sich genommen ist der deutsche Immobilienmarkt aufgrund hoher Durchschnittseinkommen und einer exzellenten Bausubstanz einer der attraktivsten Märkte der Welt. Insgesamt verstärkt sich der Eindruck, dass die DACH-Region mittlerweile mit den USA, Großbritannien und den großen asiatischen Märkten mithalten kann“.

Eines der Argumente, die für die DACH-Region sprechen, sind die immer noch auskömmlichen Renditen. So liegt die durchschnittliche Verzinsung eines hochwertigen deutschen Immobilienportfolios immer noch rund drei Prozentpunkte über der Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe. Zudem herrscht im DACH-Markt momentan eine ungeheure Dynamik: Während die Zahl der Private-Equity-Transaktionen in Europa zwischen 2012 und 2017 um durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr stieg, waren es in den drei deutschsprachigen Ländern 42 Prozent. Der Gesamtwert aller Deals stieg pro Jahr sogar um durchschnittlich 87 Prozent. Auch damit hängte die DACH-Region das gesamte Europa (37 Prozent) deutlich ab.

Auch die Investorenszene entwickelt sich rasant

Parallel zur wachsenden Bedeutung des Immobilienmarkts in der DACH-Region entwickelt sich momentan auch die Investorenszene in Deutschland, Österreich und Schweiz rasant. Kommt die PwC-Studie basierend auf Preqin-Zahlen für 2015 noch auf 403 institutionelle Immobilien-Investoren in den drei Ländern, so sind es aktuell schon 557, ein Anstieg um 38 Prozent in nicht einmal drei Jahren. Zugleich dürften auch deren „Assets under Management“ stetig zunehmen – unter anderem weil die private Säule in der Altersvorsorge immer wichtiger wird, was für steigende Nettozuflüsse in entsprechende Anlageformen spricht. Dabei ist das Ausgangsniveau ohnehin alles andere als bescheiden: Schon jetzt verwalten Pensionsfonds in den drei DACH-Ländern mehr als 1.000 Milliarden Euro.

Dabei wird sich der Fokus der DACH-Investoren in den kommenden Jahren sukzessive von den einheimischen Märkten wegbewegen. „Aus Gesprächen mit führenden deutschen Investmentmanagern wissen wir, dass sie ihr europäisches Exposure weiter diversifizieren wollen“, so PwC-Expertin Eickermann-Riepe. In welche Richtung die Entwicklung geht, erkennt man daran, dass deutschen Real-Estate-Investoren in den zwölf Monaten bis einschließlich Ende März immerhin schon sechs Milliarden Dollar in US-Immobilien investierten. Zum Vergleich: In der DACH-Region investierten die gleichen Investoren im vergangenen Jahr 16,4 Milliarden Euro. „Inwiefern sich dieser Trend tatsächlich weiter verstärkt hängt aber nicht zuletzt davon ab, ob die Kosten für die verpflichtende Absicherung von Währungsrisiken wieder sinken oder langfristig auf dem aktuell hohen Niveau verbleiben werden“, so Eickermann-Riepe.

(Pressemitteilung PwC vom 29.06.2018)


Redaktion

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