• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • DAX-Konzerne: Gewinne rückläufig, Dividenden auf Rekordniveau

07.04.2025

DAX-Konzerne: Gewinne rückläufig, Dividenden auf Rekordniveau

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und großer Risiken ist die rekordhohe Dividendenausschüttung der DAX-Konzerne eine sehr positive Nachricht.

Beitrag mit Bild

© Coloures-pic/fotolia.com

Die Dividendenausschüttungen der DAX-Konzerne liegen in diesem Jahr nur minimal – um 0,2 % – niedriger als im Vorjahr und damit auf dem zweithöchsten Wert aller Zeiten: Insgesamt 54,0 Milliarden Euro zahlen die 40 Unternehmen ihren Aktionären in diesem Jahr, nach 54,1 Milliarden Euro im Vorjahr. 14 der 40 DAX-Konzerne schütten so viel Geld an ihre Aktionäre aus wie nie zuvor – nur drei Unternehmen zahlen keine Dividende. Im Vorjahr gingen die Aktionäre noch bei vier Unternehmen leer aus.

Allianz an der Spitze des Rankings

Größter Dividendenzahler Deutschlands ist in diesem Jahr der Versicherungskonzern Allianz, der damit Mercedes-Benz an der Spitze des Rankings ablöst. Während die Allianz ihre Dividendenausschüttung um zehn % auf 5,9 Milliarden Euro erhöht, schrumpft die Dividendenzahlung bei Mercedes-Benz um 25 % auf 4,1 Milliarden Euro. Vor Mercedes-Benz liegt in diesem Jahr auch die Deutsche Telekom mit einer Ausschüttungssumme von 4,4 Milliarden Euro (plus 15 %).

Auf besonders hohe Zuwächse können sich in diesem Jahr auch die Aktionäre der Commerzbank (plus 81 %) und der Deutschen Bank (plus 48 %). Das sind Ergebnisse einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY. Die Angaben zu den Dividenden für das Geschäftsjahr 2024 gelten bei den meisten Unternehmen noch vorbehaltlich der Zustimmung der anstehenden Hauptversammlungen.

Gewinnentwicklung eher negativ

Während die Dividendenausschüttungen in Summe fast auf Rekordniveau liegen, war die Gewinnentwicklung im vergangenen Jahr eher negativ: Die für die Dividendenzahlung ausschlaggebenden Konzernergebnisse der DAX-Konzerne (Jahresüberschuss nach Steuern) sanken in Summe um 21 % auf 96 Milliarden Euro. Dieser Rückgang ist allerdings vor allem auf die nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen von 23,3 Milliarden Euro zurückzuführen, die die Holdinggesellschaft Porsche SE bei ihren Beteiligungen Volkwagen AG und Porsche AG vorgenommen hat. Ohne Berücksichtigung von Porsche SE lagen die Konzernergebnisse insgesamt nur 0,4 % niedriger als im Vorjahr.

Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland, betont: „Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und großer konjunktureller und politischer Risiken ist die fast rekordhohe Dividendenausschüttung der DAX-Konzerne eine sehr positive Nachricht. Etliche DAX-Unternehmen haben sehr gute Zahlen für 2024 vorgelegt und sind auf gutem Weg, auch 2025 zu einem Rekordjahr zu machen. Davon profitieren die Anleger.“ Allerdings weist Brorhilker auch auf die sehr heterogene Entwicklung innerhalb der Gruppe der DAX-Konzerne hin: „Einige Unternehmen kämpfen mit starkem Gegenwind und Gewinneinbrüchen. Wir sehen bei vielen Unternehmen einschneidende Sparmaßnahmen bis hin zum Stellenabbau. Entsprechend deutlich fällt bei einigen Unternehmen in diesem Jahr das Minus bei der Dividende aus.“ Insgesamt neun Unternehmen haben allerdings trotz eines Gewinnrückgangs ihre Dividende auf dem Niveau des Vorjahres gehalten oder sogar erhöht.

Automobilunternehmen mit sinkendem Gewinn und sinkender Dividende

Deutliche Einbußen hinnehmen müssen in diesem Jahr vor allem die Aktionäre der Autokonzerne: Die insgesamt ausgezahlte Dividendensumme aller sieben Unternehmen aus der Automobilindustrie sinkt in diesem Jahr um 21 % bzw. etwa vier Milliarden Euro. Der Konzerngewinn dieser Unternehmen brach allerdings auch um 72 % ein – allerdings vor allem aufgrund der nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung von 23,3 Milliarden Euro, die die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE bei ihren Beteiligungen Volkwagen AG und Porsche AG vorgenommen hat. Ohne Berücksichtigung von Porsche SE schrumpfte der Konzerngewinn der Automobilunternehmen „nur“ um 30 %.

Ausblick: Kein Anstieg der Dividenden erwartet

Brorhilker rechnet damit, dass die Dividendensumme im kommenden Jahr etwa auf dem aktuellen hohen Niveau liegen wird. „Einige DAX-Konzerne sind in sehr guter Verfassung und dürften auch zukünftig hohe Dividenden auszahlen. Allerdings befinden sich gleichzeitig viele führende Industrieunternehmen mitten in einer tiefgreifenden Transformation, verbunden mit Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen. Hinzu kommen die lahmende Konjunktur, die erheblichen geopolitischen Spannungen und das Risiko eines eskalierenden Handelskriegs. Da sind große Sprünge bei den Dividenden eher nicht zu erwarten. In Summe rechnen wir für das kommende Jahr mit einer Gesamtausschüttung auf dem aktuellen Niveau.“

(EY vom 03.04.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©alfaphoto/123rf.com

10.03.2026

Kapitalmangel treibt Startups ins Ausland

Fehlendes Kapital könnte viele Startups aus Deutschland vertreiben. Fast jedes zweite Startup (48 %) plant in diesem Jahr eine Kapitalaufnahme und will dabei im Schnitt 4 Millionen Euro einsammeln. Zugleich überlegt jedes vierte Startup (25 %), Deutschland wegen fehlenden Kapitals zu verlassen, nur 17 % empfinden das Venture-Capital-Angebot hierzulande als ausreichend. Das ist das Ergebnis einer Befragung von

Kapitalmangel treibt Startups ins Ausland
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

09.03.2026

Mehr Neugründungen größerer Betriebe

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 130.100 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 0,8 % auf

Mehr Neugründungen größerer Betriebe
Meldung

©andreypopov/123rf.com

05.03.2026

Mittelstand zeigt sich wieder innovationsfreudiger

Deutschlands Mittelstand zeigt sich wieder etwas innovationsfreudiger. Im Zeitraum zwischen 2022 und 2024 haben 41 % – oder 1,6 Millionen – der mittelständischen Unternehmen innerhalb der vorangegangenen drei Jahre mindestens eine Innovation getätigt. Das waren zwei Prozentpunkte mehr als zwischen 2021 bis 2023. Die Ausgaben der Unternehmen für Innovationen lagen 2024 bei 35,4 Milliarden Euro, das waren

Mittelstand zeigt sich wieder innovationsfreudiger
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)