07.12.2017

DAX-Konzerne setzen auf USA

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Die Hälfte der deutschen DAX-Industriekonzerne wächst wesentlich stärker in den USA als in Deutschland. Wie eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergab, erwirtschaften zwölf DAX-Industrieunternehmen einen größeren Umsatz in den Vereinigten Staaten als hierzulande.

Die Hälfte der deutschen DAX-Industriekonzerne wächst wesentlich stärker in den USA als in Deutschland. Wie eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergab, erwirtschaften zwölf DAX-Industrieunternehmen einen größeren Umsatz in den Vereinigten Staaten als hierzulande.

An führender Stelle steht dabei Fresenius, gefolgt von Deutsche Telekom und SAP mit einem US-Umsatzanteil von jeweils mehr als 30 Prozent. Untersucht wurden 24 der im DAX gelisteten Unternehmen (ohne Banken, Versicherungen, Deutsche Börse und Vonovia).

„Die Dimension unterstreicht die Bedeutung der freien Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA – verglichen beispielsweise zu China. Eine Beschränkung der US-Handelsbeziehungen hätte signifikante Folgen für die deutsche Industrie“, sagt Dr. Klaus-Peter Gushurst, Mitglied der Geschäftsführung von PwC Deutschland im Bereich Industries und Innovation

Lediglich die beiden DAX-Unternehmen BMW und Infineon erzielen einen höheren Umsatz in China als in den USA oder Deutschland.

Inlandsumsatz sinkt

Parallel dazu geht der Inlandsumsatz der untersuchten DAX-Schwergewichte weiter zurück: Im vergangenen Jahr wurden von den Konzernen insgesamt 241 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erzielt – 2013 waren dies noch 261 Milliarden Euro, was einem Rückgang von acht Prozent entspricht. Verglichen zum Auslandsumsatz sank der Anteil des Inlandsumsatzes 2016 auf 21 Prozent nach 24 Prozent drei Jahre zuvor.

Nicht nur der Handel mit den USA und China wird relevanter, die deutschen DAX-Industrieunternehmen stellen sich insgesamt immer internationaler auf: Die Mehrheit der untersuchten Konzerne erzielt mittlerweile mindestens 70 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Spitzenreiter ist Fresenius Medical Care mit einer Quote von 98 Prozent, gefolgt von Adidas (94 Prozent) sowie HeidelbergCement, Linde und Merck (je 93 Prozent).

Lediglich drei der untersuchten 24 DAX-Unternehmen erzielen höhere Umsätze in Deutschland als im Ausland. Dazu zählen ProSiebenSat1 mit 78 Prozent Inlandsumsatz sowie RWE und E.ON mit je 57 Prozent.

Automobilhersteller legen deutlich zu

„Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz dürfte auch in den kommenden Jahren noch weiter zulegen“, prognostizierte PwC-Geschäftsführer Gushurst. Absolut gesehen erwirtschafteten die DAX-Größen 2016 rund 901 Milliarden Euro im Ausland, was einem Plus von sieben Prozent zu den erzielten 845 Milliarden Euro im Jahr 2013 entspricht.

Betrachtet nach Branchen stammen drei der fünf umsatzstärksten DAX-Unternehmen aus der Automobilindustrie, wobei vor allem Daimler und BMW in dem Vergleichszeitraum deutliche Umsatzzuwächse erzielt haben. An führender Stelle steht Volkswagen mit einem Gesamtumsatz von rund 217,3 Milliarden Euro in 2016. Dennoch verfügen die Autohersteller weiter über einen geringeren Auslandumsatz als FMC, Adidas, HeidelbergCement, Linde und Merck.

Die Auswertung unterstreicht die Bedeutung von stabilen internationalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen für die deutschen DAX Unternehmen. Hierbei ist insbesondere die Pflege der transatlantischen Beziehungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor für anhaltenden und nachhaltigen Geschäftserfolg.

(Pressemitteilung PwC vom 07.12.2017)


Redaktion

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