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14.11.2019

Deutsche Unternehmen sind vergleichsweise schlecht auf Krisen vorbereitet

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© djvstock/fotolia.com

Sechs von zehn deutschen Unternehmen waren in den vergangenen fünf Jahren von einer Krise betroffen – und fast 100 Prozent gehen davon aus, dass sie in naher Zukunft (erneut) in eine Krisensituation schlittern könnten. Allerdings verfügen nur vier von zehn deutschen Firmen über einen Plan zur Krisenbewältigung und ein Krisenteam mit festgelegten Verantwortlichkeiten.

Zu diesen Ergebnissen kommt der „Global Crisis Survey 2019“, für den PwC 2.000 Unternehmen aus 43 Ländern befragt hat, darunter 100 deutsche Führungskräfte. Bei der Analyse handelt es sich um die weltweit umfangreichste Erhebung von Unternehmenskrisendaten.

Die häufigsten Krisen der vergangenen Jahre waren Unterbrechungen des Betriebs (27 Prozent), gefolgt von einem Ausfall der Technologie (25 Prozent). Jeder Vierte (23 Prozent) berichtete über Fehlverhalten bei der Mitarbeiterführung als Auslöser für die Krise, 21 Prozent über rechtliche oder regulatorische Vorfälle. Die Befragten sind sich dabei bewusst, dass niemand vor einer Krise sicher ist: Fast 100 Prozent der deutschen sowie 95 Prozent der globalen Führungskräfte gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in naher Zukunft (erneut) von einer Krise getroffen werden könnte.

Nur 40 Prozent haben einen Plan zur Krisenprävention

Viele Unternehmen sind sich jedoch noch nicht darüber im Klaren, wie wichtig ein Plan zur Krisenprävention ist. Nur 40 Prozent der Führungskräfte hierzulande bestätigen, dass ihr Unternehmen einen Krisennotfallplan implementiert hat. Weltweit sind es immerhin 52 Prozent. Und weniger als ein Drittel der bundesweit befragten Manager (32 Prozent) geben an, dass sie ihre Krisenreaktionsfähigkeit regelmäßig überprüfen und testen. Insofern verwundert es kaum, dass jeder Zweite (48 Prozent) berichtet, dass er sich von der letzten Krise überfordert gefühlt habe.

Dabei sei ein komplexer und überbordender Krisenplan, der jedes mögliche Szenario berücksichtigt, gar nicht nötig, so PwC-Expertin Claudia Nestler: „Der Krisenplan sollte variabel und wirklich umsetzbar sein. Dafür müssen Unternehmen zunächst das größte Risiko ins Auge fassen, das ihr Unternehmen oder ihre Branche treffen könnte.“

Krisenteam mit festen Verantwortlichkeiten ist die Ausnahme

Die Studie zeigt, wo die größten Schwachstellen im Umgang mit Krisen liegen: Sowohl bundes- als auch weltweit gab rund jeder vierte Befragte an, keine Verantwortlichkeiten zur Prävention und Bewältigung von Krisen auf Führungsebene festgelegt zu haben. 29 Prozent der deutschen Manager haben zwar eine verantwortliche Person benannt, jedoch keine festen Aufgaben für diese Rolle definiert.

Lediglich 39 Prozent der Befragten haben ein Kernteam, um auf eine Krise zu reagieren. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als 60 Prozent der deutschen Unternehmen haben kein festgelegtes Krisenteam oder verlassen sich lediglich auf eine informelle Übereinkunft, wer im Falle einer Krise zusammenkommt.

Nur jedes achte Unternehmen führt Ursachenanalysen durch

„Krisen gehören dazu. Nach einem kritischen Vorfall gilt es jedoch, die genauen Ursachen und die Qualität der Krisenbewältigung im Detail zu analysieren. Nur so lassen sich Schwachstellen identifizieren und beheben. Bleibt dieser Schritt aus, verpassen Unternehmen die Chance, gestärkt aus einer Krise hervorzugehen“, so Claudia Nestler.

Diese Erkenntnis hat sich in vielen deutschen Unternehmen jedoch noch nicht durchgesetzt: Nur 13 Prozent führten nach einer Krise eine Ursachenanalyse durch und nutzten die daraus gewonnenen Erkenntnisse, um ihren Notfallplan zu optimieren.

So gehen Unternehmen gestärkt aus Krisen hervor

Immerhin jedes dritte deutsche Unternehmen, das von einer Krise betroffen war, fühlte sich im Anschluss in einer besseren Ausgangsposition. Wie ist es dieser Gruppe gelungen, aus der Krise zu lernen? 61 Prozent der Befragten, die gestärkt aus einer Krise hervorgegangen sind, stellten ein Budget zur Krisenprävention bereit. 69 Prozent gaben an, dass sie nun einen Notfallplan haben, den sie in Krisensituationen umsetzen. Und 87 Prozent haben eine Ursachenanalyse des Vorfalls durchgeführt, wobei immerhin drei von vier Unternehmen die Erkenntnisse aus dieser Analyse auch umgesetzt und ihr Krisenmanagement entsprechend angepasst haben.

Ob es einem Unternehmen gelingt, eine Krise erfolgreich zu bewältigen, hängt aber auch davon ab, wie gut die Beteiligten als Team agieren und sich über ihre eigene Rolle im Klaren sind“, so Nestler.

84 Prozent der deutschen Unternehmen, die gestärkt aus einer Krise hervorgegangen sind, bestätigten, dass sie ihre Krise im Team gut gemeistert haben.

(Pressemitteilung PwC vom 11.11.2019)


Redaktion

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