• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Deutscher Buy-out-Markt schaltet 2022 einen Gang zurück

31.01.2023

Deutscher Buy-out-Markt schaltet 2022 einen Gang zurück

Der Buy-out-Markt im deutschen Mittelstand hat 2022 einen Gang zurückgeschaltet. Nach Rekordzahlen 2021 haben Finanzinvestoren im vergangenen Jahr deutlich weniger Geschäfte im deutschen Mittelstand gemacht. Finanzinvestoren haben insgesamt 43 Management-Buy-outs (MBOs) strukturiert, was ein Drittel weniger als im Vorjahr ist. Das Marktvolumen sank auf 4,1 Mrd. €, im Vergleich zu 6,6 Mrd. € im Jahr 2021. Das geht aus Zahlen der Deutschen Beteiligungs AG hervor. Die Mischung aus Ukrainekrieg, stark steigenden Energiekosten, Inflation und Zinssteigerungen haben den M&A-Markt deutlich belastet, kommentieren die Studienautoren die Marktentwicklung. Einige Entwicklungen haben sich gegenüber 2021 fortgesetzt: Primaries, also Transaktionen, die nicht unter Finanzinvestoren stattfinden, nehmen einen hohen Anteil ein. Dies ist laut DBAG ein Anzeichen dafür, wie gesund der deutsche MBO-Markt ist. In anderen entwickelten Märkten dominieren Secondaries. Und: Die Sektoren IT-Services und Software haben ihren hohen Stellenwert bei Mittelstands-MBOs noch weiter verstärkt.

Beitrag mit Bild

© designer491/fotolia.com

Buy-out-Markt im deutschen Mittelstand mit hohem Primary-Anteil weiterhin sehr attraktiv

Mit 43 Transaktionen strukturierten Finanzinvestoren im vergangenen Jahr 19 MBOs weniger im deutschen Mittelstand als 2021. Dieses Niveau liegt immer noch über dem Zehnjahresdurchschnitt von 39 MBOs und über dem Wert aus dem Covid-Jahr 2020 von 34 MBOs. In 27 der 43 Transaktionen veräußerten Gründer oder Familien ihre Unternehmen an einen Finanzinvestor. Oft war damit auch die Nachfolge durch ein neues Management in der Unternehmensleitung verbunden. Im Vorjahr hatten Transaktionen von Familien und Gründern als Verkäufer bereits mehr als die Hälfte aller Transaktionen ausgemacht. Ein Buy-out geht darauf zurück, dass ein Konzern Randgeschäfte an einen Finanzinvestor veräußert hat. Die verbleibenden 15 MBOs waren Transaktionen zwischen Finanzinvestoren. Langfristig wächst der Buy-out-Markt im deutschen Mittelstand mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 7% (CAGR 2013-2022).

In der Auswertung werden ausschließlich Transaktionen berücksichtigt, bei denen Finanzinvestoren Unternehmen mehrheitlich unter Beteiligung des Managements erworben haben und die einen Transaktionswert für das finanzschuldenfreie Unternehmen (Unternehmenswert) von 50 bis 250 Mio. € aufweisen. Grundlage sind öffentlich zugängliche Quellen sowie Schätzungen und Recherchen der DBAG in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin Finance.

IT-Services und Software-Branche legt stark zu

Die IT-Services und Software-Branche hat unter den Finanzinvestoren im deutschen Mittelstand weiter an Beliebtheit gewonnen. Im Jahr 2022 fanden 16 Transaktionen in diesem Sektor statt, mehr als ein Drittel sämtlicher MBOs in diesem Jahr und deutlich über dem Zehnjahresdurchschnittswert von 17%.

Talsohle bereits durchschritten?

Der Rückgang im Buy-out-Markt im deutschen Mittelstand könnte allerdings seine Talsohle bereits durchschritten haben. So haben die im DBAG-internen CRM-System erfassten Beteiligungsmöglichkeiten im Zeitraum Oktober bis Dezember 2022 gegenüber dem Zeitraum Juli bis September 2022 leicht zugenommen auf insgesamt 51 Beteiligungsmöglichkeiten; im Zeitraum Juli bis September 2022 waren es noch 44 Beteiligungsmöglichkeiten gewesen. Laut der Studienautoren zeichnet sich hier eine leichte Erholung ab. Sie sind davon überzeugt, dass die Dynamik im Buy-out-Markt 2023 wieder zunehmen wird.

Weiterhin hohe Wettbewerbsintensität in einem strukturell wachsenden Markt

Die Transaktionen verteilten sich auch 2022 auf eine große Anzahl von Finanzinvestoren. Die Wettbewerbsintensität bleibt weiterhin hoch und unterstreicht die Attraktivität von MBOs im deutschen Mittelstand, bewerten die Studienautoren das Wettbewerbsumfeld. An den 43 Transaktionen des vergangenen Jahres waren 30 Private-Equity-Gesellschaften beteiligt.

(Pressemitteilung Deutsche Beteiligungs AG vom 26.01.2023)


Weitere Meldungen


Meldung

© Denis Junker / fotolia.com

04.06.2026

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck

Späte Zahlungen und steigende Forderungsausfälle setzen deutsche Unternehmen unter Druck. Die schwache Konjunktur verschärft die Situation – mit direkten Folgen für Liquidität und Lieferketten. Das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer für Deutschland zeichnet ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Lage. „Während sich die Kreditbedingungen der Banken in ganz Westeuropa verschärfen, ist der Druck auf deutsche Unternehmen aufgrund ihrer starken

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck
Meldung

© Olivier Le Moal/fotolia.com

03.06.2026

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking

Das weltweite Angebot an Stablecoins dürfte sich bis 2030 auf das Fünf- bis Zwölffache erhöhen. Digitale Bargeldinstrumente sind dabei, die Architektur des Zahlungsverkehrs grundlegend zu verändern – für Banken wird es damit zur dringenden strategischen Priorität, ihre Rolle in diesem Ökosystem neu zu definieren. Das hat die Studie „From Hype to Hard Value: Stablecoin and

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking
Meldung

pitinan/123.rf.com

02.06.2026

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst

Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Das Vertrauen in Maschinen wächst dagegen: 39 % der Menschen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz, um ihre Finanzplanung zu optimieren. Das zeigt der aktuelle „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Finanzen“ von EY, für den weltweit rund 18.000 Menschen in 23 Ländern befragt wurden, darunter 1.000 in Deutschland. Damit

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)