22.06.2017

Digitalisierung ist immer häufiger Chefsache

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Unternehmen übergeben die Verantwortung für die digitale Transformation immer häufiger an einen Manager: Der globale Anteil der Unternehmen mit einem Chief Digital Officer (CDO) verdreifachte sich zwischen 2015 und 2016 von 6% auf 19%. Die weltweit höchste CDO-Dichte verzeichnet weiterhin Europa.

Unternehmen übergeben die Verantwortung für die digitale Transformation immer häufiger an einen Manager: Der globale Anteil der Unternehmen mit einem Chief Digital Officer (CDO) verdreifachte sich zwischen 2015 und 2016 von 6% auf 19%. Die weltweit höchste CDO-Dichte verzeichnet weiterhin Europa. Dort stieg der Anteil der Unternehmen mit CDO im Vergleich zu 2015 von 13% auf 34% um mehr als das Doppelte, so die „2016 Chief Digital Officer“-Studie von Strategy&, PwCs Strategieberatungsteam.

Für die Studie untersuchte das Beratungsunternehmen die 2.500 größten börsennotierten Unternehmen weltweit. In Nordamerika kletterte der CDO-Anteil auf 23%, 13% der süd- bzw. lateinamerikanischen Unternehmen haben einen CDO und nur 7% der Unternehmen aus dem Asien-Pazifik-Raum vertrauen die Digitalisierungsverantwortung einem speziellen Manager an. Innerhalb von Europa liegt Frankreich mit einer CDO-Quote von 62% klar an der Spitze, gefolgt von Deutschland (39%), Großbritannien (35%), Spanien (33%) und der Schweiz (33%).

19% der 2.500 größten börsennotierten Unternehmen weltweit mit Chief Digital Officer

60% der CDOs wurden in den Jahren 2015 und 2016 eingestellt. Der massive Anstieg ebenso wie die Rekrutierungsbemühungen weltweit verdeutliche die Professionalisierung der Digitalisierung in den Unternehmen, so die Autoren der Studie. Die Zeit der Pilotprojekte und Digital-Experimente in einzelnen Geschäftsbereichen scheint vorbei zu sein und in den Vorstandsetagen kümmere man sich nun auch um die nötige Führungskompetenz, um eine kohärente Digital-Strategie aufzusetzen.

Versicherungen, Medien- und Kommunikationsbranche sowie Banken setzen auf CDO-Kompetenz

Besonders in der Versicherungsbranche (35%), im Medien- bzw. Kommunikationsbereich (28%) und bei Banken (27%) ist der CDO-Anteil weltweit am höchsten. „Während es den konsumentenorientierten Branchen wie der Unterhaltungsindustrie darum geht, Customer Experience und Konnektivität zu verbessern, arbeiten Versicherer und Banken darüber hinaus auch daran, ihre internen Abläufe komplett zu digitalisieren“, so Acker. Grundsätzlich gilt, dass Unternehmen mit größerem Börsenwert auch eher einen CDO beschäftigen. So verfügten 33% der Unternehmen mit einem Börsenwert über 18 Mrd. US-USD über einen CDO, bei einem Börsenwert von 8,7 bis 18 Mrd. US-USD war dies nur noch bei 18% der Fall.

Unternehmen setzen verstärkt auf technischen Background

40% der globalen CDOs sind in ihrem jeweiligen Unternehmen im Vorstand angesiedelt, 19% auf der Stufe eines Vice Presidents und 17% auf Direktorenebene. Die deutschen CDOs sind mit 46% geringfügig häufiger Vorstandmitglied als im globalen Schnitt. Mit Blick auf die vorherigen Karrierestationen wird deutlich, dass Unternehmen verstärkt auf einen technischen Background setzen. Während 2015 nur 14% der weltweiten CDOs aus einem technischen Umfeld kamen, waren es 2016 mit 32% mehr als doppelt so viele. 39% der CDOs arbeiteten vorher in den Bereichen Marketing, Sales bzw. Kundenservice und 21% haben einen Consulting-Hintergrund. Unter den deutschen CDOs dominiert dagegen nach wie vor der Marketing-Background (46%) vor einer früheren Karriere im Consulting (27%) oder im Technologiebereich (15%). Für kundenzentrierte Digitalisierungsmaßnahmen seien CDOs aus dem Marketing oft gut geeignet, doch wenn Unternehmen eine umfassendere Transformation anstreben, brauchen sie Top-Manager mit tiefgreifendem technischen Verständnis und Beratungskompetenz. Besonders dann, wenn Unternehmen bereits eine gewisse digitale Reife erlangt haben und der CDO damit betraut wird, die bestehenden IT-Strukturen mit neuen digitalen Applikationen in Einklang zu bringen, so die Studienautoren. Die gestiegenen Anforderungen wird den Kampf um die besten Köpfe weiter verstärken. Die in der „2016 Chief Digital Officer“-Studie erfassten CDOs wurden zu 52% unternehmensintern rekrutiert, 46% kamen von außen. 16% der weltweiten CDOs sind Frauen, in Deutschland beträgt ihr Anteil 12%.

Weitere Informationen zur „Chief Digital Officer“-Studie finden Sie hier.

(Pressemitteilung Strategy& vom 21.06.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Startup on Display of Vending Machine.
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

28.09.2022

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an

Der Bestand an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland hat sich wieder erholt. Nach dem coronabedingten Knick im Jahr 2020 stieg die Zahl der Start-ups 2021 auf 61.000 an. Im Corona-Jahr 2020 war ihre Zahl auf 47.000 gesunken. Der Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die wiederbelebte Gründungstätigkeit zurückzuführen. Durch diesen Basiseffekt ist auch die Zahl der Start-up-Gründungen gestiegen. Zugleich hat sich die Struktur der Gründungstätigkeit verändert: Es gründeten deutlich mehr Jüngere („U30“), was sich ebenfalls positiv auf die Zahl der Start-ups auswirkt, da die Projekte jüngerer Gründerinnen und Gründer häufiger Start-up-Merkmale aufweisen.

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an
Finanzen, Krise, Verknappung
Meldung

© djvstock/fotolia.com

27.09.2022

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet

Pandemie, Ukrainekrieg, Versorgungsengpässe, Inflation – Unternehmen sehen sich parallel mit diversen Krisen konfrontiert. Zudem müssen Firmen ihre Digitalisierung vorantreiben und den gestiegenen ESG-Anforderungen nachkommen. Diese vielfältigen Herausforderungen spiegeln sich auch in der aktuellen „Restrukturierungsstudie 2022“ von Roland Berger wider: 92% der befragten Experten und Expertinnen erwarten eine Zunahme der Restrukturierungsfälle. Mehr als die Hälfte sieht die Unternehmen nur bedingt oder gar nicht auf exogene Schocks vorbereitet.

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet
Working Capital Management
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

27.09.2022

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht

Die Automobilindustrie war in den vergangenen Jahren mit gleich mehreren großen Herausforderungen konfrontiert: Lockdowns infolge neuer Corona-Wellen, unterbrochene Lieferketten, starke Nachfrageschwankungen sowie ein Mangel an wichtigen Materialien und Bauteilen – Stichwort Chipkrise – setzten der Branche zu. Trotz dieser widrigen Umstände ist es den Unternehmen gelungen, ihre Umsätze zwischen 2017 und 2021 um 9% zu steigern und die Kapitalbindungsdauer um einen Tag zu verringern. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Herstellern und Zulieferern: Während die Original Equipment Manufacturer die Kapitalbindungsdauer seit 2017 von 19 auf 14 Tage drücken konnten, ist diese Kennzahl bei den Zulieferern in den vergangenen fünf Jahren auf 56 Tage gestiegen (plus sechs Tage).

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank