05.01.2021

Erneuter Lockdown: Unternehmen in Existenznot

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Der Corona-Lockdown kostet jede Woche 3,5 bis 5 Mrd. Euro – und das auch nur, wenn die Industrie den Stillstand weitestgehend glimpflich übersteht. Dies hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) errechnet. Viele kleine Unternehmer kämpfen derweil um ihre Existenz, so das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Die Krise geht weiter: Bund und Länder diskutieren heute, ob der Lockdown verlängert wird. Als wahrscheinlich gilt, dass Restaurants, Einzelhändler und Friseure ihre Läden bis Ende des Monats nicht öffnen dürfen. Die Folgen sind längst deutlich sichtbar: Unternehmen leben zunehmend von der Substanz und – in geringem Maße – von staatlicher Unterstützung. Die Überbrückungshilfen sollten eigentlich dazu beitragen, die nächsten Wochen zu bestehen, allerdings sind nach wie vor die Zugangshürden zu hoch, stellt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln fest. Im gesamten Jahr 2020 sind an den Einzelhandel 91 Mio. Euro Hilfen ausgezahlt worden, gleichzeitig hat der Lockdown einen Umsatzverlust von 36 Mrd. Euro verursacht, davon Fixkosten in Höhe von 18 bis 20 Mrd. Euro. Entsprechend stelle sich für viele Unternehmer im Januar die Existenzfrage. Ebenso dramatisch sei die Lage in Branchen, in denen völlig unklar ist, wann wieder Normalität möglich ist, so wie bei Gastronomen, Veranstaltern oder Kulturschaffenden.

Langfristige Schäden noch unklar

Die Industrie dagegen könnte diesen Lockdown im Vergleich zum Frühjahr 2020 besser überstehen, erklärt das IW. Dafür müssen Grenzen offen bleiben, Wertschöpfungsketten und die Weltwirtschaft müssen die Gelegenheit bekommen, sich zu stabilisieren. Wenn dies gelinge, kostet jede Lockdown-Woche rund 3,5 bis 5 Mrd. Euro, je nachdem, wie schnell sich die betroffenen Branchen nach Lockdown-Ende wieder stabilisieren und Fahrt aufnehmen. Unklar sei indes noch, welche langfristigen Schäden der Lockdown verursachen wird und wie viele Unternehmer Insolvenz anmelden müssen, so das IW.

Möglichst Tag und Nacht impfen

Gleichzeitig muss die medizinische Situation so weit unter Kontrolle bleiben, dass Triage-Entscheidungen vermieden werden, fordert das Wirtschaftsforschungsinstitut. Das Impfen müsse so schnell wie möglich vorangehen, um eine weitere Lockdown-Verlängerung über den Januar hinaus zu vermeiden. Sinnvoll wäre es, wenn Menschen in Alters- und Pflegeheimen und Über-70-Jährige deutlich schneller geimpft würden, beispielsweise auch am Wochenende, auch in der Nacht. Sind die Risikogruppen geimpft, dann gibt es keine Rechtfertigung mehr für einen flächendeckenden Lockdown, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

(Pressemitteilung Institut der deutschen Wirtschaft Köln vom 05.01.2021)


Redaktion

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