• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Globalisierung nicht auf dem Rückzug – aber vor Veränderungen

22.11.2022

Globalisierung nicht auf dem Rückzug – aber vor Veränderungen

Die Globalisierung ist nicht auf dem Rückzug, sie verändert sich. Der globale Warenverkehr verbleibt auf einem hohen Niveau, nachdem er 30 Jahre rapide zugenommen und 2021 trotz Pandemie ein Rekordhoch erreicht hat. Auch für 2022 erwartet die Welthandelsorganisation (WTO) ein weiteres leichtes Wachstum. Allerdings treiben zunehmend Wissens- und Know-how-Ströme die globale Vernetzung weiter voran – die Globalisierung schreitet nun durch Daten, geistiges Eigentum, Dienstleistungen und Talente fort. Der weltweite Austausch in diesen Kategorien wuchs etwa doppelt so schnell wie der Welthandel mit Gütern in den Jahren 2010-2019. Die Datenströme stiegen jährlich um fast 50%. Und: Die meisten Ströme haben sich angesichts der jüngsten Störungen – in Lieferketten oder in der Handelspolitik – als stabil erwiesen. Dies geht aus der Studie „Global flows: The ties that bind in an interconnected world“ des McKinsey Global Institute hervor.

Beitrag mit Bild

©JulienEichinger/fotolia.com

Die Forschung basiert auf einer umfassenden Bewertung des Handels (30 globale Wertschöpfungsketten, die Ressourcen, Fertigwaren und Dienstleistungen beinhalten), des Kapital-, Personen- und immateriellen Handels sowie einer Analyse von rund 6.000 global gehandelten Produkten.

Keine Weltregion autark – aber einige Güter regional konzentriert

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Keine Weltregion ist autark – und alle Regionen sind voneinander abhängig. Mehr als die Hälfte des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen überschreitet Kontinente. Zudem importiert jede Weltregion mehr als 25% mindestens einer wichtigen Ressource oder eines hergestellten Gutes – oft noch mehr. Europa mit seiner starken industriellen Basis importiert mehr als 50% seiner Energieressourcen – und versucht diese Abhängigkeit nach Russlands Invasion der Ukraine zu reduzieren. Europa ist hingegen ein Exporteur von pharmazeutischen Produkten – aber gleichzeitig auf Vorprodukte angewiesen, die es aus dem Asien-Pazifik-Raum erhält. Diese Wertschöpfungsketten verlassen sich auf Hunderte Millionen Arbeitskräfte quer über den Globus. Indirekt arbeiten weltweit beispielsweise rund 50 Mio. Menschen dafür, Kunden auf dem europäischen Kontinent zu versorgen.

Konzentration vor allem bei Elektronikprodukten und Rohstoffen

Produkte, die nur an wenigen Orten ihren Ursprung haben, gibt es der Analyse zufolge in jeder Region und in jedem Wirtschaftssektor – vor allem in der Elektronik und bei Rohstoffen. Der weltweite Handel mit Halbleitern macht nur rund 10% des gesamten Welthandels aus – aber Produkte, die auf Halbleiter angewiesen sind, stehen für 65% aller weltweiten Exporte. Länder und Unternehmen werden sich dieser Abhängigkeit nun stärker bewusst – allerdings zeigt die MGI-Analyse auch, dass solche Abhängigkeiten in Zukunft weiter bestehen werden.

Multinationale Unternehmen stehen für zwei Drittel der weltweiten Exporte

Multinationale Unternehmen spielen eine zentrale Rolle in der globalen Vernetzung und in der Ausgestaltung der Globalisierung: Sie stehen für zwei Drittel der weltweiten Exporte und sind bei einer abrupten Veränderung von Warenströmen überproportional betroffen. Für sie gilt es, Wachstumschancen weiterhin nutzen, aber gleichzeitig resilienter zu werden, indem sie beispielsweise eine größere Transparenz über ihre Lieferketten herstellen und ihre Lieferanten diversifizieren, so der Rat der Studienautoren.

Die Studie „Global Flows“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung McKinsey&Company vom 16.11.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

18.08.2026

DAX-Rekordzahlen verdecken strukturelle Schwächen

Die DAX-Konzerne haben im zweiten Quartal 2026 so viel verdient wie nie zuvor in einem zweiten Quartal. Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY stieg der kumulierte operative Gewinn (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16% auf 52,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz legte um 4,6% auf rund 463 Milliarden Euro zu. Hinter den Rekordwerten steckt

DAX-Rekordzahlen verdecken strukturelle Schwächen
Meldung

© Sondem / fotolia.com

17.08.2026

Hohe Wertschöpfung durch ausländische Investitionen

Etwa zehn Prozent aller ausländischen Investitionen für Neuansiedelungen auf der grünen Wiese oder Unternehmenserweiterungen kommen über die Germany Trade and Invest (GTAI) – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH nach Deutschland. Die Investitionen würden von der GTAI geprüft und an das jeweilige Bundesland abgegeben, heißt es in der Antwort der Bundesregierung (21/7491) auf eine Kleine

Hohe Wertschöpfung durch ausländische Investitionen
Meldung

© bakhtiarzein/fotolia.com

13.08.2026

Bevölkerung sieht Mehrwert in Open Finance

Die Open-Finance-Pläne der EU treffen in der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo: Zwar kennt bereits ein Drittel der Europäerinnen und Europäer das Konzept – ein überraschend hoher Anteil. Doch während knapp ein Drittel der Bevölkerung darin bereits klare Chancen für die eigene Finanzplanung sieht, überwiegen bei der Mehrheit noch Skepsis und Datenschutzbedenken. Unabhängig davon, wann

Bevölkerung sieht Mehrwert in Open Finance
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)