22.09.2017

Jede vierte Bank kämpft ums Überleben

Beitrag mit Bild

© Erwin Wodicka /fotolia.com

Kapitalerhöhungen, Teilverkäufe, Abbau von Risiken und Personal: Die europäischen Banken haben in den vergangenen zehn Jahren viele Register gezogen, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Doch nur 38 Prozent der größeren Institute in Europa stehen gut da. Dagegen ist der Zustand von mehr als einem Viertel äußerst besorgniserregend.

Das zeigt die Studie „Battle of the Banks: The Fight for Profitable Business Models in Europe” der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 111 Kreditinstitute analysiert wurden.

„Die Krise der europäischen Banken ist längst noch nicht ausgestanden“, erklärt Dr. Dirk Vater, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er warnt jedoch davor, die Sorgenkinder der Branche vorschnell abzuschreiben: „Unsere Analyse zeigt, dass Banken mit einer klaren Strategie und mutigen Entscheidungen innerhalb von drei bis fünf Jahren gesunden können.“

Profitabilität deutscher Banken zu gering

Der bereits zum vierten Mal durchgeführte Gesundheitscheck von Bain ordnet die Banken in einem Scoring-Modell vier Kategorien zu: entlang der beiden Achsen Profitabilität und Effizienz sowie Bilanz und Finanzierung. Genutzt werden dazu sowohl die Abschlüsse der Institute selbst als auch Daten von Anbietern wie SNL Financial und Moody’s. Folgende Ergebnisse sind in den einzelnen Kategorien zutage getreten:

  • Gewinner: Immerhin 38 Prozent der Banken befinden sich in einer komfortablen Position, darunter vor allem Institute aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien. Bei nahezu allen Kennzahlen lassen sie den Wettbewerb hinter sich.
  • Schwächen im Geschäftsmodell: Rund 17 Prozent haben zwar ihre Bilanz weitgehend in Ordnung gebracht, leiden aber noch unter Schwächen im Geschäftsmodell. Zu dieser Gruppe zählen fast alle an der Studie beteiligten deutschen Institute. Ihre Profitabilität und Effizienz bewegen sich auf dem niedrigen Niveau der griechischen Wettbewerber.
  • Schwächen in der Bilanz: Ebenfalls 17 Prozent hinken bei den Bilanzkennzahlen hinterher, vor vier Jahren waren es noch 21 Prozent. Solche Schwächen machen Banken verwundbar und sie nähern sich der Kategorie „Sorgenkinder“ an.
  • Sorgenkinder: Die Zahl der Banken in kritischem Zustand ist seit 2013 um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent gestiegen. Hier finden sich vor allem Institute aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Sämtliche gescheiterte Banken in den vergangenen zehn Jahren sowie zahlreiche Beteiligte an Zusammenschlüssen, dazu zählen die spanischen Sparkassen, waren zuvor in dieser Kategorie angesiedelt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Bain & Company vom 20.09.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Denis Junker / fotolia.com

04.06.2026

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck

Späte Zahlungen und steigende Forderungsausfälle setzen deutsche Unternehmen unter Druck. Die schwache Konjunktur verschärft die Situation – mit direkten Folgen für Liquidität und Lieferketten. Das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer für Deutschland zeichnet ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Lage. „Während sich die Kreditbedingungen der Banken in ganz Westeuropa verschärfen, ist der Druck auf deutsche Unternehmen aufgrund ihrer starken

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck
Meldung

© Olivier Le Moal/fotolia.com

03.06.2026

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking

Das weltweite Angebot an Stablecoins dürfte sich bis 2030 auf das Fünf- bis Zwölffache erhöhen. Digitale Bargeldinstrumente sind dabei, die Architektur des Zahlungsverkehrs grundlegend zu verändern – für Banken wird es damit zur dringenden strategischen Priorität, ihre Rolle in diesem Ökosystem neu zu definieren. Das hat die Studie „From Hype to Hard Value: Stablecoin and

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking
Meldung

pitinan/123.rf.com

02.06.2026

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst

Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Das Vertrauen in Maschinen wächst dagegen: 39 % der Menschen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz, um ihre Finanzplanung zu optimieren. Das zeigt der aktuelle „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Finanzen“ von EY, für den weltweit rund 18.000 Menschen in 23 Ländern befragt wurden, darunter 1.000 in Deutschland. Damit

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)