• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Jeder vierte Finanzvorstand sieht Nachhaltigkeitsziele 2023 als unerfüllbar an

16.05.2023

Jeder vierte Finanzvorstand sieht Nachhaltigkeitsziele 2023 als unerfüllbar an

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen geht eine deutliche Mehrheit der Finanzvorstände großer Unternehmen von einer positiven Geschäftsentwicklung in 2023 aus, wie die aktuelle CFO-Studie der Managementberatung Horváth zeigt.

Beitrag mit Bild

©stockwerkfotodesign/123rf.com

Langsam dämmert es den Verantwortlichen, dass organisches Wachstum und langfristige Wertschöpfung – die strategischen Topziele der Unternehmen – immer mehr von einer guten Performance im Bereich Nachhaltigkeit abhängt. Mit 88 % wird nachhaltiges Wirtschaften als bedeutendste Herausforderung für das Jahr 2023 und darüber hinaus genannt, noch vor Fachkräftemangel und Cyber-Risiken (jeweils 83 %). Doch ausgerechnet in diesem erfolgskritischen Thema steht der Fortschritt aus organisatorischen Gründen auf der Kippe.

Fehlende Ressourcen torpedieren die Pläne für ,sustainable finance’

Zwei Drittel der CFOs geben an, dass ihre Abteilung an Personalmangel leider. Ebenso viele sehen eine hohe Arbeitsbelastung sowie ein enormes Stresslevel bei den Mitarbeitenden. Kaum weniger (59 %) sind auch mit Blick auf die nächsten Monate pessimistisch, Kapazitätsprobleme in ihrer Abteilung lösen zu können. 83 % gehen insgesamt von einer Verschärfung des Problems aus, nicht ohne negative Folgen für die Unternehmen. Weil weniger Personal für das Tagesgeschäft zur Verfügung steht, drohen komplexere Sonderprojekte und -Aufgaben hintenüberzufallen. So glaubt ein Viertel der Finanzvorstände schon nicht (mehr) daran, die komplexen Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen zu erreichen. Nur 10 % traut sich dieses Vorhaben zu. Ebenfalls ein Viertel sieht sich aktuell schlichtweg außerstande, Nachhaltigkeit überhaupt in die Unternehmenssteuerung zu integrieren.

Drei mögliche Transformationsansätze – doch ein Patentrezept fehlt

Transformationen zielen auf Unternehmenswachstum und Wertschöpfung. Schon heute ist, wie die CFO-Studie zeigt, jede zehnte Stelle für Change Prozesse gebunden – Bedarf steigend. Finanzabteilungen stehen beim Umbau ihrer Abteilungen beziehungsweise der Unternehmen vor einem Kraftakt – egal für welchen Ansatz sie sich entscheiden. Der beliebteste Ansatz ist der ganzheitliche „Evolutionsansatz“ (37 %), der ausgehend von der aktuellen Situation Prozesse, Organisationen, IT und Mitarbeitende einbezieht und die Transformation in kleineren Schritten umsetzt. An zweiter Stelle folgt der „Use Case-Focus“ (29 %), bei dem digitale Verbesserungsideen (bspw. in der Prozessdurchführung oder Datennutzung) in den Mittelpunkt gestellt und nacheinander umgesetzt werden. Das „revolutionäre Vorgehen“ (27 %) hingegen sieht vor, ganzheitlich aus einem visionären Zielbild alle erforderlichen Transformationsinitiativen abzuleiten. Die seltenste angewendete Methode („technology driven“) priorisiert lediglich die Weiterentwicklung der IT-Landschaft und Datenmodelle. Nur sieben % der CFOs priorisieren diesen streng auf die Systeme und Technologie fokussierten Ansatz.

„Den einen richtigen Weg der Transformation gibt es nicht“, sagt Achim Wenning, Studienleiter und Partner bei Horváth und rät: „Es ist daher wichtig, individuell für die jeweilige Organisation den passenden Fahrplan zu entwickeln. Allerdings bevorzugen die meisten CFOs in allen Fällen schnelle und pragmatische Lösungen, um parallel mehrere Initiativen gleichzeitig treiben zu können.“

(Horváth vom 15.05.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© bakhtiarzein/fotolia.com

29.01.2026

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten

Was lange als Thema klassischer Industrien galt, erreicht nun die Fintech-Szene: ESG-Anforderungen aus CSRD, Investorenlogiken und strenger Governance. Prof. Dr. Oliver Roll, Managing Partner bei Prof. Roll & Pastuch und Professor an der Hochschule Osnabrück, und Dr. Johann Thieme, Senior Director Financial Services, diagnostizieren einen klaren Paradigmenwechsel. Nachhaltigkeit wird vom „Nice-to-have“ zum Bewertungsmaßstab und zum

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten
Meldung

©pitinan/123rf.com

29.01.2026

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation

Für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft müssen private Unternehmen bis 2045 hohe Milliardensummen investieren. Doch in einer Studie warnen Wissenschaftler am Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Die Finanzierung droht an den Eigenkapitalgrenzen der Banken zu scheitern. 867 Milliarden Euro Eigenkapital benötigt Um die zusätzliche Kreditnachfrage für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft abzusichern, müssten europäische Kreditinstitute

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation
Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

27.01.2026

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 % bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)