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07.03.2024

Jedes zehnte europäische Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten

Eine neue Analyse zeigt, dass der Anteil der Unternehmen in Schwierigkeiten in Europa von 8,6 % im Jahr 2022 auf 9,8 % im Jahr 2023 gestiegen ist – der höchste Stand seit der Pandemie im Jahr 2020.

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Der halbjährlich erscheinende Alvarez & Marsal Distress Alert (ADA) des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal (A&M) zeichnet ein besorgniserregendes Bild der europäischen Unternehmenslandschaft. Die Analyse zeigt, dass die finanzielle Notlage von Unternehmen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen ist: Fast jedes zehnte Unternehmen (9,8%) befindet sich in Schwierigkeiten, ein Anstieg von 10% seit 2021.

Der ADA verdeutlicht zudem einen Anstieg der Unternehmen mit schwacher Leistung um 20% im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursachen dafür sind die Auswirkungen der Inflation, die zu höheren Löhnen und Energiekosten führt, sowie die nachlassende Verbrauchernachfrage.

Deutschland mit höchstem Anstieg an finanziellen Notlagen

Mit einem Anstieg auf 15% verzeichnet Deutschland den höchsten Anstieg an finanziellen Notlagen in Europa. Im Vergleich zum Vorjahr (9%) spiegelt dies das herausfordernde Geschäftsumfeld wider, da Deutschland als einziges Land in Europa eine Rezession erlebt.

In den vergangenen 12 Monaten waren verbrauchernahe Unternehmen in Europa am stärksten von finanziellen Notlagen betroffen. Besonders stark belastet sind der Konsumgüter-, Einzelhandels- und Mediensektor. In der Medien- und Unterhaltungsbranche sind 16,3% der Unternehmen in Schwierigkeiten, gegenüber 13,3% im Vorjahr. Längerfristige Trends wie rückläufige Werbeeinnahmen und die Dezentralisierung der Inhaltserstellung auf Social-Media-Plattformen in Verbindung mit einer sinkenden Verbrauchernachfrage haben den Druck auf die Leistung erhöht.

Auch die Performance und die Bilanzen der Modeunternehmen haben sich im Jahr 2023 verschlechtert: 16,1% der Unternehmen sind jetzt in Schwierigkeiten, gegenüber 13,5% im Jahr 2022. Steigende Betriebskosten, wie steigende Löhne und Energiekosten sowie ein Rückgang der Ermessensausgaben haben den Sektor hart getroffen.

Anteil der Unternehmen in Schwierigkeiten gestiegen

Der A&M Distress Alert bewertet die Leistungsfähigkeit und Robustheit der Bilanzen europäischer Unternehmen mit dem Ziel, diejenigen zu identifizieren, die sich in einer finanziellen Notlage befinden oder in naher Zukunft in eine solche geraten könnten. Die neue Analyse zeigt, dass der Anteil der Unternehmen in Schwierigkeiten in Europa von 8,6% im Jahr 2022 auf 9,8% im Jahr 2023 gestiegen ist und damit den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 erreicht hat. Der Anteil der Unternehmen mit mangelnder Robustheit und Leistungsfähigkeit stieg 2023 auf den höchsten Stand seit 2020.

Die schwache Geschäftsentwicklung spielt eine größere Rolle als zuvor bei der Verschärfung des Ausmaßes der finanziellen Schwierigkeiten, da die Unternehmen mit den Auswirkungen der Inflation, sinkenden Gewinnen aufgrund steigender Betriebskosten, höheren Arbeits- und Energiekosten und einer nachlassenden Verbrauchernachfrage konfrontiert sind.

Christian Ebner, Managing Director Financial Restructuring Advisory bei Alvarez & Marsal, kommentiert: „Die Fähigkeit, sich in finanziellen Turbulenzen neu zu erfinden, ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Als Teil des Teams bei Alvarez & Marsal verfolgen wir das Ziel, Unternehmen, Geschäftsführer, Finanzierer und Investoren zu stärken und sie in Zeiten der Unsicherheit zu unterstützen.“

Den ADA-Report finden Sie hier.

(Alvarez und Marsal vom 07.03.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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