• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • KfW-ifo-Kredithürde: Mittelstand kommt wieder leichter an Kredite

20.07.2021

KfW-ifo-Kredithürde: Mittelstand kommt wieder leichter an Kredite

Beitrag mit Bild

© ferkelraggae/fotolia.com

Die Unternehmen in Deutschland fragen weiterhin auf nur schwachem, unterdurchschnittlichen Niveau Bankkredite nach. Im zweiten Quartal 2021 ging der Anteil der Mittelständler, die Kreditverhandlungen mit ihren Banken führten, um 1,1 Prozentpunkte auf 19,5% zurück, wie die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde zeigt. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2017. Auch bei den Großunternehmen sank der Anteil der kreditnachfragenden Unternehmen nach einem minimalen Anstieg im Vorquartal um 1,3 Prozentpunkte wieder auf 27,7% ab.

Schaut man auf die Unternehmen, die derzeit dennoch Kredite nachfragen, so gibt es vor allem aus dem Mittelstand Lichtblicke: Erstmals seit März 2020 sinkt die KfW-ifo-Kredithürde für kleine und mittlere Unternehmen wieder deutlich und liegt aktuell bei 18,4% (Vorquartal: 22,5%).

Kredithürde für Mittelstand sinkt, Banken bei Großunternehmen restriktiver

Im Zuge der Aufhebung pandemiebedingter Einschränkungen profitieren vor allem die mittelständischen Dienstleister (-6,7 Prozentpunkte auf 20,3%), aber auch das stark exportorientierte Verarbeitende Gewerbe (-6,1 auf 15,4%). Restriktiver als zuvor zeigten sich Banken bei mittelständischen Firmen aus dem Bausektor (+4,4 auf 11%) und im Groß- und Einzelhandel (+4,3 auf 25,6% bzw. +1,6 auf 29,5%). Großen Unternehmen gelingt es allein im Einzelhandel leichter, Kreditverhandlungen erfolgreich abzuschließen (-8,7 auf 17,5%). Im Baugewerbe (+18,8 auf 47,6%) aber auch bei den Dienstleistungen (+3,2 auf 13,6%) agieren die Banken deutlich zurückhaltender.

Unsicherheit wegen Virusvarianten sowie Angebotsengpässe bremsen Nachfrage

Die nachhaltige Überwindung der Pandemie-Folgen in der Wirtschaft braucht vor allem Planbarkeit. Die fehlt den Unternehmen nach wie vor: Nicht zuletzt durch neue Virusvarianten wie Delta+, die den Aufschwung abbremsen könnten, bleibt die Unsicherheit hoch. Zudem bremsen auch Angebotsengpässe weiterhin das Investitions- und damit Kreditnachfrageverhalten der Unternehmen“, sagt. Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Dies zeige sich etwa im Bausektor. Obwohl dieser bisher äußerst robust durch die Pandemie gekommen ist, fragen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe weniger Kredite nach. Gleichzeitig zeigen sich Banken bei den Baufirmen, die dennoch Kreditbedarf haben restriktiver. Eine Erklärung könnten die zuletzt deutlich gestiegenen Rohstoffpreise, etwa für Holz sowie insgesamt höhere Baukosten sein.

Die KfW-ifo-Kredithürde steht hier zum Download zur Verfügung.

(Pressemitteilung KfW vom 20.07.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© pichetw/fotolia.com

24.03.2026

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer

Die Zahl der Gewinnwarnungen deutscher börsennotierter Unternehmen ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Nach einem Höchststand von 160 Gewinnwarnungen im Jahr 2023 und einem weiterhin hohen Niveau von 153 im Jahr 2024 wurden im vergangenen Jahr insgesamt 118 Gewinnwarnungen registriert. Sinkende Umsätze sind für mehr als die Hälfte der Unternehmen der wichtigste Grund für die

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer
Meldung

©Egor/fotolia.com

23.03.2026

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance

Die Corporate Governance börsennotierter Unternehmen steht seit Jahren zwischen Reformanspruch und Vertrauenskrise. Obwohl gesetzliche Vorgaben und der Deutsche Corporate Governance Kodex Transparenz, Kontrolle und verantwortungsvolle Unternehmensführung sichern sollen, zeigen sich in der Praxis immer wieder deutliche Defizite. Im Interview erläutert Robert Peres, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, wo die strukturellen Schwächen liegen und warum

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance
Meldung

©JürgenFälchle/fotolia.com

23.03.2026

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung

Der eskalierende Krieg im Nahen Osten seit Anfang März 2026 erhöht die wirtschaftlichen Risiken für Deutschland deutlich. Eine aktuelle Analyse auf Basis des ZEW-Finanzmarkttests zeigt, dass insbesondere steigende Energiepreise und wachsende Unsicherheit die konjunkturelle Entwicklung belasten könnten. Während die Auswirkungen bei einer kurzen Kriegsdauer begrenzt bleiben, drohen bei einem länger anhaltenden Krieg spürbare Einbußen beim

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)