17.07.2025

KMU profitieren von steigender FuE-Förderung

Die Forschungszulage ist eine Erfolgsgeschichte und hat sich als zentrales Innovationsinstrument für KMU etabliert, zeigt eine aktuelle ZEW-Studie.

Beitrag mit Bild

©ra2 studio/fotolia.com

Seit 2020 steht deutschen Unternehmen mit der Forschungszulage ein steuerliches Förderinstrument für Forschung und Entwicklung (FuE) zur Verfügung – und das Instrument etabliert sich zunehmend als zentrale Säule der Innovationsförderung. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von der Maßnahme, die mittlerweile das größte Förderprogramm in Sachen FuE für Unternehmen in Deutschland darstellt. Gleichzeitig legt die ZEW-Analyse Verbesserungspotenzial offen, etwa bei der Förderung großer Unternehmen und der Verbesserung von Antragsverfahren.

„Die Forschungszulage hat sich in kurzer Zeit etabliert und erreicht viele Unternehmen. Das Programm ist flexibel und wurde mehrfach angepasst. Die Erhöhung des Fördersatzes und des Deckels für förderfähige Aufwendungen haben zu deutlich höheren Fördervolumina und einer steigenden Zahl von Antragstellern geführt. Durch ein einfacheres Antragsverfahren und attraktivere Bedingungen für größere Unternehmen kann die forschungspolitische Bedeutung des Instruments weiter gesteigert werden“, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Koautor der Studie.

Fördervolumen wächst vor allem bei kleinen Unternehmen

Die Deckelung der förderfähigen FuE-Aufwendungen sorgt dafür, dass besonders KMU stark von der Forschungszulage profitieren. Während große Unternehmen nur einen Bruchteil ihrer FuE-Kosten geltend machen können, nutzen kleinere Betriebe das Instrument umfassend. So entfielen zu Beginn der Förderung rund 61 % des potenziellen Fördervolumens auf KMU. Selbst nach mehreren Reformen liegt ihr Anteil noch bei knapp 50 %. Gleichzeitig ist der Anteil kontinuierlich forschender KMU in Deutschland seit Einführung der Forschungszulage spürbar gestiegen – von 9,9 % im Jahr 2019 auf 12,6 % im Jahr 2023.

Größere Nutzung, aber noch ausbaufähig

Mit geschätzten vier Milliarden Euro jährlichem Fördervolumen ab 2026 erreicht die Forschungszulage erstmals das Niveau direkter Bundeszuschüsse für FuE in Unternehmen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit einem Anteil von 4,7 % steuerlich geförderter FuE-Ausgaben an den internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft jedoch deutlich hinter Ländern wie Frankreich oder Großbritannien (15 bis 20 %). Die weitere Anhebung des Deckels (bei gleichzeitig niedrigerem Fördersatz) oder die Einführung einer inkrementelle Komponente, die den Zuwachs an FuE-Aufwendungen fördert, könnten zusätzliche Anreize setzen. Zudem gibt es noch Potenzial, das Antragsverfahren weiter zu vereinfachen, um den Zugang für erstmalige Nutzer der Forschungszulage zu erleichtern.

(ZEW vom 17.07.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

Matthias Töke

12.03.2026

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt

Der Finanzsektor steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Künstliche Intelligenz, veränderte regulatorische Rahmenbedingungen und neue Akteure wie Private-Equity-Investoren verschieben etablierte Spielregeln. Im Interview ordnet Matthias Töke von Baker McKenzie ein, warum Finanzinstitute jetzt grundlegende Weichenstellungen vornehmen müssen und welche Entscheidungen über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden werden. CF: Herr Töke, viele sprechen von einem Wendepunkt für Finanzinstitute. Worin

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt
Meldung

©vizafoto/fotolia.com

12.03.2026

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet

Die Ausfallrisiken deutscher Unternehmen steigen spürbar. Wie die aktuelle Default Study 2026 von Creditreform Rating zeigt, erhöhte sich die empirische Ausfallrate im Jahr 2025 auf 1,88 %. Für das Jahr 2026 erwartet die Ratingagentur einen weiteren Anstieg auf 2,08 %. Damit würde die Zwei-Prozent-Marke erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder überschritten. Die Entwicklung spiegelt die weiterhin schwache

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

11.03.2026

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz

Trotz breiter Nutzung von Künstlicher Intelligenz gelingt es vielen Unternehmen nicht, messbare Vorteile damit zu realisieren. Denn die organisatorische Reife bleibt weit hinter der technologischen Nutzung zurück. Die Folge sind geringe Effizienzgewinne und wachsende kulturelle Spannungen innerhalb der Organisationen. Dies zeigt der aktuelle Global Human Capital Trends Report 2026 von Deloitte. Der Großteil der befragten

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)