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23.10.2019

Kreditneugeschäft legt überraschend stark zu – aber perspektivisch schwächere Dynamik zu erwarten

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© ferkelraggae/fotolia.com

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland (ohne Wohnungsbau und Finanzunternehmen) ist im 2. Quartal 2019 überraschend stark um 7,1% gegenüber Vorjahr gewachsen. Im Vergleich zum Jahresstart, als der entsprechende Wert noch bei 6,0 % lag, ist damit wieder eine Aufwärtsdynamik zu beobachten, von der man eigentlich glaubte, sie gehöre angesichts der seit längerem mauen Konjunktur der Vergangenheit an. KfW Research geht davon aus, dass die Dynamik sich im weiteren Jahresverlauf abschwächt. Bereits für das 3. Quartal werden niedrigere Wachstumsraten des Kreditneugeschäfts erwartet.

Der Grund für diese Skepsis zeigt sich, wenn man in die Details blickt: Im zweiten Quartal wuchsen zwar auch die längerfristigen Kredite kräftig, doch Treiber der höheren Dynamik waren die kurzfristigen. Diese werden, gerade in Zeiten konjunktureller Schwäche, häufig zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder zur Lagerfinanzierung verwendet. Sollte sich herausstellen, dass sich die Konjunktur nicht bald spürbar erholt – und hierfür gibt es derzeit tatsächlich keine Anzeichen – dürften die Unternehmen auf diese Kredite dann verzichten. Stattdessen würden sie vermutlich Kosten senken bzw. Lager und Produktion zurückfahren. Auch die Investitionspläne dürften in einer solchen Situation beschnitten werden, was in der Regel dämpfend auf das Neugeschäft mit längerfristigen Krediten wirkt.

Auf der Kreditangebotsseite stehen die Zeichen ebenfalls auf rückläufige Dynamik: Die anhaltende Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bei zuletzt schon merklicher Konjunktureintrübung dürfte dazu führen, dass die Banken und Sparkassen in ihrer Kreditvergabe restriktiver werden. Der jüngste Bank Lending Survey der Bundesbank gibt hiervon bereits Zeugnis.

„Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen präsentiert sich aktuell auf den ersten Blick in Bestform. Doch diese Entwicklung ist keine nachhaltige. Bei nochmals eingetrübten Wirtschaftsaussichten und fortgesetzt hoher Unsicherheit, die unverändert aus den Handelskonflikten und der unendlichen Geschichte des Brexit resultieren, wird ein Wachstumsrückgang der Kreditneuzusagen immer wahrscheinlicher“, fasst Dr. Sebastian Wanke, Ökonom bei KfW Research, zusammen.

(Pressemitteilung KfW vom 18.10.2019)


Redaktion

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