• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Managerinnen-Barometer: Zahl der Vorständinnen in großen Unternehmen steigt deutlich

21.01.2022

Managerinnen-Barometer: Zahl der Vorständinnen in großen Unternehmen steigt deutlich

Nachdem es jahrelang höchstens in kleinen Schritten voranging, haben große Unternehmen der Privatwirtschaft in Deutschland zuletzt deutlich mehr Frauen in ihre Vorstände berufen. Die gesetzliche Mindestbeteiligung für Vorstände scheint bereits zu wirken, bevor sie gesetzlich verpflichtend ist. Zwar greift die Frauenquote für Topetagen großer Unternehmen erst ab August dieses Jahres, trotzdem zeigt sie schon Wirkung : Dem neuesten Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge gab es im vierten Quartal des Jahres 2021 in den 200 umsatzstärksten Unternehmen 139 Vorständinnen, 38 mehr als ein Jahr zuvor. Der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-Unternehmen stieg damit um gut drei Prozentpunkte auf fast 15%.

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Pathfinder / fotolia.com

So stark ging es seit Beginn des DIW Managerinnen-Barometers im Jahr 2006 noch nie nach oben. Vorständinnen sind in vielen großen Unternehmen zwar noch immer deutlich unterrepräsentiert, aber die jüngste Entwicklung ist sehr bemerkenswert, stellen die Studienautoren fest. In den Aufsichtsräten gab es 2021 anders als in den Vorjahren deutlich geringere Zuwächse, allerdings auf höherem Niveau von fast einem Drittel Frauen.

Gesetzliche Mindestbeteiligung in Vorständen wirft positiven Schatten voraus

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung in den Vorständen ist offenbar die neue gesetzliche Mindestbeteiligung. Gebunden daran sind börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen ab einer Vorstandsgröße von vier Personen. Sie müssen ab August dieses Jahres im Zuge der Neubesetzung von Vorstandsposten mindestens eine Frau – oder im umgekehrten, nicht vorhandenen Fall mindestens einen Mann – in das Gremium berufen.

Auch wenn dies derzeit nur auf 66 Unternehmen zutrifft, scheint die neue gesetzliche Vorgabe bemerkenswerte Antizipationseffekte auszulösen: Zwölf Unternehmen, die im Herbst 2020 noch ohne Frau im Vorstand waren, hatten ein Jahr später eine Vorständin in ihren Reihen. In nur noch 19 der 66 Unternehmen waren die Vorstände im Spätherbst 2021 reine Männerdomänen. Während die Unternehmen, die an die Mindestbeteiligung im Vorstand gebunden sein werden, ihren Frauenanteil in diesem Gremium von gut 14% auf gut 19% erhöhten, betrug der Anstieg in den anderen Unternehmen lediglich knapp drei Prozentpunkte auf rund 14%. Ähnlich wie die gesetzliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte scheint auch die Mindestbeteiligung für Vorstände ein effektives Instrument zu sein, um den Frauenanteil in Spitzengremien zu erhöhen, erklären die Autoren der Studie.

Geschlechterquoten sind wirksam, aber kein Allheilmittel

Dass Geschlechterquoten wie gewünscht wirken, zeigen auch Berechnungen auf Basis europäischer Daten für die Jahre 2003 bis 2021. Demnach sind Frauen in der Gruppe der EU-Länder, die eine Geschlechterquote eingeführt haben, in Spitzengremien mittlerweile deutlich besser repräsentiert als in der Gruppe der übrigen EU-Länder. Das bestätigt sich auch, wenn in den Berechnungen berücksichtigt wird, dass sich die Länder etwa in den kulturellen Normen bezüglich der Geschlechterrollen oder der Arbeitsmarkt- und Familienpolitik unterscheiden.

Mit Blick auf Deutschland lässt der starke Anstieg von Frauen in Vorständen hoffen, dass gleichstellungspolitischer Schwung entstehe, so die Studienautorinnen. Vorständinnen haben direkten Einfluss auf die Unternehmenskultur, Gehaltsschemata, die Personalpolitik und vieles mehr. Im Vergleich zu Aufsichtsrätinnen sind sie zudem für andere Beschäftigte eines Unternehmens deutlich sichtbarer und wirken somit noch besser als Rollenvorbilder, betonen die Autoren der Analyse. Deshalb spreche vieles dafür, solche Vorgaben gegebenenfalls noch auszuweiten, zumal die Reichweite des Beteiligungsgebots für Vorstände in Deutschland mit 66 Unternehmen im europäischen Vergleich äußerst gering sei. Die Politik sollte daher erwägen die Mindestbeteiligung in Vorständen auszuweiten, beispielsweise auf sämtliche börsennotierte Unternehmen, so die Forderung der Wirtschaftsforscher.

Das DIW Managerinnen-Barometer im DIW Wochenbericht 3/2022 finden Sie hier.


Weitere Meldungen


Kredit
Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

05.12.2022

Überdurchschnittlich starker Rückgang der Kreditvergabe in Deutschland erwartet

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Rezession und einem Ende des Booms auf dem Immobilienmarkt – und das hat auch Auswirkungen auf die Nachfrage nach Bankkrediten. Im laufenden Jahr wird das Wirtschaftswachstum voraussichtlich noch bei 1,5% liegen, für 2023 wird hingegen ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,1% prognostiziert. Damit fällt die konjunkturelle Abkühlung hierzulande deutlich kräftiger aus als in der gesamten Eurozone, die nur leicht – um 0,1% – schrumpfen wird.

Überdurchschnittlich starker Rückgang der Kreditvergabe in Deutschland erwartet
Bank, Banken
Meldung

©fotomek/fotolia.com

04.12.2022

Banken so profitabel wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Trotz zahlreicher Herausforderungen sind die Banken weltweit so profitabel wie vor der Finanzkrise. 2022 wird die durchschnittliche Eigenkapitalrendite in der Branche zwischen 11,5 und 12,5% liegen und damit so hoch sein wie seit 2007 nicht mehr. Hauptgrund für das starke Abschneiden sind die wesentlich höheren Margen, die Finanzinstitute durch den Anstieg der Zinsen generieren können. Ihre Erträge werden die Banken in diesem Jahr global um 345 Mrd. USD auf dann insgesamt 6,5 Bio. USD steigern.

Banken so profitabel wie seit der Finanzkrise nicht mehr
Kartell, Absprache, Vergleich, Einigung, Handschlag, Hand
Meldung

©rcfotostock/fotolia.com

02.12.2022

Unternehmen mit Immobilien sowie in den Freien Berufen erzielen die höchsten Veräußerungsgewinne

In den Freien Berufen ist der durchschnittliche Veräußerungsgewinn seit 2001 kontinuierlich gestiegen. In der Land- und Forstwirtschaft setzte der positive Trend erst nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2010 ein. Im gewerblichen Bereich verlief die Entwicklung hingegen unstet. Auch ist der Preiseinbruch im Zuge der Krise in 2008/2009 noch nicht überwunden worden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Unternehmensveräußerungen – Verbreitung, Gewinne und Trends“.

Unternehmen mit Immobilien sowie in den Freien Berufen erzielen die höchsten Veräußerungsgewinne
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank