• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Nachhaltige Investments so beliebt wie noch nie

07.06.2018

Nachhaltige Investments so beliebt wie noch nie

Beitrag mit Bild

© weerapat1003/fotolia.com

Mit einem Anlagevolumen von rund 171 Milliarden Euro hat die Summe Nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland einen neuen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahr wuchs das unter Berücksichtigung von strengen sozialen, ökologischen und auf eine gute Unternehmensführung bezogene Kriterien angelegte Vermögen um neun Prozent.

Insgesamt betrug die Summe des verantwortlichen Investierens zum 31.12.2017 in Deutschland rund 1,4 Billionen Euro. Dies sind die Kernergebnisse des Marktberichts 2018, den das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen heute in Berlin vorstellt.

Verbesserte Transparenz durch neue Erhebungsmethodik

Im Zuge einer Harmonisierung der Erhebungsmethodik mit europäischen Standards unterscheidet der aktuelle Marktbericht erstmals zwischen Nachhaltigen Geldanlagen und verantwortlichem Investieren. Während bei Nachhaltigen Geldanlagen entsprechende Anlagestrategien und -kriterien auf Produktebene definiert und festgelegt werden, also beispielsweise für Nachhaltigkeitsfonds, werden beim verantwortlichen Investieren nachhaltige Anlagestrategien auf alle Anlagen angewendet und auf Ebene des jeweiligen Instituts, etwa eines Vermögensverwalters, verankert.

„Durch die Anpassung der Methodik erreichen wir zwei Dinge“, erklärt FNG-Vorstandsvorsitzender Volker Weber. „Zum einen können wir die unterschiedlichen Ansätze besser erfassen und beschreiben, zum anderen greift das FNG bereits jetzt proaktiv die steigenden Anforderungen der EU zum verantwortlichen Investieren auf.“ Die Umstellung der Erhebungsmethodik führt im Vergleich zum Vorjahr zu punktuellen Veränderungen bei der Zuordnung von Kapitalanlagen zu den beiden Segmenten. So werden 25 Milliarden Euro künftig dem verantwortlichen Investment und nicht länger der Nachhaltigen Geldanlage zugeordnet.

Nachhaltiger Anlagemarkt erreicht Rekordniveau

Entsprechend dieser neuen Systematik lag das Gesamtvolumen des verantwortlichen Investierens per Ende 2017 bei 1,4 Billionen Euro. Knapp 171 Milliarden Euro werden aufgrund ihres umfassenden Nachhaltigkeitsansatzes den Nachhaltigen Geldanlagen zugeordnet.

Unter den Nachhaltigen Geldanlagen konnten 2017 insbesondere die nachhaltigen Investmentfonds kräftig zulegen. Ihr Volumen stieg um 30 Prozent auf nunmehr rund 30 Milliarden Euro. Auch die nachhaltigen Mandate erreichten mit einem Gesamtvolumen von 62 Milliarden Euro (+11%) einen neuen Höchststand. Mit einem Wachstum von 17 Prozent im Jahr 2017 bleiben die nachhaltigen Investmentfonds und Mandate zwar unter der durchschnittlichen Wachstumsrate, die seit 2005 bei rund 27 Prozent liegt, übertreffen aber deutlich das Wachstum des Gesamtmarktes.

Ausschlüsse wieder wichtigste nachhaltige Anlagestrategie

Mit einem Anlagevolumen von 83,3 Milliarden Euro sind Ausschlüsse bei nachhaltigen Investmentfonds und Mandaten die mit Abstand am weitesten verbreitete nachhaltige Anlagestrategie. Auf den weiteren Rängen folgen der direkte Dialog mit den Unternehmen, das so genannte Engagement (52,7 Milliarden Euro), das normbasierte Screening (50,8 Milliarden Euro) und die Integration von sozialen, ökologischen und auf eine gute Unternehmensführung bezogene Kriterien in die traditionelle Finanzanalyse (ESG-Integration) mit einem beeinflussten Volumen von 49,6 Milliarden Euro. Unter den Ausschlusskriterien für Unternehmen kommen Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten besondere Bedeutung zu. Wichtigste Ausschlusskriterien bei Staaten sind die Verbreitung von Korruption und die Nichtratifizierung von Umweltkonventionen.

Wachstumsimpulse durch EU-Aktionsplan erwartet

Für das laufende Jahr erwartet die Mehrheit der befragten Experten ein Wachstum des nachhaltigen Anlagemarktes von bis zu 30 Prozent. Wichtige Wachstumsimpulse gehen dabei nach ihrer Einschätzung von der Nachfrage institutioneller Investoren und der Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen aus. Hier kommen nach Einschätzung des FNG dem EU-Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ eine besondere Bedeutung zu.

Dem aktuell veröffentlichtem Vorschlag der EU-Kommission zum stärkeren Ausbau der Pflichten für institutionelle Investoren kann bereits heute schon eine zentrale Rolle bei der Transformation zu einem nachhaltigerem Finanzmarkt zugeordnet werden, erläutert Claudia Tober, FNG-Geschäftsführerin.

(Pressemitteilung FNG vom 05.06.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©interstid/fotolia.com

19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken
Meldung

©DenysRudyi/fotolia.com

18.05.2026

Drei Viertel der DACH-Unternehmen überdenken ihren Standort

Global agierende Firmen sehen sich heute stärker durch handelspolitische Maßnahmen, regulatorische Volatilität und politische Polarisierung unter Druck gesetzt als durch kriegerische Konflikte. 61 % berichten für 2026 von konkreten finanziellen Schäden durch Zölle – mehr als zuvor durch den Ukraine-Krieg. Das zeigt der neunte Political Risk Survey von WTW und Oxford Analytica, für den 57 Führungskräfte

Drei Viertel der DACH-Unternehmen überdenken ihren Standort
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

13.05.2026

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport

Private-Equity-Investoren agieren weltweit zunehmend selektiv. Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Markt, während Kapital weiterhin vor allem in große Transaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Energiewende und Transport fließt. Das zeigt die aktuelle Studie „Pulse of Private Equity Q1’26“ von KPMG. Im ersten Quartal 2026 erreichte der globale PE-Markt ein Transaktionsvolumen von 436 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank die

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)