24.06.2024

PE-Fonds sorgen sich um Unternehmensziele

Eine neue HHL-Untersuchung zeigt, dass sich Private-Equity-Fonds in Deutschland wegen Personalmangels um die Unternehmensziele sorgen.

Beitrag mit Bild

© alexlmx/fotolia.com

Mehr als zwei Drittel der Private-Equity-Fonds in Deutschland (69 %) berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen in ihren Portfolio-Gesellschaften zu besetzen. Die gleiche Anzahl macht sich Sorgen, aufgrund der Personalmangels die Unternehmensziele nicht zu erreichen (31 %: ‚teilweise‘ Sorgen). Und dies, obwohl 64 % planen, in den nächsten zwölf Monaten Personal abzubauen oder dies schon getan haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung FTI-Andersch und des Centers for Corporate Transactions and Private Equity (CCTPE) der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Personalmangel gefährdet Unternehmensziele

„Die befragten Private-Equity-Fonds haben explizit angegeben, gezielt Personal in ihren Beteiligungsgesellschaften abzubauen“, sagt Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzmanagement und Banken an der HHL Leipzig, der diese Untersuchung wissenschaftlich geleitet hat. „Sie sind aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung dazu gezwungen. Andererseits arbeiten sie zugleich gezielt am Aufbau neuer Stellen mit anderen Qualifikationen. Und dafür wiederum ist es sehr schwierig geworden, das richtige Personal zu finden. So schwierig, dass sich eine Mehrheit um das Erreichen der eigenen Ziele sorgt.“

Und so haben 46 % angegeben, Personal in der Verwaltung abzubauen. Einen Stellenaufbau in der Verwaltung vollziehen dagegen nur acht %. In der Produktion hat mehr als ein Drittel (35 %) der Fonds angegeben, in den Portfolio-Unternehmen Stellen zu streichen. Dem steht ein Aufbau von 23 % gegenüber. Im Vertrieb bauen nahezu gleich viele Fonds ab (35 %) wie auf (31 %). Einzig im Bereich IT wollen mehr Unternehmen einstellen (19 %) als abbauen (15 %). Bernhard Schwetzler sagt: „Innerhalb der Bereiche werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freigesetzt und gleichzeitig wird neues Personal mit anderen Qualifikationen gesucht und neu eingestellt. Auf die gesuchten Kompetenzen versuchen jedoch aktuell zahlreiche Unternehmen zuzugreifen. Kandidatinnen und Kandidaten mit den gesuchten Qualifikationen sind aber nicht in ausreichendem Umfang vorhanden.“

Mehrheit kann sich Einsatz von Interim-Personal vorstellen

Um insbesondere Sondersituationen mit ausreichendem Personal zu stemmen (69 %) und zur übergangsweisen Unterstützung auf Geschäftsführungs- und Management-Ebene (38 %) sowie im Projektgeschäft (31 %) setzen PE-Fonds zunehmend auf Interims-Managerinnen und -Manager. 27 % nutzen das Vehikel ‚Interim‘, um aus den Positionen später Festanstellungen zu machen. Die wichtigsten Gründe für die Nutzung von Interims-Personal: eine andere geeignete Besetzung war kurzfristig nicht möglich, sagen 69 %. Ein Drittel (33 %) will sich vor allem Spezialwissen einkaufen.

50 % würden ihren CFO durch einen Interim-Manager ersetzen

Jedes zweite Unternehmen kann sich vorstellen, den Chief Financial Officer (CFO) als Interims-Mandat zu besetzen. 42 % sagen, vor allem für Expertenrollen an Interims-Manager zu denken. Nur 23 % würden ihren Chief Operating Officer (COO) in eine nicht-permanente Position verwandeln, im Falle des CEO sind es nur 15 %.

(FTI-Andersch AG vom 24.06.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© alexlmx/fotolia.com

13.05.2026

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport

Private-Equity-Investoren agieren weltweit zunehmend selektiv. Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Markt, während Kapital weiterhin vor allem in große Transaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Energiewende und Transport fließt. Das zeigt die aktuelle Studie „Pulse of Private Equity Q1’26“ von KPMG. Im ersten Quartal 2026 erreichte der globale PE-Markt ein Transaktionsvolumen von 436 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank die

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport
Meldung

nialowwa/123rf.com

12.05.2026

Konjunkturerwartungen hellen sich auf

Nach zwei starken Rückgängen in den vergangenen Monaten hellen sich die Konjunkturerwartungen im Mai wieder auf. Der ZEW-Index steigt um 7,0 Punkte und beträgt nun minus 10,2 Punkte. Er verbleibt somit im negativen Bereich. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,8 Punkten um

Konjunkturerwartungen hellen sich auf
Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

12.05.2026

US-Konzerne steigern Forschungsausgaben doppelt so stark wie europäische

Die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) steigen weiter – getrieben vor allem von den großen US-Technologiekonzernen. Allein die sogenannten „Big Five“ Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta erhöhten ihre F&E-Investitionen im vergangenen Jahr um fast 46 Milliarden Euro – ein Plus von 21 %. Zum Vergleich: Die 31 deutschen Unternehmen im Top-500-Ranking steigerten ihre

US-Konzerne steigern Forschungsausgaben doppelt so stark wie europäische
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)