• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Private-Debt-Fonds haben sich am deutschen Markt noch nicht durchgesetzt

08.06.2018

Private-Debt-Fonds haben sich am deutschen Markt noch nicht durchgesetzt

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Immer mehr Private-Debt-Fonds werden auf dem Deutschen Private-Equity-Markt aktiv. Inzwischen sollen mehr als 50 Häuser ihr Geschäft in Deutschland suchen und im ersten Quartal des Jahres jeden zweiten Private-Equity-Deal finanziert haben. Doch trotz des immer größer werdenden Hypes haben die Finanzierungs-Konkurrenten der Banken im Private-Equity-Geschäft bislang nicht so viel Boden gut gemacht, wie vielfach vermutet.

Das ist das Ergebnis des zweiten Private Equity Panels in diesem Jahr, für das CMS Deutschland und das Magazin FINANCE alle vier Monate mehr als 50 verschiedene Private-Equity-Häuser aus dem deutschen Mittelstand befragen. So griff bislang nur jede dritte befragte Beteiligungsgesellschaft auf das Standardprodukt der Debt-Fonds zurück, die Unitranche-Finanzierung. Hierbei werden finanzielle Mittel langfristig in einer Tranche zur Verfügung gestellt, durch die sowohl vorrangiges als auch nachrangiges Fremdkapital abgedeckt wird. Zudem haben bislang auch nur zwei der befragten Häuser die als innovativ geltenden, neueren „First-out/Second-out“-Strukturen genutzt, bei denen die Finanzierung aufgeteilt wird. Dabei übernimmt die Bank (First out) einen kleinen, vorrangigen Anteil. Der Debt-Fonds stellt den restlichen, nachrangigen aber renditeträchtigeren Anteil zur Verfügung.
„Wir sehen in letzter Zeit häufiger Unitranche-Finanzierungen. Debt-Fonds sind im Markt voll angekommen. Es wird sich aber noch zeigen, ob sich ‚First-out/Second-out‘-Strukturen tatsächlich länger halten werden, denn letztlich sind sie das Ergebnis eines stark umkämpfen Finanzierungsmarkts“, so Dr. Tobias Schneider, Private-Equity-Partner bei CMS. Den Debt-Finanzierern geht es laut Schneider auch nicht besser, als den Private-Equity-Häusern auf dem mindestens ebenso stark umkämpften M&A-Markt.

Private-Equity-Manager einig: die Qualität stimmt

Auch wenn Private-Debt-Fonds den deutschen Markt entgegen des Hypes noch nicht voll erschlossen haben, zeigen sich die befragten Private-Equity-Manager mit der Qualität ihrer Arbeit zufrieden. Ein Drittel der Panelisten, die bereits mit den Wettbewerbern, die von privaten und institutionellen Anlegern Geld für die Bereitstellung von Fremdkapital sammeln, zusammengearbeitet haben, stellen ein gutes Zeugnis aus. Die Leistungen bei Anbahnung, Verhandlung und Durchführung der Finanzierungen seien besser, als im Vergleich zu den Banken. Die restlichen Befragten sehen keinerlei Qualitätsunterschiede zwischen den Geldhäusern und ihren Wettbewerbern. Beide werden als gleich gut beurteilt. „Die Banken werden sich damit abfinden müssen, dass Debt-Fonds ihnen das Geschäft vielleicht nicht komplett streitig machen werden, aber jedenfalls eine feste Größe im Debt-Markt bleiben werden“, erklärt Tobias Schneider.
Zum zweiten Mal hintereinander zeigt sich zudem eine mögliche Trendwende mit Blick auf den Finanzierungsmarkt, der nach Einschätzung der Befragten weniger stark auf die teils aggressiven Angebote der Debt-Fonds reagiert. Sowohl der Zugang zu Finanzierungen als auch die Qualität der Finanzierungskonditionen bleiben laut Panel auf einem sehr hohen Niveau, steigen aber nicht weiter an. „Dies muss noch nicht das Ende der Party ankündigen, aber eine gewisse Konsolidierung haben wir schon seit geraumer Zeit erwartet“, kommentiert Dr. Jacob Siebert, ebenfalls Private-Equity-Partner bei CMS.

Deutsches Private-Equity-Geschäft bleibt in positiver Grundstimmung

Das aktuelle Panel markiert ein einheitliches und sehr robustes Stimmungsbild unter den Befragten im deutschen Private-Equity-Bereich. Im Vergleich zu den bisherigen Private Equity Panels gibt es kaum Veränderungen. Nach wie vor sind Investitionsziele in den Branchen Software/IT, Healthcare und Dienstleistungen heiß begehrt. Dem gegenüber stehen die von den Befragten als deutlich weniger beliebt bewerteten Unternehmen aus der Automobil- und Bauindustrie sowie aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen. Als unattraktiv und unverändert teuer werden von Seiten der Befragten auch die Kaufpreise für Neu-Investments mit 3,09 von möglichen 10 Punkten bewertet. Positive Geschäftsaussichten haben nach Einschätzung der befragten Private-Equity-Manager die Portfolio-Unternehmen mit 7,36 von möglichen 10 Punkten. Seit nunmehr fast zwei Jahren gab es bei beiden Werten kaum sichtbare Veränderungen. „Die gesamtwirtschaftliche Lage prägt das Bild und auch die favorisierten Branchen bleiben gleich, wobei wir auch im Bereich Automotive immer wieder interessante Transaktionen sehen“, meint Jacob Siebert.

(Pressemitteilung CMS vom 04.06.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© alexlmx/fotolia.com

13.05.2026

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport

Private-Equity-Investoren agieren weltweit zunehmend selektiv. Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Markt, während Kapital weiterhin vor allem in große Transaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Energiewende und Transport fließt. Das zeigt die aktuelle Studie „Pulse of Private Equity Q1’26“ von KPMG. Im ersten Quartal 2026 erreichte der globale PE-Markt ein Transaktionsvolumen von 436 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank die

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport
Meldung

nialowwa/123rf.com

12.05.2026

Konjunkturerwartungen hellen sich auf

Nach zwei starken Rückgängen in den vergangenen Monaten hellen sich die Konjunkturerwartungen im Mai wieder auf. Der ZEW-Index steigt um 7,0 Punkte und beträgt nun minus 10,2 Punkte. Er verbleibt somit im negativen Bereich. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,8 Punkten um

Konjunkturerwartungen hellen sich auf
Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

12.05.2026

US-Konzerne steigern Forschungsausgaben doppelt so stark wie europäische

Die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) steigen weiter – getrieben vor allem von den großen US-Technologiekonzernen. Allein die sogenannten „Big Five“ Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta erhöhten ihre F&E-Investitionen im vergangenen Jahr um fast 46 Milliarden Euro – ein Plus von 21 %. Zum Vergleich: Die 31 deutschen Unternehmen im Top-500-Ranking steigerten ihre

US-Konzerne steigern Forschungsausgaben doppelt so stark wie europäische
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)