• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Private Equity-Branche ist für 2016 vorsichtig optimistisch

23.02.2016

Private Equity-Branche ist für 2016 vorsichtig optimistisch

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Corporate Finance

Eine nach wie vor günstige Fremdkapitalfinanzierung und eine positive Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa stimmen die Private Equity (PE)-Branche auch für 2016 vorsichtig optimistisch: Fast zwei Drittel (64%) der Unternehmen rechnen mit einer steigenden Anzahl von M&A-Transaktionen mit PE-Beteiligung, vor allem in Deutschland, auf der iberischen Halbinsel und in Italien.

Gleichzeitig glauben immer mehr PE-Manager, dass ihre Branche wieder so robust ist wie vor der Finanzkrise. Dennoch halten es immer noch 40% für notwendig, ihr Geschäftsmodell weiter anzupassen und zu verbessern. Das sind die zentralen Ergebnisse des „European Private Equity Outlook 2016“, für den die Experten von Roland Berger wie in den Vorjahren Fachleute aus der Branche befragt haben.

„Über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung macht sich die PE-Branche per Ende 2015 wenig Sorgen“, sagt Roland Berger-Partner Christof Huth, der mit seinem Investor-Support-Team europaweit Investoren befragt hat. „Die meisten erwarten in diesem Jahr sogar eine deutliche Verbesserung gegenüber 2015.“ Auch hinsichtlich günstiger Finanzierungsalternativen erwarten die PE-Investoren keine Verschlechterung gegenüber 2015. „Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage eine wachsende Sorge um die politische Stabilität in Europa. Wie viele Transaktionen in diesem Jahr tatsächlich abgeschlossen werden, hängt vor allem davon ab.“

Stimmung auf dem europäischen PE-Markt positiv

Das größte Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erwarten die Befragten in Deutschland (+3,2%). Neben den genannten Faktoren Finanzierung und Konjunktur in Europa kommt hier das gute Konsumklima zum Tragen. Dagegen wirken in der Region der iberischen Halbinsel und Italien mit einem erwarteten Wachstum von 3,1% vor allem Nachholeffekte. Großbritannien als europaweit wichtigster Markt für Firmenübernahmen soll immerhin um 2,9% wachsen. Am Ende des Rankings, aber noch mit Wachstum, befindet sich die Region Schweiz/Österreich, vor allem wegen der Effekte der Frankenaufwertung auf die Schweiz. Schlusslicht bleibt auf Grund der anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Schwäche Griechenland, für das die PE-Experten einen weiteren Rückgang um -0.2% erwarten.

Als besonders attraktive Branchen nennen 65 Prozent der Befragten Technologie und Medien, gefolgt von Pharma und Healthcare (62%) sowie Konsumgüter und Handel (60%). Weniger Akquisitionen erwarten sie hingegen in der Automobilindustrie (18%), der Chemiebranche (17%), dem Energiesektor und der Baubranche (jeweils 14%). „Technologiefirmen sind vor allem wegen der zunehmenden Digitalisierung/Elektronisierung interessante Übernahmekandidaten“, sagt Roland Berger-Experte Huth. „Viele Branchen haben hier Nachholbedarf, den sie durch Zukäufe schneller abdecken können.“

Trotz des guten Private-Equity-Jahrs 2015 geht immerhin ein Drittel der Befragten davon aus, dass 2016 die Investitionsmöglichkeiten noch attraktiver sein werden als im Vorjahr. Als wichtigste Quelle für Akquisitionsziele nennen zwei Drittel (67%) der Befragten Secondary-Buy-outs, gefolgt von Mehrheitsbeteiligungen an Familienunternehmen (64%). Nicht zuletzt deshalb erwarten die meisten Studienteilnehmer (83%) vor allem Transaktionen in einer Größenordnung von unter 250 Mio. €. Aus der Praxis gibt es aber auch Anhaltspunkte für einen Anstieg großer Transaktionen auf geringer Basis.

Beteiligungsverkäufe erstmals wichtiger als Weiterentwicklung von Portfoliounternehmen

Als oberste Priorität für 2016 nennen die Befragten, wie auch in den Vorjahren, in neue Unternehmen zu investieren (38%). Mit mehr als einem Viertel der Nennungen (26%) an die zweite Stelle aufgerückt ist der Verkauf existierender Beteiligungen. Dagegen wollen nur noch 23% ihren Fokus vor allem auf die Weiterentwicklung von Portfoliounternehmen legen – im Vorjahr waren es noch 31%. „Damit liegt erstmals in der jüngeren Vergangenheit der Fokus der PE-Investoren mehr auf dem Verkauf von Beteiligungen als auf der Weiterentwicklung ihres Portfolios“, sagt Huth. „Das zeigt, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt haben: Viele Portfoliounternehmen wurden in den vergangenen Jahren strategisch und operativ so weiterentwickelt, dass man nun den günstigen Verkaufszeitpunkt nutzen kann.“

Dies deckt sich mit der Tatsache, dass fast alle der befragten PE-Manager ein aktives Portfoliomanagement für unverzichtbar halten: Für 97% sind rein passive Investments nicht mehr zeitgemäß; als Schlüssel zum Erfolg sehen sie vielmehr ein aktives Engagement und Mitsprache zumindest bei wichtigen Geschäftsentscheidungen der Portfoliounternehmen. Um den Wert von Beteiligungen weiter zu steigern, planen 31% für 2016 zusätzliche Akquisitionen, 29 Prozent wollen bei ihren Beteiligungen neue Produkte oder Dienstleistungen einführen. Diese beiden Maßnahmen sind damit gegenüber 2015 wichtiger geworden (+9 bzw. +14 Prozentpunkte). Dagegen legen die PE-Gesellschaften in diesem Jahr weniger Wert auf Kostensenkungsprogramme (12%, 2015: 21%). Als größtes Hindernis für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Akquisitionsziele sieht rund ein Drittel der Befragten das Management von Change-Prozessen. „Hier mangelt es bei Führungskräften in vielen Fällen an Know-how. Aktives Portfoliomanagement wird daher in Zukunft noch wichtiger“, fasst Christof Huth zusammen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Roland Berger vom 19.02.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


IPO
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

08.12.2022

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet

In Deutschland sind im Jahr 2022 so wenige Unternehmen an die Börse gegangen wie zuletzt während der Finanzkrise 2009. Der Börsengang der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG war der einzige im Prime Standard. 2021 waren es noch zwölf Börsengänge, von denen drei ein Emissionsvolumen in Milliardenhöhe erzielten. Dennoch stieg das Gesamtemissionsvolumen um 6% auf rund 9,1 Mrd. € (2021: 8,6 Mrd. €). Nach dem Börsengang der Deutschen Telekom war der Porsche-IPO der größte Börsengang, der jemals in Deutschland durchgeführt wurde.

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet
©stockwerkfotodesign/123rf.com
Meldung

©stockwerkfotodesign/123rf.com

08.12.2022

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors

Das weltweite Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen kann sich zunehmend auch zum finanziellen Risiko für deutsche Finanzunternehmen entwickeln. Zwar misst die Branche dem Schutz von Biodiversität und Ökosystemen eine hohe bis sehr hohe Relevanz zu, doch ist der Umsetzungsgrad für die Integration von Biodiversitätsaspekten in interne Prozesse und Risikostrategien bislang gering. Auch wird der Wissensstand zu dem Thema innerhalb der Branche von den Befragten als eher gering eingeschätzt. Bur ein Bruchteil der Befragten hat bereits Prozesse zum Risiko- und Chancenmanagement von Biodiversitätsaspekten implementiert.

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

07.12.2022

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig

Weltweit wächst der Markt für Anwendungen Künstlicher Intelligenz rasant, und doch räumen Unternehmen in Deutschland der Bedeutung des Themas für ihre wirtschaftliche Zukunftsrelevanz noch nicht den Stellenwert ein, der in anderen Ländern vorherrscht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „State of AI in the Enterprise“, die untersucht, wie Unternehmen sich einen Weg in eine Zukunft voller unerschlossener Wertquellen bahnen.

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank