09.03.2016

Rekordinvestitionen in FinTechs

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Corporate Finance

Die weltweiten Investitionen in Startup-Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsbereich (FinTechs) sind im Jahr 2015 mit 19,1 Mrd. USD um 56% auf ein neues Rekordniveau von gestiegen (2014: 12,2 Mrd. USD). Der Löwenanteil der Investitionen in FinTechs stammt dabei von Venture Capital-Firmen, nämlich 13,8 Mrd. USD – das sind 73%.

Im Vergleich zu 2014 ist dies eine massive Steigerung: Damals betrugen die VC-Investitionen nur 6,7 Mrd. USD und machten 55% aller weltweiten FinTech-Investments aus. Das hat eine heute veröffentlichte Studie von KPMG und CB Insights ergeben, für die weltweite Venture Capital-Investitionen in FinTechs analysiert wurden.

Anzahl der Deals weiter gestiegen

Die Gesamtzahl aller FinTech-Deals stieg von 933 (2014) auf 1.162 im Jahr 2015. Auch die Zahl der Megadeals (Investitionen von jeweils mehr als 50 Mio. USD) im FinTech-Sektor hat 2015 mit 63 ein neues Hoch erreicht (2014: 40 Megadeals). Weltweit gibt es inzwischen 19 FinTech-„Unicorns“, also Unternehmen mit einer Bewertung vcn mehr als 1 Mrd. USD.

Sven Korschinowski, Partner bei KPMG: „2015 war ein sehr erfolgreiches Jahr für FinTechs. Die digital immer versierteren Kunden schaffen permanent neue Nachfrage nach innovativen Lösungen rund um den Banken- und Versicherungsbereich. Dazu kommen noch die zunehmenden regulatorischen Kosten auf Seiten der etablierten Anbieter. Investoren beobachten diese Entwicklung sehr aufmerksam und sind willig, hier viel Geld in die Hand zu nehmen.“

Boom bei Blockchain und Bitcoin-Startups

Vor allem bei Start-ups, die sich mit Lösungen im Bereich Blockchain-Technologie und Bitcoin beschäftigen, stieg das Investitionsvolumen 2015 stark an. Hier flossen insgesamt 474,4 Mio. USD Venture Capital, das waren 59% mehr als noch 2014 (299,1 Mrd. USD). Zunehmend engagieren sich auch etablierte Unternehmen bei der Finanzierung von FinTechs: sie waren in den letzten neun Monaten des Jahres 2015 an rund 25% der Investments beteiligt. Am höchsten war dabei die Quote in Asien, am geringsten in Europa.

Regionale Unterschiede

In Nordamerika war das Investitionsverhalten durch einige Mega-Deals gekennzeichnet, die das Gesamtvolumen auf 7,6 Mrd. USD (bei 378 Deals) trieben. In Europa stieg die Summe Venture Capital-basierter Investitionen in FinTechs von 1,1 Mrd. USD (2014) auf 1,5 Mrd. 2015. Dabei nahm die Zahl der Deals um 30% zu. In Deutschland stieg die Zahl VC-basierter Investments von 15 (2014) auf 21 (2015), die Investitionssumme dabei von 101 Mio. USD auf 193 Mio. USD. In Asien explodierte das Investoreninteresse an FinTechs förmlich: insgesamt wurden hier bei 130 Deals 4,5 Mrd. USD eingesammelt – mehr als insgesamt in den vier Jahren zuvor. Mehr als die Hälfte der Summe floss nach China.

Tim Dümichen, Partner bei KPMG: „Die Reife des europäischen Start-up-Ökosystems sorgt für eine rege Nachfrage unter Investoren. Erfahrene Management-Teams, hoch qualifizierte Mitarbeiter und sehr interessante Geschäftsmodelle ziehen hier große Aufmerksamkeit auf sich. Und das sorgt für entsprechende Investitionen.“

VC-Investitionen leicht rückläufig

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Im 4. Quartal 2015 sind Anzahl und Summe der Venture Capital-Investitionen in FinTechs weltweit deutlich zurückgegangen: auf insgesamt 1,7 Mrd. USD bei 154 Deals. Das sind deutlich weniger als im 3. Quartal 2015 (4,7 Mrd. USD/ 165 Deals) und auch weniger als im 4. Quartal 2014 (2,4 Mrd. USD/156 Deals). Tim Dümichen: „Der Rückgang im letzten Quartal deutet darauf hin, dass das Funding zunehmend schwieriger wird. Auch dürften Bewertungen etwas nach unten geschraubt werden, da sie sich inzwischen doch recht häufig von den zugrundeliegenden Fundamentaldaten entfernt haben.“

(Pressemitteilung KPMG vom 09.03.2016)


Redaktion

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