• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Rekordjahr für Fusionen und Akquisitionen in der Chemie-Industrie erwartet

16.03.2016

Rekordjahr für Fusionen und Akquisitionen in der Chemie-Industrie erwartet

Autokonzerne auf der Überholspur

Corporate Finance

Eine aktuelle A.T. Kearney-Studie prognostiziert eine Neuordnung der weltweiten Chemie-Branche infolge von M&A-Aktivitäten in bisher unbekanntem Ausmaße. Europas Chemieunternehmen geraten unter Zugzwang.

„In diesem Jahr wird die Konsolidierungswelle in der Chemie-Industrie einen historischen Höhepunkt erleben“, sagt Dr. Joachim von Hoyningen-Huene, Partner bei A.T. Kearney und zuständig für M&A in der Chemieindustrie. Er beruft sich auf die Ergebnisse der fünften Ausgabe des Chemicals Executive M&A Reviews. „Die aktiven Gestalter der Konsolidierung sind Dow, Dupont und ChemChina. Europas Unternehmen geraten unter Zugzwang. Diese fundamentale Neuordnung der Wettbewerbslandschaft birgt aber auch Chancen für die heimische Chemie-Industrie, ihrerseits Konsolidierungsmöglichkeiten zu nutzen oder von Marktchancen überproportional zu profitieren.“

Wert der Transaktionen erneut gestiegen

2015 ist der Wert der M&A-Transaktionen in der Chemieindustrie bereits zum vierten Mal in Folge gestiegen, zuletzt um 30% auf 110 Mrd. USD, wie die Studie zeigt. Ausschlaggebend für den Anstieg sind Mega-Deals wie Mercks Übernahme von Sigma Aldrich – mit 17 Mrd. USD die größte Transaktion seit 2009 – oder ChemChinas Akquisition von Pirelli in Höhe von 9 Mrd. USD. Kommt die angekündigte Fusion von DowChemical und DuPont und ChemChinas-Übernahme von Syngenta, die zusammen einen Wert von 173 Mrd. USD haben, wird sich das Volumen des vergangenen Jahres in 2016 verdoppeln.

Dabei wird der Zusammenschluss von DowChemical und DuPont die Chemieindustrie auf Jahre beschäftigen, schätzt A.T. Kearney. Aus der Verschmelzung entsteht zunächst das weltweit größte Chemie-Unternehmen und schließlich sollen drei selbständige Einheiten hervorgehen, die sich auf Agrochemie, Kunststoffe und Spezialchemie konzentrieren. Die Fusion folgt dem weltweiten Trend zur Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Fünf Haupttreiber für erhöhte Aktivität – Größter Zuwachs in Noramerika erwartet

Entsprechend sieht A.T. Kearney fünf Haupttreiber für die starke Deal-Aktivität: Zunehmende Optimierung des Geschäftsportfolios, der steigende Druck durch aktivistische Investoren, die begrenzte Renditeerwartung aus organischem Wachstum, sowie die niedrigen Rohstoff- und Ölpreise.

Den größten Zuwachs an M&A-Aktivitäten prognostiziert A.T. Kearney in Nordamerika: Vom niedrigen Ölpreis profitieren vor allem die dort ansässigen Spezialchemie-Unternehmen. Die amerikanische Schiefergas-Revolution hat zu einer Schwemme an billigem Rohstoff geführt, so dass US-amerikanische Chemie-Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber westeuropäischen Firmen haben.

Auch im Schwellenland China wird die Anzahl an Fusionen und Akquisitionen voraussichtlich deutlich wachsen: „Chinas Einfluss auf dem weltweiten M&A-Markt wird 2016 weiter zunehmen“, kommentiert von Hoyningen-Huene die Rolle Chinas bei der weltweiten Konsolidierung: „Erst Pirelli, dann KraussMaffai und nun Syngenta – diese Transaktionsserie von ChemChina verdeutlicht, mit welcher Entschiedenheit chinesische Unternehmen ihre strategischen Ziele verfolgen. Und sie wird weiter fortgesetzt. Die Marktteilnehmer aus Schwellenländern seien auf der Suche nach kritischem Know-how und Wachstumsmöglichkeiten außerhalb ihrer Heimatmärkte. “Unterbewertete Ziele in reifen Märkten wie in Europa sind attraktive Übernahmeziele“, fügt er hinzu.

Für die heimische Chemie-Industrie eröffnen die Mega-Deals auch Chancen. Wettbewerbsbehörden werden darauf bestehen, dass Unternehmensteile mit Milliarden-Umsätzen veräußert werden, um Marktdominanz in allen Märkten zu vermeiden. „Diese Unternehmensteile können dann weniger spektakulär aber durchaus profitabel das Kerngeschäft europäischer Unternehmen verstärken.“ gibt von Hoyningen-Huene zu bedenken. Ferner, „die Integration von Mega-Deals absorbiert viel Aufmerksamkeit. Wer sich ausschließlich weiterhin auf seine Kunden konzentriert, kann auf dem hart umkämpften Markt Anteile von Wettbewerbern gewinnen, die mit Integrationen beschäftigt sind.“

(Pressemitteilung A.T. Kearney vom 08.03.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Künstliche Intelligenz, KI, AI, Robotik
Meldung

pitinan/123.rf.com

13.06.2024

Kaum ein Startup kommt ohne KI aus

Startups setzen auf Künstliche Intelligenz. Inzwischen nutzen drei Viertel (76 %) KI, vor einem Jahr waren es nur 49 %. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft setzten aktuell nur 13 % der Unternehmen auf diese Technologie. Auch generative KI ist unter Startups weit verbreitet: Rund zwei Drittel (63 %) setzen sie in ihrem Startup ein, 45 % zur Unterstützung des internen

Kaum ein Startup kommt ohne KI aus
Venture Capital Concept on the Gears.
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

12.06.2024

KfW Venture Capital-Dashboard Q1 2024

Im ersten Quartal 2024 haben deutsche Start-ups rund 1,9 Mrd. EUR eingeworben. Der Mittelfluss auf dem deutschen VC-Markt zeigt sich zum Jahresbeginn damit stabil, knapp über dem durchschnittlichen Dealvolumen der Quartale des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorquartal ist es ein neuerlicher Anstieg des gesamten Dealvolumens um rund 30 %. Die Anzahl der Finanzierungsrunden ist mit

KfW Venture Capital-Dashboard Q1 2024
Unternehmen, Bilanz, Zahlen, Daten, Fakten, Analyse, Statistik
Meldung

©vege/fotolia.com

12.06.2024

Deutsche Unternehmen nutzen ihre Daten kaum

Ob für das Training von KI-Modellen, die smarte Nutzung erneuerbarer Energien oder die Forschung rund um personalisierte Medikamente – Daten werden für Wirtschaft und Gesellschaft immer wichtiger. Doch in der großen Mehrheit der deutschen Unternehmen bleiben Daten weiterhin ungenutzt. Nur 6 % gehen davon aus, dass sie das Potenzial der ihnen zur Verfügung stehenden Daten vollständig

Deutsche Unternehmen nutzen ihre Daten kaum

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank