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02.08.2019

Schwaches erstes Halbjahr im deutschen LBO-Markt

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© designer491/fotolia.com

Nach dem noch starken Jahr 2018 kommt der deutsche LBO-Markt in 2019 bisher nicht richtig in Schwung. Der aktuelle MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium, der regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro analysiert, weist für das erste Halbjahr 2019 nur noch 32 Finanzierungstransaktionen (nach 46 im Vorjahreszeitraum) aus.

Besonders stark trifft der Rückgang die ohnehin schon unter Druck stehenden Banken. Nach 24 Deals im Vorjahreszeitraum haben Banken im ersten Halbjahr 2019 nur noch 14 LBO-Transaktionen erfolgreich umsetzen können. Bei alternativen Kreditgebern, vorrangig Debt Funds, fiel der Rückgang nicht so stark aus: Von 22 Transaktionen im Vorjahreszeitraum sank die Aktivität auf 18 Transaktionen im ersten Halbjahr 2019. Ein Grund für den Rückgang der Transaktionszahl ist das vermehrt auftretende Beenden von Verkaufsprozessen, wenn die Preiserwartungen der Verkäufer nicht erreicht werden. So ging der Anteil von M&A-Transaktionen von Private Equity an Private Equity (so genannte Secondaries, Tertiaries, etc.) von 30% im Vorjahreszeitraum auf nur noch 16% im ersten Halbjahr 2019 zurück.

Debt Funds profitieren in diesem Marktumfeld von mehreren Trends. Zum einen ist zu beobachten, dass Banken tendenziell nur noch die kleineren Transaktionen im MidCap-Bereich finanzieren. „Gerade bei M&A-Transaktionen, die auf der Zeitschiene aggressiv geführt werden und bei denen man mehr als zwei bis drei Banken zu einem Club zusammenführen müsste, wird der Vorteil einer Debt-Fund-Finanzierung aus einer Hand immer bedeutender. Die Komplexität ist bei größeren Bankenclubs einfach zu hoch“, kommentiert Norbert Schmitz, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium die Entwicklung. „Darüber hinaus haben viele Banken mittlerweile bestehende Intercreditor-Vereinbarungen mit Debt Funds, so dass erst zwischen Signing und Closing einer Transaktion eine Bank in die Struktur eingebettet werden kann, um die Konditionen noch etwas attraktiver zu gestalten“, ergänzt Schmitz. Ein weiterer Trend: „Wir sehen vermehrt Debt Funds – überwiegend von Versicherungen aufgesetzt -, die den Banken mit Krediten zu Bankkonditionen Wettbewerb machen“, erläutert Johannes Schmittat, ebenfalls Managing Director von GCA Altium. Der Liquiditätsüberhang führe dazu, dass Debt Funds immer günstigere Kreditstrukturen anbieten. Damit falle eines der letzten Argumente – der Preis – für eine Bankenfinanzierung weg.

Die aktivsten Private-Equity-Häuser im ersten Halbjahr waren mit je zwei Transaktionen Equistone, Waterland und die DBAG. Auf Bankenseite hat die SEB in diesem Jahr die meisten Transaktionen (5) umgesetzt und liegt auf Zwölfmonatsbasis (10 Transaktionen) knapp vor der Commerzbank (8) und der Unicredit (7).

Der europäische Gesamtmarkt für Unitranche-Finanzierungen von Debt Funds ist mit 96 Transaktionen im ersten Halbjahr 2019 weitestgehend stabil und liegt etwa 10 Prozent unter dem Vorjahresvolumen. Neben Deutschland mit 15 Transaktionen wurden Unitranches auch in Großbritannien (43 Transaktionen) und Frankreich (17 Transaktionen) intensiv genutzt.

(Pressemitteilung GCA Altium vom 29.07.2019)


Redaktion

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