• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Secondhand-Mode: Umsatz steigt bis 2025 auf 6 Milliarden Euro

07.09.2023

Secondhand-Mode: Umsatz steigt bis 2025 auf 6 Milliarden Euro

Autokonzerne auf der Überholspur

©Cybrain/fotolia.com

Das Volumen des Secondhand-Modemarktes in Deutschland wird von rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf schätzungsweise 5 bis 6 Milliarden Euro bis 2025 ansteigen.

Was bei Autos, Unterhaltungselektronik und Büchern längst Usus ist, etabliert sich auch im Bereich Kleidung und Schuhe: Der Kauf von gebrauchten Artikeln liegt voll im Trend. Die Treiber für das Wachstum des Secondhand-Marktes sind insbesondere das steigende Bewusstsein der Verbraucher:innen für Nachhaltigkeit sowie die Aussicht auf günstigere Preise für wertige Markenartikel. Expert:innen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland schätzen, dass das Volumen des Secondhand-Modemarktes in Deutschland von rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf fünf bis sechs Milliarden Euro bis 2025 ansteigen wird.

Die Gen Z als Vorreiter für gebrauchte Kleidung und Luxusmarken

Im Global Consumer Insights Survey, für den PwC zwei Mal jährlich Verbraucher:innen in 25 Ländern weltweit befragt, gaben 56 % der deutschen Konsument:innen an, dass sie bereits gebrauchte Kleidungsstücke gekauft haben. In der Gen Z sind es sogar 64 %. Bei Luxusmarken – etwa für Bekleidung oder Handtaschen – haben 44 % schon einmal Secondhand-Artikel erworben; in der Gen Z sind es elf %punkte mehr (55 %).

Aber auch Möbel und Elektronik werden zunehmend gebraucht gekauft. So gibt rund jede:r zweite befragte Bundesbürger:innen an, Möbelstücke oder Elektronikartikel bereits aus zweiter Hand erworben zu haben.

Online-Verkaufsplattformen besonders beliebt

Beim Kauf von Secondhand-Mode und Accessoires spielt der Online-Handel eine zentrale Rolle. So setzt gut die Hälfte der Konsument:innen (54 %) auf Online-Kanäle, um gebrauchte Kleidung und Schuhe zu shoppen. 24 % nutzen Online-Verkaufsplattformen wie Ebay Kleinanzeigen oder Vinted. 19 % gehen über Händler wie Zalando oder AboutYou, während 11 % gebrauchte Kleidung über Secondhand-Online-Spezialisten wie Momox oder Rebuy kaufen.

Zu den meistgenutzten Plattformen in Deutschland gehören neben Ebay (Kleinanzeigen) als Generalisten für Secondhand-Ware insbesondere Vinted (ehemals Kleiderkreisel) und Momox Fashion. Auf Vinted sind europaweit über 550 Millionen Modeartikel gelistet. Momox Fashion bietet in Deutschland mehr als eine Million Modeartikel von über 2000 Marken. Insgesamt wurden dort bisher 18 Millionen Kleidungstücke von 800.000 Kund:innen gekauft.

Rund 39 % der Verbraucher:innen kaufen Secondhand-Bekleidung und -schuhe lieber stationär ein. Dafür suchen sie vor allem Secondhand-Shops auf (15 %), schlendern über Flohmärkte (13 %) oder kaufen Outfits, die Familienmitglieder oder Bekannten bereits getragen haben (11 %).

Anbieter setzen in der Regel auf eines von vier Geschäftsmodellen

Die Anbieter von Secondhand-Produkten setzen beim Vertrieb in der Regel auf eines von vier Geschäftsmodellen: Entweder sie nutzen Online-Verkaufsplattformen, über die Kund:innen direkt verkaufen und voreinander kaufen können, oder auf verwaltete Plattformen, bei denen Unternehmen als Vermittler agieren. Manche Marken und Einzelhändler arbeiten mit spezialisierten Technologie-Anbietern zusammen, die sich um alle mit dem Wiederverkauf verbundenen Prozesse kümmern. „Der vierte und einfachste Weg für eine Marke oder einen Einzelhändler, um sich am Wiederverkauf zu beteiligen, ist die Partnerschaft mit einer Plattform“, erklärt Dr. Christian Wulff, Consumer Markets Leader PwC Deutschland und EMEA. So kooperiert das E-Commerce-Unternehmen AboutYou beispielsweise seit Juli 2023 mit dem Online-Spezialisten für Secondhand Momox Fashion, um seinen Kunden ein deutlich größeres Angebot an gebrauchter Mode machen zu können.

Marktprognose für Secondhand-Mode-Segment

Fest steht: Secondhand ist im Aufwind und wird in den kommenden Jahren weiter stark wachsen. Das gilt besonders für den Bereich Mode. 2022 lag das Volumen des Secondhand-Mode-Marktes weltweit bei 112 Milliarden Euro. Bei jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 16 % werden es nach Ansicht der PwC-Expert:innen bis 2025 rund 184 Milliarden Euro sein. Der deutsche Secondhand-Umsatz für Mode dürfte zu dieser Summe fünf bis sechs Milliarden Euro an Marktvolumen beisteuern.

(pwc vom 07.09.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Idee, Glühbirne, Forschung, Entwicklung
Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

18.04.2024

US-Konzerne erhöhen Forschungsausgaben

Trotz stagnierender Umsätze und sinkender Gewinne: Die innovativsten Top-Konzerne der Welt investieren weiterhin stark in Forschung und Entwicklung (F&E). So sind die Forschungs- und Entwicklungsbudgets der 500 Unternehmen weltweit mit den höchsten F&E-Ausgaben im Jahr 2023 um insgesamt 12 % gestiegen – obwohl der Umsatz nur um 2 % zulegte und der Gesamtgewinn sogar um 9 % schrumpfte.

US-Konzerne erhöhen Forschungsausgaben
Investition, Geld, Investor, Vermögen, Kapital
Meldung

pitinan/123rf.com

18.04.2024

Unternehmen planen weniger Investitionen für 2024

Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Investitionsvorhaben für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Die ifo Investitionserwartungen fielen auf -0,1 Punkte im März, nach +1,2 Punkten im November. „Die globale Nachfrage nach Investitions- und Vorleistungsgütern bleibt schwach und wirtschaftspolitische Unsicherheiten bestehen weiter. Viele Unternehmen verschieben daher ihre Investitionsentscheidungen“, sagt Lara Zarges, Konjunkturexpertin am ifo Institut.

Unternehmen planen weniger Investitionen für 2024
Europa, Europaflagge, EU, Parlament, Kommission
Meldung

©Grecaud Paul/fotolia.com

17.04.2024

EU-Binnenmarkt ist der wichtigste Auslandsmarkt

Der europäische Binnenmarkt besitzt für die mittelständischen Industrieunternehmen sowohl als Beschaffungs- als auch Absatzmarkt von allen Auslandsmärkten die höchste Relevanz, gefolgt von den Märkten in den anderen europäischen Ländern und in China. Dies zeigte in 2023 eine IfM-Befragung von über 1.800 Führungskräften im industriellen Mittelstand. EU-Binnenmarkt bietet viele Vorteile Die Unternehmen profitieren sowohl von der

EU-Binnenmarkt ist der wichtigste Auslandsmarkt
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank