• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken erwarten vermehrt Fusionen

07.09.2017

Sparkassen und Genossenschaftsbanken erwarten vermehrt Fusionen

Beitrag mit Bild

© yurolaitsalbert / fotolia.com

Sparkassen und Genossenschaftsbanken rechnen bis 2019 mit vielen weiteren Fusionen. Vor allem genossenschaftliche Institute gehen von massiven Veränderungen aus, während die Sparkassen vergleichsweise gelassen in die Zukunft blicken. Dies sind Ergebnisse der aktuellen „Fusionen-Studie 2017“ der Unternehmensberatung Berg Lund & Company.

Schrumpfende Erträge, niedrige Zinsen und strenge regulatorische Anforderungen zwingen immer mehr regionale Banken zu Filialschließungen und Personalabbau. Viele Institute kämpfen nicht mehr nur um ihre Marktposition, sondern um ihre Existenz. In diesem Umfeld wird die Option, mit anderen Instituten zu fusionieren, immer attraktiver, wie die „Fusionen-Studie 2017“ zeigt. Bei den Genossenschaftsbanken rechnen alle befragten Vorstände und leitenden Angestellten damit, dass bis 2019 jede zehnte Bank ihrer Zunft in einem anderen Institut aufgeht. Jeder achte Manager dieser Gruppe geht sogar davon aus, dass sich die Anzahl der Genossenschaften in den nächsten zwei Jahren mehr als halbieren wird. Aktuell gibt es noch knapp 1.000 genossenschaftlich organisierte Banken in Deutschland, im Jahr 1999 waren es mehr als 2.000. „Häuser mit Fusionserfahrung stehen einer Fusion als möglicher Handlungsoption zur weiteren Unternehmensentwicklung deutlich offener gegenüber“, sagt Dr. Ingo Garczorz von Berg Lund & Company. „Wie die Studie zeigt, planen zwei Drittel der bereits fusionierten Institute sogar weitere Zusammenschlüsse.“

Sparkassen bleiben relativ gelassen

Die befragten Sparkassen schätzen die zukünftige Fusionsdynamik deutlich zurückhaltender ein. Von einer Halbierung der Sparkassen bis

2019 gehen gerade einmal drei Prozent der in dieser Gruppe befragten Manager aus. Etwa jeder Vierte rechnet mit mindestens 100 Fusionen.

Die Kollegen aus den Genossenschaftsbanken hingegen zeichnen ein düstereres Bild ihrer Konkurrenz: Hier gehen 60 Prozent von mindestens 100 Sparkassen-Fusionen aus. Ein Fünftel glaubt sogar, dass bis 2019 jede Sparkasse im Durchschnitt eine Fusion durchlaufen wird.

„Fusionen unter Sparkassen sind aufgrund der kommunalen Verankerung der Institute deutlich abhängiger von übergeordneten Rahmenbedingungen, die durchaus zu einem Scheitern von Fusionen führen können, wie Beispiele in der jüngsten Vergangenheit zeigen“, sagt BLC-Experte Ingo Garczorz. Allerdings hängt auch bei Sparkassen die Einschätzung zur erwarteten Fusionsdynamik wesentlich davon ab, ob die Häuser bereits an Fusionen beteiligt waren oder nicht. Bei bereits fusionierten Instituten gehen 80 Prozent der Befragten davon aus, voraussichtlich noch einmal zu fusionieren.

Fusion intern oft noch Tabuthema

Wie die Studie zeigt, ergibt sich bei den Sparkassen-Managern kein einheitliches Bild, wenn sie nach ihrem eigenen Institut und der Entwicklung in ihrer Bankgruppe gefragt werden. Einen Grund für diese Unsicherheit sieht Garczorz darin, dass das Thema Fusion bei der Unternehmensentwicklung in vielen Häusern noch ein Tabuthema ist.

„Die Sparkassen sollten eine Fusion als eine ’natürliche Handlungsoption‘ behandeln, um sich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten und deren Attraktivität klar zu werden“, empfiehlt Ingo Garczorz. „Dann sind die Führungskräfte gut vorbereitet, um auf konkrete Anfragen mit der nötigen Flexibilität und Offenheit zu reagieren.“ Und das kann manchmal schneller gehen als man glaubt, schließlich könne so eine Fusion auch „mal an ein Haus heranschwappen“, zitiert Garczorz einen Vorstandsvorsitzenden einer Sparkasse.

(Pressemitteilung Berg Lund & Company vom 05.09.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©pitinan/123rf.com

04.11.2026

CFO-Studie: Zwischen großen Zielen und knappen Ressourcen

Laut einer aktuellen CFO-Studie des Beratungsunternehmens RGP erwarten 89% der CFOs eine positive Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Allerdings geben 49% an, dass ihre Transformationsvorhaben die verfügbaren Umsetzungskapazitäten übersteigen. Nur 31% berichten, dass mindestens drei Viertel ihrer großen strategischen Initiativen in den vergangenen drei Jahren die angestrebten Ergebnisse fristgerecht erreicht haben. Hohe Verantwortung, wenig

CFO-Studie: Zwischen großen Zielen und knappen Ressourcen
Meldung

©putilov_denis/fotolia.com

03.11.2026

Deutschlands Rechenzentren vor gewaltigem Wachstum

Künstliche Intelligenz (KI) verändert den deutschen Rechenzentrumsmarkt grundlegend. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie werden 2035 bereits 55 % der Kapazitäten für KI und Hochleistungsrechnen (HPC) benötigt. 2026 liegt der Anteil noch bei 20 %. Die gesamte IT-Anschlussleistung soll von 3.300 Megawatt auf rund 9.700 Megawatt steigen. Damit bleibt Deutschland Europas größter Rechenzentrumsstandort. International wächst jedoch der

Deutschlands Rechenzentren vor gewaltigem Wachstum
Meldung

©peshkova/123rf.com

02.11.2026

CFO-Survey: Hohe Erwartungen an KI, aber wenig Kostentransparenz

Während viele Unternehmen in Deutschland KI inzwischen über Pilotprojekte hinaus einsetzen, gelingt der Sprung zur grundlegenden Transformation und umfassender KI-Nutzung bislang nur wenigen. Ein wesentlicher Grund: Es fehlt häufig an Transparenz bei Nutzen und Kosten. Das ergab der aktuelle CFO-Survey von Deloitte, für den zwischen dem 10.09.-02.10.2026 mehr als 120 Finanzvorstände deutscher Großunternehmen befragt wurden.

CFO-Survey: Hohe Erwartungen an KI, aber wenig Kostentransparenz
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)