• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Start-ups: Nur eine Minderheit kommt bei öffentlichen Aufträgen zum Zug

19.08.2020

Start-ups: Nur eine Minderheit kommt bei öffentlichen Aufträgen zum Zug

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

©Sunnystudio/fotolia.com

Bund, Länder und Kommunen wollen in den kommenden Monaten verstärkt in die Digitalisierung von Verwaltung, Behörden und Schulen investieren – aber an Start-ups könnten viele dieser Aufträge vorbeigehen. Denn bislang hat sich gerade einmal jedes dritte Start-up auf einen öffentlichen Auftrag beworben (36%). Und das obwohl von denjenigen, die bislang darauf verzichtet haben, nur jedes Dritte (33%) angibt, dass die eigenen Produkte oder Dienstleistungen sich nicht für öffentliche Einrichtungen eignen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 206 Start-ups.

Die öffentliche Hand muss sich deutlich mehr anstrengen, Aufträge rund um die Digitalisierung an Start-ups zu vergeben, so der Digitalverband Bitkom, der sieben Maßnahmen für eine Start-up-freundlichere Vergabe vorschlägt. Mit der öffentlichen Vergabe könne die Politik zum einen ganz unmittelbar Start-ups unterstützen, zum anderen aber Lösungen einkaufen, die auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung sind.

Als Hauptgründe für den Verzicht auf eine Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen nennen Start-ups in der Umfrage vor allem, dass der Vergabeprozess zu lange dauert (40%), es an der Zeit fehlt, sich mit Ausschreibungen zu beschäftigen (36%), die Unterlagen zu kompliziert sind (31%) und die geforderten Nachweise etwa zur Bonität oder zu Referenzkunden das eigene Start-up ausschließen (31%). 17% geben an, dass öffentliche Aufträge nicht lukrativ genug sind, ebenso viele glauben, dass Start-ups ohnehin keine echte Chance haben.

Jedes dritte Start-up ist trotz Angebotsabgabe bislang immer leer ausgegangen

Tatsächlich gehen Start-ups, die sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen, häufig leer aus, stellt Bitkom fest. So geben 4 von 10 (40%) an, bisher immer oder häufiger zum Zug gekommen zu sein. Jedes vierte Start-up (25%), das schon einmal ein Angebot abgegeben hat, sagt, selten berücksichtigt worden zu sein – und 32% haben trotz Einreichung der Unterlagen noch nie den Zuschlag bekommen. Wenn wir wirklich wollen, dass die öffentliche Hand auf innovative Angebote von Start-ups zurückgreifen kann, dann müssen wir den Vergabeprozess auch stärker auf Start-ups ausrichten, fordert der Digitalverband. Das fange bei einem vollständig digitalen Prozess und Transparenz über den Stand an und gehe bis zu einer Anpassung der Kriterien, so dass sie auch für junge Start-ups erfüllbar sind, die keine fünf Bilanzen und zehn Referenzkunden vorweisen können.

Bislang sind die Erfahrungen mit öffentlichen Aufträgen für Start-ups eher ernüchternd. Der Umfrage zufolge sagt zwar rund jedes fünfte Start-up (23%), dass sich bereits an Ausschreibungen beteiligt hat, dass man das auf jeden Fall wieder tun wird, und jedes dritte (33%) geht eher davon aus. Aber ebenfalls rund jedes Dritte (37%) hält das für eher unwahrscheinlich und 7% sagen sogar: wir beteiligen uns auf keinen Fall erneut an öffentlichen Ausschreibungen.

Vorschläge zur öffentlichen Vergabe

Um mehr Start-ups eine erfolgreiche Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen zu ermöglichen, schlägt der Digitalverband Bitkom sieben Maßnahmen vor, die im Positionspapier „7 Punkte für mehr Start-ups in der öffentlichen Vergabe“ zusammengefasst sind. Dazu gehört unter anderem bestehende innovative Vergabekriterien und -verfahren auch anzuwenden, neue Vergabekriterien zu schaffen, gezielte Schulung und Vernetzung von Start-ups und Vergabeverantwortlichen sowie eine Digitalisierung des Vergabeverfahrens selbst.

Special Edition der Smart Country Convention

An Start-ups, die stärker mit der öffentlichen Hand zusammenarbeiten wollen, wendet sich auch die Smart Country Convention am 27. und 28.10.2020. Sie findet in diesem Jahr als Special Edition virtuell statt und ist eine Kombination aus Kongress und Networking. Am ersten Tag liegt der Fokus auf E-Government und am zweiten Tag auf Smart City. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Vertreter von Bund, Ländern, Landkreisen, Städten und Gemeinden und kommunalen Unternehmen. Im Rahmen der Smart Country Convention wird auch der Smart Country Start-up Award vergeben, für den sich interessierte Start-ups noch bis 18.09.2020 bewerben können.

Weitere Informationen zur Smart Country Convention gibt es hier.

(Pressemitteilung Bitkom vom 19.08.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Finanzen, Krise, Verknappung
Meldung

© djvstock/fotolia.com

27.09.2022

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet

Pandemie, Ukrainekrieg, Versorgungsengpässe, Inflation – Unternehmen sehen sich parallel mit diversen Krisen konfrontiert. Zudem müssen Firmen ihre Digitalisierung vorantreiben und den gestiegenen ESG-Anforderungen nachkommen. Diese vielfältigen Herausforderungen spiegeln sich auch in der aktuellen „Restrukturierungsstudie 2022“ von Roland Berger wider: 92% der befragten Experten und Expertinnen erwarten eine Zunahme der Restrukturierungsfälle. Mehr als die Hälfte sieht die Unternehmen nur bedingt oder gar nicht auf exogene Schocks vorbereitet.

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet
Working Capital Management
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

27.09.2022

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht

Die Automobilindustrie war in den vergangenen Jahren mit gleich mehreren großen Herausforderungen konfrontiert: Lockdowns infolge neuer Corona-Wellen, unterbrochene Lieferketten, starke Nachfrageschwankungen sowie ein Mangel an wichtigen Materialien und Bauteilen – Stichwort Chipkrise – setzten der Branche zu. Trotz dieser widrigen Umstände ist es den Unternehmen gelungen, ihre Umsätze zwischen 2017 und 2021 um 9% zu steigern und die Kapitalbindungsdauer um einen Tag zu verringern. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Herstellern und Zulieferern: Während die Original Equipment Manufacturer die Kapitalbindungsdauer seit 2017 von 19 auf 14 Tage drücken konnten, ist diese Kennzahl bei den Zulieferern in den vergangenen fünf Jahren auf 56 Tage gestiegen (plus sechs Tage).

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

26.09.2022

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs machen sich im M&A-Markt bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2022 fanden in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich weniger Fusionen und Übernahmen statt als im vorangegangenen Halbjahr. Die Anzahl der Transaktionen sank von 1.884 auf 1.436 – ein Rückgang um 23,8%. Davon entfielen 1.061 auf Deutschland, 104 auf Österreich und 271 auf die Schweiz. Die Höhe der Unternehmenskäufe fiel um 34,8% von 107,4 auf 67,3 Mrd. €.

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank