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27.09.2016

Studie enthüllt Indikatoren für Firmenübernahmen

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein privates Unternehmen aus der EMEA-Region akquiriert wird, liegt bei 8,2%. Handelt es sich allerdings um eine Aktiengesellschaft, ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme mit 4,2% deutlich geringer. Das sind die Ergebnisse der Studie „Attraktive M&A-Ziele: Wonach suchen Käufer?“ des M&A-Dienstleisters Intralinks und des M&A-Forschungszentrums der Cass Business School.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein privates Unternehmen aus der EMEA-Region akquiriert wird, liegt bei 8,2%. Handelt es sich allerdings um eine Aktiengesellschaft, ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme mit 4,2% deutlich geringer. Das sind die Ergebnisse der Studie „Attraktive M&A-Ziele: Wonach suchen Käufer?“ von Intralinks und der Cass Business School. In der Studie wurde untersucht, was ein Unternehmen zu einem attraktiven Akquisitionsziel macht. Auch wurde ein interaktiver Online-Rechner entwickelt, so dass Unternehmen vergleichen können, wie attraktiv sie für potenzielle Käufer sind.

Für die Studie wurden sechs Finanzkennzahlen von fast 34.000 öffentlichen und privaten Unternehmen mit einem Jahresertrag von jeweils mindestens 50 Mio. USD über einen Zeitraum von 23 Jahren untersucht. Die Ergebnisse liefern Indikatoren hinsichtlich der Frage, welche Unternehmen voraussichtlich Akquisitionsziele werden und stellen signifikante Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Zielunternehmen heraus.

Was macht Unternehmen besonders attraktiv für Käufer?

In der Studie wurden sechs Merkmale herausgearbeitet, die statistisch wichtige Faktoren dafür sind, ob ein Unternehmen zu einem Akquisitionsziel wird. Ebenso wurde in der Studie festgestellt, dass signifikante Unterschiede bei den Werten dieser Merkmale auftreten, die eine Auswirkung aus die Übernahmewahrscheinlichkeit haben. Die Merkmale sind:

  1. Wachstum: Zielunternehmen haben ein höheres Wachstum als Nicht-Zielunternehmen. In der Studie wurde festgestellt, dass das Wachstum von Zielunternehmen über den Zeitraum von 23 Jahren um 2,4 Prozentpunkte höher ist als das Wachstum von Nicht-Zielunternehmen. Bei Marktrückgängen, Rezessionen und in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit war das Wachstum sogar noch höher.
  2. Rentabilität: Private Zielunternehmen sind rentabler als private Nicht-Zielunternehmen, während öffentliche Zielunternehmen weniger rentabel sind als öffentliche Nicht-Zielunternehmen. Seit 2000 liegt die Rentabilität von privaten Zielunternehmen 1,2 Prozentpunkte höher als bei privaten Nicht-Zielunternehmen, während die Rentabilität von öffentlichen Zielunternehmen 1,7 Prozentpunkte geringer ist als bei öffentlichen Nicht-Zielunternehmen. Seit 2008 sind öffentliche Zielunternehmen sogar 3,3 Prozentpunkte weniger rentabel als öffentliche Nicht-Zielunternehmen.
  3. Verschuldungsgrad: Private Zielunternehmen haben eine dreimal höhere Verschuldung als private Nicht-Zielunternehmen, ganz im Gegensatz zu öffentlichen Zielunternehmen. Diese sind weniger verschuldet als öffentliche Nicht-Zielunternehmen. Nach 2008 sind öffentliche Zielunternehmen um elf% weniger verschuldet als öffentliche Nicht-Zielunternehmen.
  4. Größe: Private Zielunternehmen sind 63% größer als private Nicht-Zielunternehmen. Öffentliche Zielunternehmen sind 55% kleiner als öffentliche Nicht-Zielunternehmen. Wie beim Verschuldungsgrad verhalten sich die Faktoren hier umgekehrt.
  5. Liquidität: Zielunternehmen haben eine geringere Liquidität als Nicht-Zielunternehmen. Unternehmen, die innerhalb der unteren 20% liegen, haben in einem beliebigen Jahr im Gesamtvergleich mit den Unternehmen durchschnittlich eine 35% höhere Wahrscheinlichkeit zu einem Akquisitionsziel zu werden.
  6. Bewertung: Öffentliche Zielunternehmen haben niedrigere Bewertungsmultiplikatoren als öffentliche Nicht-Zielunternehmen. Öffentliche Unternehmen aus dem unteren Drittel haben in einem beliebigen Jahr im Vergleich zu den öffentlichen Unternehmen insgesamt durchschnittlich eine 30% höhere Wahrscheinlichkeit, akquiriert zu werden.

„Wir haben herausgefunden, dass ein hoher Verschuldungsgrad und eine beträchtliche Größe die statistisch signifikantesten Anzeichen dafür sind, dass ein privates Unternehmen zu einem Akquisitionsziel wird. Gleichzeitig sind eine geringe Größe und Rentabilität die statistisch signifikantesten Anzeichen dafür, dass ein öffentliches Unternehmen zu einem Akquisitionsziel wird,“ sagt Philip Whitchelo, Vice President of Strategy and Product Marketing bei Intralinks. „Seit 2008 haben Käufer insbesondere leistungsschwache öffentliche Unternehmen ins Visier genommen, da diese eher Kandidaten für operative Verbesserungen und Kosteneinsparungen durch Fusionssynergien sind. Käufer nutzen auch die Gelegenheit, öffentliche Unternehmen zu übernehmen, deren Bewertung bei Marktrückgängen am meisten gefallen ist.“

Bei Unternehmen aus dem Energiesektor ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme am höchsten

Unternehmen des Energiesektors gehören zu den Unternehmen, die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit gekauft werden. Die Studie hat gezeigt, dass private Energieunternehmen eine fast doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit haben, in einem beliebigen Jahr zu einem Akquisitionsziel zu werden als alle privaten Unternehmen insgesamt; öffentliche Energieunternehmen hatten nach den Unternehmen des Finanzsektors die zweihöchste Wahrscheinlichkeit, zu einem Akquisitionsziel zu werden.

„Es gab viele historische Deals, die unsere Ergebnisse belegen“, kommentiert Professor Scott Moeller, Direktor, M&A Forschungszentrum an der Cass Business School in London. „Nimmt man die Übernahme von Panasonic Healthcare Co Ltd durch KKR im Jahr 2013, die Übernahme von Whyte & Mackay durch Emperador im Jahre 2014 oder die Übernahme von Biomet durch Zimmer im Jahr 2014 – diese Zielunternehmen hatten aufgrund ihrer Verschuldung und Größe eine hohe Wahrscheinlichkeit, zu Akquisitionszielen zu werden – und das wurde dann auch Realität.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Intralinks / Cass Business School vom 20.09.2016)

 


Redaktion

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