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02.03.2021

Studie zu Zukunftstechnologien: Deutschland mit Aufholbedarf bei Informationstechnologien

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© gearstd/fotolia.com

Deutschland verfügt über ein ausdifferenziertes Technologieprofil mit vielen Erfolg versprechenden Anknüpfungspunkten für die Zukunft. Eine aktuelle von KfW Research beim Fraunhofer Institut für Innovations- und Systemforschung (ISI) in Auftrag gegebene Studie zeigt die Stärken und Schwächen der hiesigen Wirtschaft mit Blick auf Zukunftstechnologien. Gut aufgestellt ist Deutschland demzufolge besonders bei Kfz-relevanten Technologien, aber auch im Bereich Produktionstechnologien, Umwelt- und Klimaschutz sowie den Medizintechnologien. Dies zeigt die Analyse von Patenten, wissenschaftlichen Publikationen und Markenanmeldungen. In einem zentralen Feld besteht jedoch erheblicher Nachholbedarf: Informationstechnologien – welche die Grundlage der Digitalisierung bilden – stellen keine deutsche Stärke dar.

Gerade für Deutschland als Technologienation ist es wichtig, mit Hilfe von Innovationen, technischem Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit in zentralen Technologiefeldern Wachstum zu schaffen, stellen die Autoren der KfW-Studie fest. Nur so könnten zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen und der Wohlstand gesichert und vermehrt werden. Deutschland könne dabei auf vielen traditionellen technologischen Stärken aufbauen. In Sachen Digitalisierung allerdings müsse Deutschland dringend aufholen.

Es führt kein Weg an der Digitalisierung vorbei

Informationstechnologien sind Schlüsseltechnologien, die bereits heute hohe Bedeutung auch für andere Wirtschaftszweige wie Kraftfahrzeuge, Maschinenbau oder Chemie haben – und diese Bedeutung wird der Untersuchung zufolge weiter zunehmen. Es führt also kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Eine Erweiterung des Kompetenzspektrums bei Informationstechnologien ist notwendig, sonst bleibt dieses wertvolle Wertschöpfungspotenzial für Deutschland verschlossen, so die Einschätzung der Studienautoren. Ziel müsse es sein, vor allem in der Anwendung dieser Technologien international wettbewerbsfähig zu werden.

Für die KfW-Studie Studie wurden insgesamt 32 potenzielle Zukunftstechnologien untersucht, bei denen eine hohe Marktrelevanz bereits in mittlerer Frist (fünf bis zehn Jahre) zu erwarten ist. Die identifizierten Zukunftstechnologien decken demnach eine große Bandbreite ab und spiegeln die vielfältigen Facetten der technologischen Kompetenz Deutschlands wider.

Gute Ausgangsposition bei Kraftfahrzeugs-, Produktions- sowie Umwelt- und Klimaschutztechnologien

Bei den Kraftfahrzeugtechnologien – wie hybridelektrische Kfz, Batterietechnik, elektrische Traktionsmotoren, Leichtbau bei Kfz und autonomes Fahren – sind die deutschen Unternehmen technologisch gut aufgestellt. Diese Technologien setzen bei bereits bestehenden, klassischen deutschen Stärken an. Ein weiteres Engagement in der Forschung ist jedoch erforderlich, vor allem um Kompetenzen in der Elektromobilität aufzubauen, so die Autoren der Studie.

Kompetenzspektrum muss auf Informationstechnologien erweitert werden

Informationstechnologien stellen für Deutschland hingegen eine Herausforderung dar. Ihnen kommt laut der Studie eine wachsende Bedeutung in vielen anderen Technologiefeldern und Wirtschaftszweigen zu. Allerdings sind die technologischen Kompetenzen Deutschlands hier nur mittelstark ausgeprägt. Da es wenig realistisch erscheint, nur durch verstärkte Forschung und Entwicklung in wenigen Jahren international den Anschluss bei der Entwicklung dieser Technologien zu erreichen, sollte bei diesen Technologien ein besonderes Augenmerk auf den Aufbau von Kompetenzen in ihrer Anwendung – insbesondere in der Produktionstechnik – gelegt werden, empfehlen die Studienautoren.

Umwelt- und Klimaschutztechnologien adressieren der Studie zufolge direkt gesellschaftliche Bedarfe, deren langfristige Bedeutung außer Frage steht. Damit sich diese Technologien wirtschaftlich auch auf kürzere Sicht für Unternehmen rechnen, ist es wichtig, zuverlässige Rahmenbedingungen für deren Nutzung zu schaffen, wie etwa die CO2-Steuer. Die Anreize, in Umwelt- und Klimaschutz zu investieren, müssen laut der Studienautoren auf breiter Front gestärkt werden.

Produktionstechnologien zählen der Untersuchung nach zu den traditionellen deutschen Stärken. Eine besondere Herausforderung für deutsche Unternehmen ist der neue Markt der additiven Fertigung und die weitere Integration der Informationstechnik.

Zu den Zukunftstechnologien der Medizin zählen z.B. neue Impfstoffe, die lange Zeit als ökonomisch wenig attraktiv galten. Mit der Corona-Pandemie haben Impfstoffe eine neue Bedeutung bekommen. Da es in den kommenden Jahren immer wieder ähnlich gefährliche neue Viren geben wird, kann ein erhebliches Wachstumspotenzial angenommen werden, so das Fazit der Studienautoren.

Die Analyse von KfW Research ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 02.03.2021)


Redaktion

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