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29.10.2021

Topmanager-Vergütung: Sozial- und Öko-KPIs werden wichtiger

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©Elnur Amikishiyev/123rf.com

Laut einer aktuellen Studie des Softwareanbieters Diligent haben 27 Prozent der deutschen börsennotierten Unternehmen im vergangenen Jahr nachhaltige KPIs als Teil ihrer Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Metriken (ESG) in die Vergütung von Führungskräften integriert. Vor zehn Jahren gab es noch kein deutsches Unternehmen, das ESG-Kriterien mit der Unternehmensvergütung verknüpft hatte.

Die Statistik ist Teil einer europaweiten Studie mit 1.914 Unternehmen, darunter 29 aus dem DAX 40.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas hinkt Deutschland auf diesem Gebiet jedoch immer noch hinterher. In 15 wichtigen europäischen Märkten (Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien) lag der Anteil der Unternehmen, die ESG-Kennzahlen in die Vergütungspläne für Führungskräfte aufgenommen haben, im letzten Jahr im Schnitt bei 34 Prozent. Im Jahr 2008 hatte ihr Anteil noch bei 4 Prozent gelegen. Der Anstieg in den letzten Jahren ist möglicherweise eine Folge des bevorstehenden Richtlinienvorschlags der EU-Kommission „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)“, der einen neuen Standard für die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung vorsieht und 2022 in Kraft treten wird.

Wenig Vertrauen in eigene ESG-Programme

Laut einer Umfrage der gemeinnützigen Organisation OCEG, die sich für Corporate Governance einsetzt, gaben mehr als die Hälfte der 530 befragten Führungskräfte von Unternehmen in Europa und den USA an, dass sie wenig oder gar kein Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Reife ihrer ESG-Programme haben. Das könnte ein Grund für die geringere Verbreitung von ESG-bezogenen Vergütungen in Deutschland sein.

Diligent empfiehlt Unternehmen, ESG-Programme ernst zu nehmen, um Risiken zu managen und die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten.

Peter Herr, Vertriebsleiter von Diligent in Deutschland: „ESG mit finanziellen Belohnungen zu verknüpfen, kann ein nützlicher Anreiz von Seiten der Unternehmen sein, wenn sie Erfolgskriterien entwickeln. Es ist jedoch besorgniserregend, dass so viele Führungskräfte kein Vertrauen in ihre ESG-Programme haben, was einer der Hauptgründe dafür sein könnte, dass dies für deutsche börsennotierte Unternehmen keine Priorität ist.“

ESG-Strategie heute ein Muss

„Eine ESG-Strategie ist eine fortlaufende Aufgabe im Hinblick auf die eigene Risikobewertung eines Unternehmens und die Sicherstellung seines Wachstums. Eine ESG-Strategie zu haben, ist nicht mehr freiwillig oder vorauseilend, sondern unerlässlich“, so Peter Herr.

In diesem Jahr haben mindestens 15 Unternehmen in ganz Europa beratende Abstimmungen über ihre Klimaschutzpläne durchgeführt, weitere sind zu erwarten. Da die Jahreshauptversammlungen vieler Unternehmen in der Regel im vierten und im ersten Quartal stattfinden, werden die Mitglieder des Vorstands und die Aktionäre wahrscheinlich in Kürze über „Say on Climate“-Vorschläge abstimmen müssen.

Eine kürzlich durchgeführte Überprüfung der von Unternehmensleitungen vorgeschlagenen Hauptversammlungsbeschlüsse ergab allerdings, dass zwischen Juni 2020 und Juli 2021 bei mehr als drei Vierteln (76 Prozent) der DAX-Unternehmen bei mindestens einer Abstimmung zehn Prozent der Aktionäre gegen die Vorschläge stimmten.

Führungskräfte müssen ESG-relevante Fakten kennen

Peter Herr: „Um über ökologische oder soziale Vorschläge abstimmen zu können, müssen Führungskräfte mit den Fakten vertraut sein, die Governance-Landschaft aus Sicht der Gesetzgebung und der Compliance verstehen und über einen effektiven Kommunikationskanal verfügen, um ihre Meinung zu äußern. Diligent kann Vorstandsmitglieder dabei unterstützen, die besten Entscheidungen für ihre langfristigen Geschäftsziele zu treffen.“

(Pressemitteilung Diligent vom 28.10.2021)


Redaktion

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