• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmen mit Frauen im Topmanagement sind an der Börse überdurchschnittlich erfolgreich

09.03.2020

Unternehmen mit Frauen im Topmanagement sind an der Börse überdurchschnittlich erfolgreich

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Tom-Hanisch / fotolia.com

Vielfalt in der Führung schlägt sich auch im Erfolg von Unternehmen nieder. Das zeigt die Studie „Boarding Call: Wie Unternehmen mit Vielfalt den Sprung nach oben schaffen – BCG Gender Diversity Index Germany 2019“. Demnach schneiden unter den 100 größten, börsennotierten Unternehmen die fortschrittlichsten 30 in Sachen Geschlechtervielfalt am Aktienmarkt um mehr als zwei Prozentpunkte erfolgreicher ab als der DAX. Zudem weisen die Aktien der 30 vielfältigsten Unternehmen eine geringere Volatilität als der DAX auf, also eine geringere Schwankungsbreite der Aktienpreise.

Die Boston Consulting Group hat zusammen mit der Technischen Universität München und der Deutschen Börse in mehreren Untersuchungen den Zusammenhang zwischen vielfältigem Topmanagement und der Innovationskraft von Unternehmen nachgewiesen. Nun zeigt sich laut der Studienautoren das Ergebnis auch am Aktienmarkt: eine bessere Performance. Es schade dem Geschäft, dass viele Unternehmen noch immer die Zielgröße Null für Frauen im Vorstand angeben. BCG und Deutsche Börse simulierten die Entwicklung eines Portfolios aus 30 DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen mit der höchsten Punktzahl für Gender Diversity. Ein solches Portfolio, das sich durch eine ausgewogene Gewichtung kleiner und mittelständischer Unternehmen entsprechend ihres Gender Diversity-Wertes auszeichnet, hat sich laut der Studie seit 2017 um etwa zwei Prozentpunkte besser und mit etwas geringerer Volatilität entwickelt als der DAX.

Divers geführte Unternehmen schneiden am Aktienmarkt besser ab

Die Analyse zeige auch, dass sich Frauen im Topmanagement positiv auf die Performance eines Unternehmens am Kapitalmarkt auswirken können. Ob sie der entscheidende Faktor dafür sind, werde eine langfristige Analyse zeigen.

Für den BCG Gender Diversity Index werden jährlich die 100 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands analysiert. Dabei steht sowohl die Verteilung der Geschlechter in Vorstand und Aufsichtsrat im Mittelpunkt als auch die Vergütung der Mitglieder in beiden Gremien. Auf Basis dieser Daten hat die Deutsche Börse ein vorläufiges Indexkonzept zum Thema Diversity entwickelt. Im Zeitraum von März 2017 bis November 2019 wurde die Performance der besten 30 Unternehmen des BCG Gender Diversity Index am Aktienmarkt mit der des DAX-Index verglichen.

„Gender Lens Investing“-Produkte bei internationalen Investoren gefragt

Geschlechtervielfalt in Unternehmen erhält entsprechend Rückenwind vom Kapitalmarkt – zumindest jenseits der deutschen Grenzen. Immer mehr Investoren achten nach Aussage der Studienautoren auf Geschlechtervielfalt in den Unternehmen, in die sie investieren. Und das nicht nur aus Gründen der Fairness, sondern weil sie die wirtschaftliche Notwendigkeit erkannt haben. „Gender Lens Investing-Produkte“ (GLI) gewinnen an Bedeutung. Es handle sich dabei um Anlagen, die sich auf Gleichberechtigung fokussieren – sei es in Organisationen mit einem überdurchschnittlichen Frauenanteil in Führungspositionen oder mit einem Produktangebot, das die Gleichstellung fördert. Innerhalb von vier Jahren ist das verwaltete Vermögen von GLI-Produkten weltweit von 100 Mio. USD im Jahr 2014 auf 2,4 Mrd. USD im Jahr 2018 gewachsen. Seit Mitte 2018 wurden mindestens zwei Dutzend neue GLI-Anlageprodukte auf den Markt gebracht.

In Deutschland ist diese Art des Investments jedoch noch weitestgehend unbekannt. Bislang gibt es laut der Analyse kein einziges Investmentvehikel mit Schwerpunkt auf Deutschland. Deutsche Unternehmen und Investoren laufen Gefahr, einen Trend zu verpassen und die wirtschaftliche Bedeutung von Geschlechtervielfalt zu unterschätzen, stellen die Studienautoren fest. So habe die Investmentbank Goldman Sachs kürzlich erklärt, keine Firma mehr an die Börse zu bringen, die nicht mindestens ein weibliches Führungsmitglied im Unternehmen hat. Investoren wie BlackRock oder State Street Global Advisors haben angekündigt, Führungsgremien mit rein männlicher Besetzung mit ihren Stimmrechten zu blockieren.

Diversität fördert innovative Unternehmenskultur

Die neue Studie zeige zudem, dass ein diverses Topmanagement sich nicht nur wirtschaftlich auszahlt, sondern auch nach innen wirke. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Arbeitnehmer verschiedenen Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft und sexueller Zugehörigkeit in Unternehmen mit vielfältigen Vorständen und Aufsichtsräten gehört fühlen, ist um 24 Prozentpunkte höher als bei Arbeitgebern ohne diverses Topmanagement (93% gegenüber 69%). Im gleichen Maße fühlen sie sich durch gemischte Führungsriegen ermutigt, sie selbst zu sein (91% gegenüber 67%).

Unternehmen, die Chancengleichheit ernst nehmen und Diskriminierung ausschließen, würden ihre Beschäftigten dazu inspirieren und motivieren, sich mit all ihren Fähigkeiten einzubringen. Ein weiterer Aspekt, der belege, dass sich Diversität an der Spitze für ein Unternehmen auf breiter Ebene lohne, so das Fazit der Studienautoren.

Die Studie gibt es hier zum Download.

(Pressemitteilung Boston Consulting Group vom 09.03.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Startup on Display of Vending Machine.
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

28.09.2022

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an

Der Bestand an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland hat sich wieder erholt. Nach dem coronabedingten Knick im Jahr 2020 stieg die Zahl der Start-ups 2021 auf 61.000 an. Im Corona-Jahr 2020 war ihre Zahl auf 47.000 gesunken. Der Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die wiederbelebte Gründungstätigkeit zurückzuführen. Durch diesen Basiseffekt ist auch die Zahl der Start-up-Gründungen gestiegen. Zugleich hat sich die Struktur der Gründungstätigkeit verändert: Es gründeten deutlich mehr Jüngere („U30“), was sich ebenfalls positiv auf die Zahl der Start-ups auswirkt, da die Projekte jüngerer Gründerinnen und Gründer häufiger Start-up-Merkmale aufweisen.

Start-up-Report 2022: Zahl der Start-ups überwindet Corona-Knick und steigt im Jahr 2021 wieder an
Finanzen, Krise, Verknappung
Meldung

© djvstock/fotolia.com

27.09.2022

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet

Pandemie, Ukrainekrieg, Versorgungsengpässe, Inflation – Unternehmen sehen sich parallel mit diversen Krisen konfrontiert. Zudem müssen Firmen ihre Digitalisierung vorantreiben und den gestiegenen ESG-Anforderungen nachkommen. Diese vielfältigen Herausforderungen spiegeln sich auch in der aktuellen „Restrukturierungsstudie 2022“ von Roland Berger wider: 92% der befragten Experten und Expertinnen erwarten eine Zunahme der Restrukturierungsfälle. Mehr als die Hälfte sieht die Unternehmen nur bedingt oder gar nicht auf exogene Schocks vorbereitet.

Restrukturierungsstudie: Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen – Unternehmen sind auf externe Schocks nicht vorbereitet
Working Capital Management
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

27.09.2022

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht

Die Automobilindustrie war in den vergangenen Jahren mit gleich mehreren großen Herausforderungen konfrontiert: Lockdowns infolge neuer Corona-Wellen, unterbrochene Lieferketten, starke Nachfrageschwankungen sowie ein Mangel an wichtigen Materialien und Bauteilen – Stichwort Chipkrise – setzten der Branche zu. Trotz dieser widrigen Umstände ist es den Unternehmen gelungen, ihre Umsätze zwischen 2017 und 2021 um 9% zu steigern und die Kapitalbindungsdauer um einen Tag zu verringern. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Herstellern und Zulieferern: Während die Original Equipment Manufacturer die Kapitalbindungsdauer seit 2017 von 19 auf 14 Tage drücken konnten, ist diese Kennzahl bei den Zulieferern in den vergangenen fünf Jahren auf 56 Tage gestiegen (plus sechs Tage).

Working Capital Report: Hersteller verbessern Working Capital Management, Zulieferer nicht
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank