• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmen schöpfen das Potenzial der Digitalisierung in der Steuerabteilung nicht voll aus

23.06.2021

Unternehmen schöpfen das Potenzial der Digitalisierung in der Steuerabteilung nicht voll aus

Beitrag mit Bild

© Coloures-pic/fotolia.com

Über das fast grenzenlose Potenzial technischer Möglichkeiten kann jeder täglich in der Presse lesen, aber die Frage ist, wie eine Steuerabteilung daraus ihren ganz individuellen Nutzen ziehen kann. Die Schwierigkeit besteht nicht darin einzelne Softwareelemente einzusetzen, sondern die nachhaltige Leistungsfähigkeit der neuen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und daraus das Zielbild für das zukünftige Betriebsmodell der Steuerabteilung – das Target Operating Model – zu entwickeln.

Die Steuerabteilungen von Unternehmen stehen insgesamt vor einem großen Wandel aufgrund der veränderten Anforderungen von Finanzverwaltungen weltweit. Immer mehr Staaten verlangen Zugang zu steuerlich relevanten Daten und Auswertungen in Echtzeit. „Viele Steuerabteilungen sind bei der Automatisierung von Steuerdaten am Anfang. Wenn überhaupt kommen sie erst bei der Digitalisierung einzelner Steuerarten voran“, sagt Alexander Reiter, Leiter der Steuerberatung bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in Deutschland. Das zeigt auch die aktuelle Untersuchung „EY Tax Innovation Survey“, für die 207 Steuerexperten von Unternehmen in Deutschland mit einem durchschnittlichen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro befragt wurden.

Die Ergebnisse des Surveys offenbaren in Teilen signifikantes Verbesserungspotential in Bezug auf das technologische Verständnis der Mitarbeiter und eine fehlende Innovationskultur. Beides führt dazu, dass die Potenziale für eine moderne Steuerabteilung nicht genutzt werden können. Nur zwei Prozent der Unternehmen geben an, bei der Digitalisierung im Bereich Steuern bereits am Ziel angekommen zu sein.

Technologien werden immer wichtiger

Der Einsatz von Big Data oder Data Analytics kann Unternehmen dabei unterstützen, große Mengen an Steuerdaten zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Auch Methoden der Künstlichen Intelligenz werden in Zukunft in die Steuerabteilung Einzug halten. „In der Praxis beobachten wir oft einen Mangel an Verständnis der vielfältigen Möglichkeiten für technologische Entwicklungen im Bereich Steuern“, erklärt Reiter. Einzelne Lösungen können zwar im Trend liegen – ohne tiefgreifende Integration in das operative Umfeld des Gesamtunternehmens resultiert jedoch ein bunter Flickenteppich.

„Entsprechend müssen Unternehmen ihre Daten stärker vernetzen. Rein steuerliches Know-how wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, um die sich stark verändernden Aufgaben erfüllen zu können“, betont Alexander Vetten, GSA Tax Innovation Leader bei EY.

Aufgaben ändern sich stark

Der Arbeitsalltag der Steuerfachleute verändert sich bereits heute. Traditionell ist die steuerliche Tätigkeit geprägt vom Fachwissen für einzelne Steuerarten. Die Zukunft liegt darin, Daten mit Hilfe von Technologien zu verarbeiten und auszuwerten. „Lag der Fokus bisher darauf, eine Aufgabe auszuführen, liegt er in Zukunft darauf, Prozesse zu überwachen, Daten zu verstehen und sie zu interpretieren“, sagt Alexander Vetten, GSA Tax Innovation Leader bei EY.

Der EY Tax Innovation Survey zeigt, dass sich Digitalisierung und Transformation nicht nur auf der technischen Ebene abspielen, sondern dass die Transformation der Mitarbeiter und der gelebten Prozesse im Mittelpunkt stehen.

Vorteilhaft ist ein innovationsfreudiges Umfeld, das den Mut zur Veränderung und neue Lösungen fördert.

Allerdings scheinen viele Unternehmen die Wichtigkeit des Themas noch nicht erkannt zu haben. Lediglich 39 Prozent der Unternehmen bieten ihren Steuerexperten besondere Anreize, um innovative Ideen voranzutreiben, etwa über Boni oder Zielvereinbarungen. Und weitere 57 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen keine Möglichkeit für Fortbildungen im Bereich der Innovationen gibt.

„Der Wandel kann nur gelingen, wenn die Mitarbeiter offen sind und die Transformation mittragen. Es gilt, sie mitzunehmen und ihnen Ängste zu nehmen“, betont Reiter. Wie die Befragung zeigt sind Unternehmen erfolgreicher, wenn Veränderungen nicht nur vom Abteilungsleiter entschieden, sondern von der Belegschaft mitgetragen werden.

(Pressemitteilung EY vom 23.06.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©fotomek/fotolia.com

24.09.2026

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn

Banken, die konsequent auf vertrauenswürdige künstliche Intelligenz setzen, erzielen deutlich höhere Erträge aus ihren KI-Investitionen. Das zeigt der aktuelle „Data and AI Impact Report“ des Softwareanbieters SAS, dessen Daten vom Marktforschungsunternehmen IDC erhoben wurden. Banken liegen beim KI-Vertrauen vorn Im Branchenvergleich zählen Banken zu den Vorreitern. Ihr Trustworthiness-Index stieg binnen eines Jahres um 12,8 Punkte

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn
Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
Meldung

pitinan/123.rf.com

22.09.2026

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz, und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für generative KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)