• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmerische Akzeptanz durch gezielte Klimaregulierung stärken

04.06.2024

Unternehmerische Akzeptanz durch gezielte Klimaregulierung stärken

Je weniger Detailvorgaben die Unternehmen erhalten, desto besser gelingt die ökologische Transformation, zeigt eine neue IfM-Studie.

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Überwiegend herrscht in den mittelständischen Unternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell besteht jedoch die Gefahr, dass ein zu hoher Detaillierungsgrad sowie eine überbordende Zertifizierungspflicht zu Ausweichstrategien führen könnten. „Die Familienunternehmerinnen und -unternehmer stehen dem Regulierungsziel Klimaschutz positiv gegenüber – nicht zuletzt, weil sie sich aufgrund ihrer regionalen Verwurzelung gegenüber ihrer Heimat und ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern in der Verantwortung sehen. Daneben spielen intrinsische Motive wie die persönliche Überzeugung der Führungskräfte und extrinsische Motive wie die Kundenerwartung eine Rolle“, berichtet IfM-Wissenschaftler Hans-Jürgen Wolter. Zugleich zeigt die Studie „Die unternehmerische Akzeptanz von Klimaschutzregulierung“ aber auch, dass Unternehmerinnen und Unternehmer neue Vorgaben mittlerweile deutlich kritischer sehen, weil sie die Abläufe in den Unternehmen stören und Manpower durch die Beschäftigung mit den neuen Regulierungen binden.

Gefahr der Ausgrenzung von Marktteilnehmern

Besonders negativ bewerten Unternehmerinnen und Unternehmer die steigende Anzahl an Zertifizierungspflichten, weil sie zu zusätzlichen Kosten und einer höheren bürokratischen Belastung führen. „Ein Problem stellt in diesem Zusammenhang auch das begrenzte Angebot an Zertifizierungsmöglichkeiten dar. Dadurch erhöhen sich die Zertifizierungskosten. Das wiederum kann dazu führen, dass ein Teil der Unternehmen leer ausgeht, weil sie nicht ausreichend finanzkräftig sind. Da bestimmte Zertifikate beispielsweise Grundvoraussetzung für den Zugang zu Fördermitteln sowie für die Bewerbung um Aufträge von öffentlichen oder privaten Großkunden sind, werden diese mittelständischen Unternehmen faktisch von der Marktteilnahme ausgeschlossen“, kritisiert Hans-Jürgen Wolter.

Ähnlich kritisch sehen mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer auch die Komplexität der Nachhaltigkeitsberichterstattung, mit denen größere Familienunternehmen und ihre Zulieferer zukünftig konfrontiert sind: So müssen sie zunächst mit Hilfe einer Wesentlichkeitsanalyse herausfinden, über welche der 1.000 Datenpunkte – von der CO2-Blianzierung, über die Klimarisikobewertung bis hin zu Fragen der Gleichstellung und Good Governance – sie berichten müssen. Hinzu kommen Ausnahme- und Aufschubmöglichkeiten, bei denen sie gleichfalls prüfen müssen, welche für sie relevant sind.

Unternehmen mehr Flexibilität zugestehen

Um eine positive Grundeinstellung der Familienunternehmerinnen und -unternehmer gegenüber der ökologischen Transformation zu fördern, empfehlen die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die klimafreundlichen Regulierungen auf möglichst wenige Instrumente mit möglichst großer Wirksamkeit zu beschränken. Dazu zählen beispielsweise der EU-Emissionshandel, das CO2-Grenzausgleichssystem oder die Klimasozialfonds. Solche flexiblen Lösungen würden langfristig das betriebliche Innovationspotenzial für weiterreichenden Klimaschutz am besten nutzbar machen – und verpflichtende Zertifizierungen auf wenige Schlüsselindikatoren begrenzen.

(IfM Bonn vom 03.06.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

09.07.2026

Kapitalerhöhungen im Aufwärtstrend

Die Entwicklung am deutschen Emissionsmarkt zeigt im zweiten Quartal 2026 ein insgesamt robustes Bild. Zwar hat sich trotz verbesserter Kapitalmarktbedingungen nur ein Unternehmen neu auf das Börsenparkett gewagt, aber bei den Kapitalerhöhungen zeigt der Trend deutlich nach oben – ein klarer Hinweis, dass die Aufnahmebereitschaft des Marktes grundsätzlich vorhanden ist. Zu diesen Ergebnissen kommt die

Kapitalerhöhungen im Aufwärtstrend
Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

08.07.2026

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 % der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten. Dieser Wert, der im Vergleich zum Vorquartal um 6,5 Prozentpunkte zulegte, markiert einen neuen Rekordwert seit Beginn der Umfrageaufzeichnung im Jahr 2017. Für die KfW-ifo-Kredithürde wertet

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch
Meldung

©number1411/fotolia.com

07.07.2026

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch

Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund 2,8 Billionen Euro im Jahr 2024 laut den aktuellsten verfügbaren Daten. Das waren 29 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)