27.02.2024

Verordnung über Sofortzahlungen angenommen

Autokonzerne auf der Überholspur

© momius / fotolia.com

Die Verordnung über Sofortzahlungen wird es ermöglichen, Geld innerhalb von zehn Sekunden zu in alle EU-Mitgliedstaaten zu überweisen.

Der Rat der EU hat am 26.02.2024 eine Verordnung angenommen, mit der Sofortzahlungen in Euro für Verbraucher und Unternehmen in der EU und in den EWR-Ländern in vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden.

Die neuen Vorschriften werden die strategische Autonomie des europäischen Wirtschafts- und Finanzsektors verbessern, da sie dazu beitragen, übermäßige Abhängigkeiten von Finanzinstituten und ‑infrastrukturen aus Drittländern zu verringern. Die Möglichkeiten zur Mobilisierung von Cashflows werden verbessert; dadurch entstehen Vorteile für die Bürgerinnen und Bürgern und die Unternehmen, und es werden Chancen für innovative Dienste mit Zusatznutzen eröffnet.

Überweisungen innerhalb von 10 Sekunden

Die Verordnung über Sofortzahlungen wird es ermöglichen, Geld innerhalb von zehn Sekunden zu überweisen, rund um die Uhr, auch außerhalb der Geschäftszeiten, und das nicht nur innerhalb eines Landes, sondern auch in andere EU-Mitgliedstaaten. Die Verordnung trägt den Besonderheiten von Unternehmen außerhalb des Euro-Währungsgebiets Rechnung.

Zahlungsdienstleister wie etwa Banken, die Standardüberweisungen in Euro anbieten, werden auch die Versendung und Entgegennahme von Sofortzahlungen in Euro anbieten müssen. Die Gebühren, die gegebenenfalls anfallen, dürfen nicht höher sein als die Gebühren für Standardüberweisungen.

Die neuen Vorschriften werden nach einem Übergangszeitraum in Kraft treten, der für das Euro-Währungsgebiet kürzer und für das Nicht-Euro-Währungsgebiet, in dem für die Anpassung mehr Zeit benötigt wird, länger sein wird.

Prüfpflichten für Sofortzahlungsdienstleister

Die Verordnung gewährt Zahlungsinstituten und E-Geld-Instituten Zugang zu Zahlungssystemen, indem die Richtlinie über die Wirksamkeit von Abrechnungen geändert wird. Diese Einrichtungen sind daher nach einem Übergangszeitraum verpflichtet, die Versendung und Entgegennahme von Sofortüberweisungen anzubieten. Die Verordnung enthält geeignete Garantien, um sicherzustellen, dass der Zugang von Zahlungsinstituten und E-Geld-Instituten zu Zahlungssystemen kein zusätzliches Risiko für das System mit sich bringt.

Nach den neuen Vorschriften müssen Sofortzahlungsdienstleister einen Abgleich der IBAN des Zahlungsempfängers mit dem angegebenen Namen vornehmen, um den Zahler vor einer Transaktion auf eventuelle Fehler oder einen möglichen Betrug aufmerksam zu machen. Diese Anforderung gilt auch für normale Überweisungen.

Die Verordnung enthält eine Überprüfungsklausel, nach der die Kommission einen Bericht vorlegen muss, in dem die Entwicklung der Kreditkosten bewertet wird.

Zum Hintergrund

Diese Initiative steht im Zusammenhang mit der Vollendung der Kapitalmarktunion. Bei der Kapitalmarktunion handelt es sich um die Initiative der EU, mit der ein echter unionsweiter Binnenmarkt für Kapital geschaffen werden soll. Ihr Ziel ist es, dass Investitionen und Ersparnisse in sämtliche Mitgliedstaaten fließen, sodass sie Bürgerinnen und Bürgern, Investoren und Unternehmen zugutekommen.

Die Kommission hat am 26.10.2022 einen Vorschlag zu Sofortzahlungen vorgelegt, mit dem die Verordnung über den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) aus dem Jahr 2012 hinsichtlich Standardüberweisungen in Euro geändert und modernisiert wird, indem spezifische Bestimmungen für Sofortüberweisungen in Euro aufgenommen werden.

(Rat der EU vom 26.02.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


China
Meldung

© vege/fotolia.com

11.04.2024

Weniger deutsche Unternehmen von China abhängig

Weniger Unternehmen in Deutschland geben an, abhängig von Vorprodukten aus China zu sein. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach sind derzeit 37 % aller Industrieunternehmen in Deutschland auf wichtige Vorprodukte aus China angewiesen. Im Februar 2022, unmittelbar vor Beginn des Krieges in der Ukraine, waren es noch 46 %. „Gleichzeitig sehen wir, dass

Weniger deutsche Unternehmen von China abhängig
sustainability, Nachhaltigkeit, ESG
Meldung

©peterschreibermedia/123rf.com

10.04.2024

Geschäftsmodell Klimaschutz

In Deutschland hat sich Klimaschutz längst als relevanter Wirtschafts­faktor etabliert. Dies spiegeln auch aktuelle Befragungs­ergebnisse aus dem KfW-Klimabarometer wider, wonach bereits heute 30 % der Unternehmen in Deutschland – dies sind rund 1,1 Mio. Unternehmen – Waren oder Dienstleistungen anbieten, die zum Klimaschutz beitragen. Dabei haben 12 % oder rund 450.000 Unternehmen ihr Angebot sogar vorrangig

Geschäftsmodell Klimaschutz
Europa
Meldung

©DenysRudyi/fotolia.com

10.04.2024

Standort Deutschland nur Mittelfeld

Deutschland liegt bei der gegenwärtigen Standortattraktivität für Firmen aus dem eigenen Land nur im Mittelfeld Europas. Dies zeigt eine Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik unter Wirtschaftsexpertinnen und -experten in verschiedenen Ländern. In Deutschland bewerten die einheimischen Befragten die Standortattraktivität mit 61,3 von 100 möglichen Punkten. Österreich erzielte 72,4 Punkte; die

Standort Deutschland nur Mittelfeld
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank