• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Viele börsennotierte Unternehmen sind mit ihrer Aktionärsstruktur unzufrieden

03.05.2016

Viele börsennotierte Unternehmen sind mit ihrer Aktionärsstruktur unzufrieden

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Corporate Finance

Börsennotierte Unternehmen wünschen sich mehr Institutionelle Investoren. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen nutzen keine Social-Media-Kanäle bei der Kommunikation mit Investoren. Die Bedeutung von Roadshows und Research steigt hingegen.

Viele börsennotierte Unternehmen sind mit ihrer Aktionärsstruktur nicht zufrieden. Für knapp die Hälfte der Emittenten – rund 47% – ist das Aktionariat noch nicht optimal zusammengestellt: Gesucht werden vorrangig institutionelle Anleger, die mit ihrer Beteiligung möglichst den Streubesitz erhöhen. Das ergab eine aktuelle Umfrage der auf Finanzkommunikation spezialisierten Cortent Kommunikation AG und Edison Investment Research unter börsennotierten Unternehmen.

Institutionelle Investoren werden bevorzugt

Auf der Wunschliste der Unternehmen stehen institutionelle Investoren mit 32% ganz oben. Dagegen wünschen sich nur 6% mehr Privatanleger. Mehr als jedes vierte Unternehmen, nämlich rund 28%, sucht Investoren, um grundsätzlich einen größeren Streubesitz zu erhalten. So sollen die Kriterien für einen Indexaufstieg oder -erhalt erfüllt werden. Denn die wichtigsten Börsenindizes berücksichtigen neben dem Börsenumsatz auch die Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Unternehmen, die in einem wichtigen Auswahlindex gelistet sind, stehen wiederum stärker im Fokus der Investoren.

 Investoren-Roadshows gewinnen Bedeutung 

Bei der Beurteilung der Frage, welche der klassischen IR-Instrumente zukünftig wichtiger im Umgang mit den Investoren werden, überwogen die Maßnahmen, die üblicherweise für die Ansprache rein institutioneller Anlegergruppen genutzt werden. Demnach erwarten 43% der Befragten, dass Investoren-Roadshows 2016 noch wichtiger werden. Fast 41% sehen eine steigende Bedeutung bei Conference Calls mit Investoren. Das Analysten-Research soll nach Ansicht von 34% an Gewicht gewinnen. Klaus Schinkel, Deutschland-Chef von Edison Investment Research sagt: „Unternehmen stehen heute im globalen Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und das Kapital der internationalen Anleger. In diesem Wettbewerb ist es von entscheidender Bedeutung, dass Investoren-Roadshows zielgerichtet eingesetzt werden, um die passenden Investoren zu treffen. Equity Research, das die langfristige Unternehmensstrategie und das Wertpotential erklärt, ist ein weiterer wichtiger Baustein. Wir beobachten, dass Unternehmen diese Herausforderungen zunehmend aktiv angehen.“

Im Wettbewerb um die Investoren gehen 48% oder fast jedes zweite Unternehmen zwischen zehn und 19 Tagen mit dem Management auf Roadshow. Knapp 24% investieren nur bis zu neun Tagen, 19% sind dagegen 20 bis 29 Tage unterwegs. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen: 90% der Befragten misst den Erfolg der Investorengespräche. Dabei rangiert die anonymisierte, nachträgliche Befragung der Kontakte mit 60% ganz vorne – gefolgt von der Messung anhand der Käufe der besuchten Investoren (57%). Immerhin rund 45% bewerten den Erfolg anhand der Anzahl der Wiederholungstermine.

Social Media ist in vielen Unternehmen noch nicht angekommen

Social-Media-Kanäle spielen bei der Kommunikation mit Investoren nach wie vor eine kleine Rolle: So gaben 68% der Unternehmen an, auf diese Möglichkeiten gänzlich zu verzichten. Knapp jeder Vierte oder 24% nutzen zumindest Twitter, 17% stellen Image-Videos in Youtube ein. Volker Siegert, Vorstandsvorsitzender der Cortent Kommunikation AG erläutert: „Dieses Umfrageergebnis ist überwiegend der geringen Personalstärke in vielen IR-Abteilungen geschuldet. Das gilt besonders für die Öffentlichkeitsarbeit bei Small- und MidCaps. Denn eine Social-Media-Kommunikation ist nur dann zielführend, wenn man es richtig macht. Das bedeutet, dass neben regelmäßig neuen Inhalten auch die Interaktion mit den Investoren stets gewährleistet sein muss. Eine tagelang nicht beantwortete kritische Frage eines Anlegers wird dann schnell zum Nährboden für unangenehme Gerüchte. Social Media wirken sich dann kontraproduktiv auf Image und Wahrnehmung der Unternehmen aus.“

An der Umfrage hatten sich 47 Unternehmen aus allen Börsensegmenten beteiligt. Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Cortent Kommunikation vom 28.04.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

26.09.2022

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs machen sich im M&A-Markt bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2022 fanden in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich weniger Fusionen und Übernahmen statt als im vorangegangenen Halbjahr. Die Anzahl der Transaktionen sank von 1.884 auf 1.436 – ein Rückgang um 23,8%. Davon entfielen 1.061 auf Deutschland, 104 auf Österreich und 271 auf die Schweiz. Die Höhe der Unternehmenskäufe fiel um 34,8% von 107,4 auf 67,3 Mrd. €.

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022
Meldung

©aksanakoval / 123rf

23.09.2022

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg

Laut des M&A-Marktreports zum Bereich Environmental, Social & Governance Technology (ESG) des M&A-Beratungsunternehmens Hampleton Partners zielten in der ersten Jahreshälfte 2022 weltweit 93 Deals auf ein ESG-Unternehmen ab – das ist ein Anstieg von 173% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Der Environmental, Social & Governance Technology M&A Market Report von Hampleton Partners untersucht Transaktionen, die in den letzten fünf Jahren auf Unternehmen abzielten, die sich auf ESG-Techunterstützung spezialisiert haben. Der Schwerpunkt liegt auf Software, Outsourcing-Services und Beratung sowie auf Technologielösungen im weiteren Sinne.

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg
Dividende
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

23.09.2022

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger

Noch nie schütteten die DAX-Konzerne so viel Dividenden aus wie in diesem Jahr: 51 Mrd. € gingen an die Investoren. Im Jahr zuvor waren es nur 36 Mrd. € gewesen. Deutsche Anleger haben allerdings wenig vom Geldregen durch die DAX-Dividenden, denn die Wertpapiere von Deutschlands Top-Index befinden sich mehrheitlich – zu 53% – in der Hand ausländischer Investoren. Anleger aus Deutschland besitzen lediglich etwas weniger als ein Drittel (30%) der Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes. Bei mindestens 24 der 40 DAX-Konzerne liegt der Analyse zufolge die Mehrheit der Aktien in Depots im Ausland. Deutsche Investoren halten dagegen nur bei vier Unternehmen mehr als 50% der Anteile.

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank