• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Vorstandswechsel: Mehr als die Hälfte der Neubesetzungen von Vorstandvorsitzen 2020 unplanmäßig

16.03.2021

Vorstandswechsel: Mehr als die Hälfte der Neubesetzungen von Vorstandvorsitzen 2020 unplanmäßig

Autokonzerne auf der Überholspur

© Robert Kneschke / fotolia.com

Von den 160 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands haben 23 im vergangenen Jahr den Vorstandsvorsitz neu besetzt, also etwa jedes sechste. In 13 Fällen erfolgte der Wechsel ungeplant. Dies geht aus einer aktuellen Analyse im Rahmen des „Faktencheck Vorstandsstrukturen“ der Managementberatung Horváth & Partners hervor. Mit Petra von Strombeck als neue Vorstandsvorsitzende des XING-Mutterkonzerns New Work SE war 2020 zudem nur eine Frau unter den CEO-Neubestellungen. Untersucht wurden die Hintergründe der Führungswechsel in den Top-Führungsetagen aller DAX, MDAX, SDAX und TecDAX Unternehmen.

In mehr als der Hälfte der Unternehmen, die 2020 ihren Vorstandsvorsitz neu besetzten, erfolgte dies ungeplant. Der mit Abstand häufigste Grund dafür waren laut der Studie Differenzen zwischen Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzenden (acht Fälle). Bei drei Unternehmen hatte der vorzeitige Wechsel gesundheitliche Hintergründe, bei zwei Unternehmen erfolgte die Neubestellung aufgrund eines Unternehmenszusammenschlusses.

Interne Differenzen häufigster Grund für vorzeitigen Abgang

Ungeplante Vorstandswechsel erhalten in den Medien große Aufmerksamkeit. Ist die Trennung inhaltlich motiviert, kann dies den Studienautoren zufolge zu einer negativen öffentlichen Wahrnehmung des Unternehmens führen, weil z.B. Unklarheiten über die strategische Ausrichtung vermutet werden. Anhaltende größere Unstimmigkeiten zwischen CEO und Aufsichtsrat könnten einem Unternehmen je nach Ausmaß jedoch ebenfalls schaden. Ein Wechsel eröffne in diesen Fällen oftmals neue Wege.

Kontinuität oder Perspektive von außen

Die im Jahr 2020 erfolgten Neubesetzungen auf der CEO-Position nutzten fast die Hälfte der betroffenen Aufsichtsgremien, um eine neue Perspektive von außen zu holen. So bestellten sie in elf Fällen eine Person, die nicht im eigenen Haus beschäftigt war. Dies war z.B. bei den Firmen Brenntag, Hornbach oder Südzucker der Fall. Auf Kontinuität und interne Kompetenz setzten zwölf der Unternehmen, unter anderem Continental, Heidelberg Cement oder der Konsumgüterhersteller Henkel.

Posten werden häufig extern besetzt

Bei der Frage, ob der Vorstandsvorsitz mit Externen oder Eigengewächsen besetzt wird, sollte neben der fachlichen Eignung und Akzeptanz der internen Kandidaten und Kandidatinnen auch die Veränderungsdynamik der Branche ausreichend berücksichtigt werden, empfehlen die Studienautoren. Wenn grundlegende Veränderungen und frische Impulse für die aktuellen Herausforderungen relevant seien sollte im Sinne der nötigen Transformation eine externe Neubesetzung präferiert werden.

CFO häufig Vorgängerfunktion

Rund zwei Drittel der 2020 neu bestellten Vorstandsvorsitzenden hatten zuvor bereits die Gesamt- oder Teilverantwortung für ein Unternehmen inne, als CEO, Co-CEO oder Bereichs- bzw. Regionalvorstand. In sieben der 23 Fälle erfolgte der Aufstieg aus einer funktionalen Verantwortung, davon fünfmal aus der Position des Chief Financial Officers (CFO), etwa Carsten Knobel bei Henkel, und zweimal aus der Position des Chief Operation Officers (COO), wie z.B. Michael Eberhardt bei SNP Schneider.

Das durchschnittliche Alter der neubestellten Vorstandsvorsitzenden lag laut der Analyse bei 53 Jahren, der jüngste neue Vorstandsvorsitzende ist mit 36 Jahren der Co-CEO des Immobilienunternehmens Ado Properties (Adler Group), Maximilian Rienecker.

Weiterhin wenig Frauen als Vorstandsvorsitzende

Wie in den Vorjahren war auch 2020 nur eine Frau unter den Neubestellungen, Petra von Strombeck als neue Vorstandsvorsitzende des XING-Mutterkonzerns New Work SE. Insgesamt werden aktuell gerade mal sieben der 160 DAX-Unternehmen von einer Frau geführt, also lediglich 4%. Über alle CxO-Positionen hinweg liegt der Anteil an weiblichen Vorständen bei 11%.

(Pressemitteilung Horváth & Partners vom 16.03.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Schild, Aufwärtstrend, Grün, green
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

20.06.2024

ifo erhöht Prognose auf 0,4 % Wachstum für 2024

Das ifo Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 0,4 % heraufgesetzt, von 0,2 % bislang. Im kommenden Jahr dürfte es sich beschleunigen auf 1,5 %. „Es entsteht gerade neue Hoffnung“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich langsam aus der Krise. Das zweite Halbjahr 2024 dürfte deutlich besser ausfallen als das

ifo erhöht Prognose auf 0,4 % Wachstum für 2024
Import, Export, Industry 4.0, Industrie, Logistik, Versand, Augmented reality, smart logistic
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

19.06.2024

Multikrise belastet industrielle Wertschöpfung

Die deutschen Industrie-Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft: Mehr als 80 % der Firmen rechnen mit rückläufigen Gewinnen, wie die aktuelle Ausgabe des Supply Chain Pulse Check von Deloitte und Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) zeigt. Denn die bei Rohstoffen und Vorprodukten stark importabhängige Industrie kann ihre globalen Lieferketten immer weniger oder nur mit hohem Aufwand

Multikrise belastet industrielle Wertschöpfung
Ausblick, Innovation, Start up, Gender, Frau, Erfolg, Gleichstellung
Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

19.06.2024

ZEW-Konjunkturerwartungen stagnieren

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verändern sich in der Umfrage vom Juni 2024 nur geringfügig. Sie liegen mit plus 47,5 Punkten um 0,4 Punkte über dem Wert vom Mai. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechtert sich hingegen leicht. Der Lageindikator für Deutschland fällt um 1,5 Punkte und liegt aktuell bei minus 73,8 Punkten. „Die Konjunkturerwartungen

ZEW-Konjunkturerwartungen stagnieren

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank