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08.11.2019

Wandelanleihen – Potenziale einer unterschätzten Assetklasse

Autokonzerne auf der Überholspur

© cardephotography/fotolia.com

Wandelanleihen bieten Investoren ein attraktives Risiko-Rendite-Profil. Die vergleichsweise hohe Komplexität dieser Assetklasse und geringere Markteffizienz erschweren Investoren zwar den Zugang, bieten jedoch auch Outperformance-Potenziale.

Wandelanleihen geben ihren Haltern das Recht, die Anleihe zu einem festgelegten Preis in Aktien umzuwandeln. Als Hybrid Asset kombinieren sie Eigenschaften von Anleihen und Aktien. Ein aus Investorensicht wichtiger Vorteil ist dabei das asymmetrische Kursverhalten: Bei Kursverlusten der unterliegenden Aktie verlieren Wandelanleihen nur unterdurchschnittlich an Wert. Bei steigenden Kursen hingegen werden sie immer aktienähnlicher.

Einer Auswertung von Fisch Asset Management zufolge konnten Wandelanleihen in Monaten mit steigenden Aktienkursen 65% der Aufwärtsbewegung mitmachen, in fallenden Monaten hingegen den Rückgang auf 49% der Abwärtsentwicklung begrenzen. Sowohl im Bärenmarkt 2000 bis 2002 als auch während der Finanzmarktkrise 2008 haben sich Wandelanleihen im Vergleich zu Aktien deutlich stabiler gezeigt.

Der Sekundärmarkt für Wandelanleihen ist mit einem Volumen von rund 450 Mrd. USD und rund 1.700 Emissionen global betrachtet relativ klein. US-amerikanische Anleihen machen mehr als die Hälfte des Marktes aus. In Europa spielt der französische Wandelanleihenmarkt die größte Rolle noch vor dem deutschen Markt. Dominierten vor über zehn Jahren noch Finanzwerte, sind mittlerweile Technologietitel in den Wandelanleihe-Indizes prominent vertreten.

Wandelanleihenfonds – Rendite-Risikoprofil zwischen Aktien und Renten

Der Hybrid-Charakter von Wandelanleihen schlägt sich auch in einer von Scope durchgeführten Fonds-Auswertung nieder. Für diese haben die Scope-Analysten die Peergroup „Wandelanleihen Global“, die insgesamt 55 Wandelanleihenfonds mit globaler Ausrichtung umfasst, mit den Peergroups „Aktien global“ (824 Fonds) und „Renten globale Währungen“ (359 Fonds) verglichen.

Das Ergebnis: Über zehn Jahre betrachtet können Wandelanleihenfonds mit einer annualisierten Performance von 5,9% fast zwei Drittel der Performance der Aktienfonds (9,2% p.a.) aufweisen. Zugleich liegen sie über zehn Jahre mit einem Performancevorsprung von 1,8% p.a. signifikant über den betrachteten Rentenfonds (4,1% p.a.).

Auch auf der Risikoseite zeigt sich, dass Wandelanleihenfonds gemessen an Volatilität und maximalem Verlust erwartungsgemäß zwischen Aktien- und Rentenfonds stehen. Die durchschnittliche Volatilität ist mit 5,7% nur etwa halb so hoch wie bei den betrachteten Aktienfonds. Die Rentenfonds zeigen im gleichen Zeitraum durchschnittlich 4,1% Volatilität. Beim maximalen Verlust stehen -7,2% bei Wandelanleihenfonds gegen -13,3% bei Aktienfonds und -5,6% bei Rentenfonds.

Komplexität und geringe Markteffizienz bieten Outperformance-Potenzial

Wandelanleihen sind auch aus Sicht professioneller Anleger eine anspruchsvolle Assetklasse. Dies liegt vor allem auch daran, dass sich die Charakteristik der Wandelanleihe je nach Performance der unterliegenden Aktie laufend verändert.

Die Tatsache, dass ein großer Teil der Wandelanleihen nicht geratet ist, vergrößert die Eintrittsbarrieren für Investoren. Die hohen Informations- und Transaktionskosten des Marktes sorgen für eine im Vergleich zu Aktienmärkten niedrigere Effizienz. Allerdings: Geringe Effizienz erhöht in der Regel die Outperformancechance aktiver Investoren.

Zum vollständigen Report

(Pressemitteilung Scope vom 06.11.2019)


Redaktion

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