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20.06.2022

Wem gehört der DAX? – Studie zur Aktionärsstruktur des deutschen Leitindex

Autokonzerne auf der Überholspur

©baukis1991/123rf.com

Bereits zum neunten Mal haben der Deutsche Investor Relations Verband DIRK und S&P Global Market Intelligence in der gemeinsamen Marktstudie „Investoren der Deutschland AG 9.0“ – „Who owns the German DAX?“ die Strukturveränderungen der Investorenlandschaft des DAX analysiert. Nach der Erweiterung des DAX auf 40 Unternehmen sind besonders aktive Fonds aus den USA auf den deutschen Leitindex aufmerksam geworden, deren Anteil im DAX in 2021 um rund einen Prozentpunkt gestiegen ist. Insgesamt zeigen nordamerikanische Fonds (aktiv & passiv) zum wiederholten Male die größte Steigerungsrate von rund zwei Prozentpunkten auf ca. 40% des institutionellen Streubesitzes des DAX auf, so die Studie des europäischen Fachverbands für die Verbindung von Unternehmen und Kapitalmärkten.

Die Studie „Who owns the German DAX?“ analysiert die Strukturveränderungen der Investorenlandschaft des DAX. Allerdings verringert sich der Streubesitz im DAX auf nunmehr 60% der Gesamtkapitalisierung des DAX (Vorjahr: 62%). Nachdem Investoren aus dem Vereinigten Königreich ihren Anteil am DAX im Vorjahr ausgebaut haben, verringern sie ihr Engagement in 2021 um fast einen Prozentpunkt auf 19,8 des institutionellen Streubesitzes des DAX. Der Anteil der deutschen Manager fiel weiter um 0,8 auf 12,5%.

Deutsche Investoren weiterhin zurückhaltender

Der Megatrend ESG-Integration bei Investmententscheidungen schritt auch im Jahr 2021 mit hohem Tempo voran. Über 62% der 100 größten Investoren im DAX besitzt eine hohe Sensitivität bei der Integration von ESG-Kriterien in den Anlage- und Engagement-Prozessen. Dies entspricht einem Plus von fast 15 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Das Hauptaugenmerk der Studie lag sowohl auf der Verteilung, als auch speziell auf den Veränderungen und Mittelflüssen des institutionellen Streubesitzes der DAX-Emittenten hinsichtlich Geografie, Investment-Stil sowie den meist genutzten Handelsplätzen. Hierbei wurden Investments auf Investorengruppenebene, von Staatsfonds sowie die Bedeutung von extra-finanziellen Kriterien und das Abstimmverhalten von Investoren näher untersucht.

Die neunte Ausgabe der Studie ergab folgende Haupterkenntnisse:

– Institutionelle Investoren besitzen am erweiterten DAX einen geringeren Anteil als im Vorjahr, so dass der institutionelle Streubesitz um knapp zwei Prozentpunkt auf ca. 60% fällt.

– Ankerinvestoren sind mit etwa einem Viertel am DAX beteiligt, hauptsächlich beeinflusst durch die 10 neuen Mitglieder im Leitindex.

– Nordamerikanische Investoren steigern ihr Engagement im DAX erneut um 1,7 Prozentpunkte auf 39,3% des institutionellen Streubesitzes im DAX.

– Investoren aus dem Vereinigten Königreich halten einen geringeren Anteil am DAX als im Vorjahr (-0,9pp), bleiben jedoch als zweitstärkste Anlegergruppe ein wichtiger Pfeiler der Aktionärsstruktur im Leitindex.

– Anleger aus Kontinentaleuropa, Deutschland und APAC verzeichnen ebenfalls Rückzüge aus dem DAX, jeweils zwischen 0,1 und 0,8pp.

– Obwohl der Anteil der Privatanleger gegenüber den Vorjahren deutlich um über 3pp gesunken ist, bleibt diese Investorengruppe weiterhin stark im DAX vertreten.

– BlackRock-Gruppe bleibt größter Investor im deutschen Leitindex. Dieses Jahr mit einem gesunkenen Anteil von 5% des DAX-Streubesitzes (6.4% in 2020). Diese Entwicklung ist u.a. eine Folge der Erweiterung des DAX und die daraus resultierende Umschichtung bei ETFs.

– London bleibt auch im erweiterten Leitindex Top-Roadshowziel für DAX-Gesellschaften, gefolgt von Frankfurt und Paris.

Der DAX ist nach der Erweiterung der Liebling aktiv verwalteter Fonds

Der DAX steht zunehmend im Fokus internationaler Investoren, kommentieren die Studienautoren die Ergebnisse. Das erhöhte Interesse von amerikanischen Anlegern bei gleichzeitigem Weggang heimischer Investoren spiegele die Beliebtheit deutscher Gesellschaften im Ausland wider. Aber auch die hohe Bedeutung extra-finanzieller Investmentkriterien und das gestiegene Vertrauen auf eigene Abstimmrichtlinien sind Themen, denen sicher der Investor Relations-Fachverband verstärkt widmen möchte.

Der Zuwachs aktiv verwalteter Fonds bietet laut der Studie ein starkes Momentum für die aktive Investor Relations-Arbeit und deren Ergebnisse. Gerade vor dem Hintergrund stetig steigender Zuwachsraten bei passiv verwalteten Geldern wie beispielsweise ETFs sind diese Erkenntnisse ein Testament an die Wichtigkeit der Investor Relations-Tätigkeit, stellen die Studienautoren fest. Nach fast zwei Jahren, in denen fast ausschließlich virtuelle Meetings und Investor Relations-Events stattfanden, sei der Anstieg von aktiven Geldern im DAX, speziell aus Nordamerika ein sehr positives Signal an die Investor Relations-Community.

Megatrend ESG-Integration nimmt weiter Fahrt auf

Im Wettbewerb um zusätzliches Kapital stehen die Unternehmen zunehmend vor der Herausforderung, ihr Reporting rund um das Thema Nachhaltigkeit zu verbessern, da Investoren immer stärker dazu übergehen, ESG-Kriterien in die Anlage- und Engagement-Prozesse zu integrieren, stellen die Studienautoren fest. Vor allem Anleger wie Pensions- und Versicherungsfonds hätten deshalb von deren Endeigentümern zusätzlich zur finanziellen Performance ein Mandat, Veränderungen ihrer Portfoliogesellschaften zu erzielen. Die Studienergebnisse verdeutlichen diese Notwendigkeit sehr deutlich und stellen für die Unternehmen eine klare Handlungsempfehlung dar.

Investoren aus dem Vereinigten Königreich verzeichneten einen Rückgang ihres DAX-Anteils, obwohl größere britische Fonds zu den Top-Käufern zählten. So waren sowohl Baillie Gifford (+0,2%) als auch J O Hambro (+0,1pp) deutliche Käufer von DAX-Aktien. Auf Gruppenebene dominiert weiterhin die BlackRock-Gruppe die Aktionärsstruktur im DAX (unverändert 10% des institutionellen Streubesitzes im DAX), gefolgt von Vanguard (+0,3pp auf 5,7%) und der Amundi Gruppe (-0,2pp auf 3,7%; durch den Zukauf der Lyxor-Fonds).

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit.

(Pressemitteilung Deutscher Investor Relations Verband vom 20.06.2022)


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