08.11.2018

Zahl der Start-up-Gründer steigt deutlich

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© tashatuvango/fotolia.com

Die Zahl der Start-up-Gründer und -Unternehmen in Deutschland wächst. Im Jahr 2017 gab es rund 108.000 Start-Gründer mit 60.000 jungen Unternehmen. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei 93.000 Gründern mit 54.000 Start-ups. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 16 %.

Als Start-ups definiert KfW Research innovations- oder wachstumsorientierte junge Unternehmen, die aufgrund dieses Profils von besonderem volkswirtschaftlichem Interesse sind. Kleiner, aber ebenfalls gestiegen, ist die Zahl der Start-up-Gründer im engeren Sinn, d.h. diejenigen, die sowohl innovations- als auch wachstumsorientiert sind: 29.000 solcher Gründer mit 12.500 Unternehmen gab es im Jahr 2017, im Jahr 2016 waren es noch 19.000 Gründer mit 9.000 Unternehmen. Dies zeigt der erstmals vorgelegte KfW-Start-up-Report auf Basis des KfW-Gründungsmonitors.

„Trotz einer seit Jahren sinkenden Gründungstätigkeit ist die Zahl der innovativen und wachstumsorientierten Start-ups im Jahr 2017 gestiegen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Diese dynamischen jungen Unternehmen benötigt die deutsche Wirtschaft, um fit für die Zukunft zu bleiben. Insbesondere sie sind es oft, die neue Technologien anwendungstauglich machen und so für deren Verbreitung sorgen.“

Jeder sechste Start-up-Gründer ist über 50 Jahre alt

Start-up-Gründer sind im Durchschnitt 3 bis 5 Jahre jünger als andere Jungunternehmer. Dennoch liegt ihr Durchschnittsalter bei Mitte/Ende 30. Während der Anteil der Gründer unter 30 Jahre größer ist als bei anderen Jungunternehmern, sind über 50-jährige Gründer genauso häufig vertreten. „Bemerkenswert ist, dass jeder sechste Start-up-Gründer Ü50 ist. Der Start-up-Spirit ist also nicht nur jungen Gründern vorbehalten. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung eine gute Nachricht“, so Dr. Jörg Zeuner.

Der KfW-Start-Up-Report zeigt auch: Das dominierende Motiv von Start-up-Gründern ist das Ausnutzen einer Geschäftsidee. Der Anteil solcher „Chancengründer“ liegt bei 84 % und damit weit über demjenigen anderer Jungunternehmer (49 %). Zudem sind Start-up-Gründer häufiger Männer. Der bei Existenzgründungen ohnehin kleinere Anteil von Frauen (2017: 37 %) schrumpft bei Start-up-Gründern deutlich auf 10-20 %. Viele Start-up-Gründer sind Akademiker, vor allem aus MINT-Fächern, ihr Akademisierungsgrad ist mit 35-45 % deutlich höher als bei allen Jungunternehmern (rd. 25 %).

„Frauen sind als Start-up-Gründern noch stärker unterrepräsentiert als bei der gesamten Gründungstätigkeit ohnehin schon. Dies hat verschiedene Ursachen, eindeutig ist aber, dass Frauen seltener MINT-Studiengänge absolvieren – und damit seltener in Start-up affinen Bereichen. Wenn es gelänge, mehr Frauen für MINT zu begeistern, würden wir mehr Frauen als Start-up-Gründer sehen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner.

Start-ups sind häufiger digital, internetbasiert, international und auf Geschäftskunden ausgerichtet

Start-up-Gründer sind gegenüber anderen Jungunternehmen – zum Teil mit großem Abstand – häufiger digital, internetbasiert, international und auf Geschäftskunden ausgerichtet. Sie helfen dabei, neue Technologien in die Gesellschaft zu tragen. Für ihre Innovations- und Wachstumsstrategien benötigen sie mehr Kapital als andere Unternehmen: Rund 40 % benötigen für ihr Vorhaben in den kommenden 12 Monaten mehr als 100.000 EUR (andere Jungunternehmer 2 %). Hierfür sind Start-up-Gründer auf externe Kapitalgeber angewiesen. Bankkredite spielen hier im Vergleich mit anderen Gründungen eine geringere Rolle. Nur bei jedem fünften Start-up sind Kreditinstitute als Finanzierungspartner engagiert. Stattdessen nutzen Start-ups verstärkt alternative Kapitalquellen wie z.B. Beteiligungskapital oder Crowdfunding.

(Pressemitteilung KfW vom 05.11.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Venture Capital
Meldung

© WrightStudio/fotolia.com

21.09.2022

Venture Capital: Investoren passen ihre Prioritäten dem Abschwung an

Noch im letzten Jahr befand sich der Venture-Capital-Markt in einer beispiellosen Boom-Phase. Seit Beginn des Jahres hat sich der Markt jedoch im Angesicht der sich eintrübenden Rahmenbedingungen deutlich abgekühlt. Investoren passen ihre Strategie der aktuellen Marktlage an. Waren es zu Zeiten günstigen Kapitals vor allem schnelle Wachstumsperspektiven, rücken nun Wirtschaftlichkeit und Robustheit der Start-ups stärker in den Mittelpunkt, stellt KfW Research im aktuellen Volkswirtschaft Kompakt fest.

Venture Capital: Investoren passen ihre Prioritäten dem Abschwung an
Lupe, Audit, Prüfung, Prüfer, Auditor, Vertrag, Anwalt, WP
Meldung

©Bits and Splits/fotolia.com

21.09.2022

Risk in Focus 2023: Cybercrime, geopolitische Unsicherheiten und Klimakrise bestimmende Themen

Der Krieg in der Ukraine, die Lebenshaltungskostenkrise, eine drohende Rezession und die Klimakrise bilden laut einer neuen Umfrage unter Internen Revisionen in Europa eine brisante Gemengelage. Inwieweit die einzelnen Organisationen die Risiken einschätzen bzw. ihre Risikobewertungen angepasst haben, zeigen die Ergebnisse der Studie „Risk in Focus 2023“, die das Deutsche Institut für Interne Revision DIIR jetzt mit seinen europäischen Partnerinstituten veröffentlicht hat.

Risk in Focus 2023: Cybercrime, geopolitische Unsicherheiten und Klimakrise bestimmende Themen
Green Investment, Nachhaltigkeit, Dax, Aktien, Sustainable Finance, Nachhaltigkeitsberichterstattung
Meldung

©pixbox77/fotolia.com

20.09.2022

Pfandbriefbanken beschließen Mindeststandards für Öffentliche Grüne Pfandbriefe

Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken vdp organisierten Kreditinstitute haben Mindeststandards für die Emission von Öffentlichen Grünen Pfandbriefen ausgearbeitet. Nach den Veröffentlichungen von Mindeststandards für Grüne Hypothekenpfandbriefe und für Soziale Pfandbriefe ist dies bereits das dritte Nachhaltigkeits-Rahmenwerk des vdp, das Emittenten und Investoren Orientierung bietet.

Pfandbriefbanken beschließen Mindeststandards für Öffentliche Grüne Pfandbriefe
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank