• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Zahl nachhaltig anlegender Investoren erreicht Rekordstand

03.07.2019

Zahl nachhaltig anlegender Investoren erreicht Rekordstand

Beitrag mit Bild

© weerapat1003/fotolia.com

72 Prozent der institutionellen Investoren in Deutschland berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei der Kapitalanlage. Das ist ein Anstieg um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Investorenbefragung von Union Investment im Jahr 2009. Die Regulierung ist aus Investorensicht der entscheidende Impuls, sich mit nachhaltigen Investments zu beschäftigen. Dennoch ist der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in Europa bislang nur einer Minderheit der Großanleger bekannt. Und während zwei Drittel der Befragten überzeugt sind, dass nachhaltige Kapitalanlagen das Weltklima entscheidend beeinflussen können, hat lediglich eine Minderheit Informationen über die Klimawirkung des eigenen Portfolios. Dies geht aus der Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment hervor, für die 201 institutionelle Anleger in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt mehr als sechs Billionen Euro befragt wurden.

Nachhaltige Kapitalanlagen stehen bei Großanlegern hierzulande hoch im Kurs: 72 Prozent der Befragten geben an, bei ihren Anlageentscheidungen Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen (Vorjahr 65 Prozent). Insbesondere Kapitalverwaltungsgesellschaften (92 Prozent) sowie kirchliche Anleger und Stiftungen (86 Prozent) investieren nachhaltig. Niedriger fällt der Anteil dagegen bei Großunternehmen mit 58 Prozent und bei Kreditinstituten mit 51 Prozent aus.

57 Prozent der institutionellen Anleger, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, zeigen sich hiermit zufrieden oder gar außerordentlich zufrieden. Für die allermeisten von ihnen (89 Prozent) ist ein Ausstieg aus nachhaltigen Kapitalanlagen nicht vorstellbar.

Investoren glauben an Klimawirkung nachhaltiger Kapitalanlagen

Ebenfalls einig ist sich die Mehrheit der institutionellen Anleger hinsichtlich der Klimawirkung nachhaltiger Investments. Zwei Drittel (67 Prozent) glauben, dass nachhaltige Kapitalanlagen das Weltklima entscheidend beeinflussen können. Diese Ansicht vertreten vor allem Kirchen und Stiftungen (76 Prozent), Altersversorger und Pensionskassen (73 Prozent) sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften (72 Prozent). Doch ungeachtet dieser Überzeugung hat bisher nur eine Minderheit der Befragten (39 Prozent) Informationen über die Klimawirkung des eigenen Portfolios.

Zuversicht überwiegt bei den Anlegern auch in Hinblick auf die möglichen Auswirkungen einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft auf den Arbeitsmarkt: So erwartet die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) nicht, dass mit dem Ziel Deutschlands, bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausfrei zu werden, eine Gefährdung von Arbeitsplätzen verbunden ist. „Die Vermeidung klimaschädlicher Emissionen stellt viele Geschäftsmodelle auf den Prüfstand. Vorausschauende Unternehmen erkennen die Zeichen der Zeit und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Investoren wiederum sind gefordert, Unternehmen bei diesem Prozess zu begleiten und die Chancen und Risiken der Kapitalanlage neu zu bewerten“, erläutert Schindler.

Nur ein Drittel der institutionellen Anleger kennt EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums

Hauptantrieb der Investoren für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien sind die Werte des eigenen Unternehmens, die 83 Prozent der Befragten als wichtiges oder sehr wichtiges Motiv nennen. Die Anleger, die keine Nachhaltigkeitskriterien anwenden (28 Prozent), begründen dies dagegen vor allem mit fehlenden Vorgaben in den Anlagerichtlinien (57 Prozent). Folgerichtig wird die Regulierung als entscheidender Impuls angesehen (71 Prozent), sich zukünftig intensiver mit der nachhaltigen Kapitalanlage zu beschäftigen.

Doch anscheinend fehlt es noch an Detailwissen hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen. So gibt lediglich ein Drittel (33 Prozent) der befragten Investoren an, den von der EU-Kommission im letzten Jahr verabschiedeten Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in Europa („EU-Aktionsplan“) zu kennen.

„Die Klimadebatte und der EU-Aktionsplan verleihen dem Thema Nachhaltigkeit zusätzlich Gewicht, doch ist hier offenbar noch Aufklärungsarbeit zu leisten. Nachhaltigkeit ist aber weit mehr als ein Umweltthema und muss in ihrer ganzen Dimension inklusive sozialer und Governance-Aspekte betrachtet werden“, betont Schindler.

(Pressemitteilung Union Investment vom 25.06.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© bakhtiarzein/fotolia.com

13.08.2026

Bevölkerung sieht Mehrwert in Open Finance

Die Open-Finance-Pläne der EU treffen in der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo: Zwar kennt bereits ein Drittel der Europäerinnen und Europäer das Konzept – ein überraschend hoher Anteil. Doch während knapp ein Drittel der Bevölkerung darin bereits klare Chancen für die eigene Finanzplanung sieht, überwiegen bei der Mehrheit noch Skepsis und Datenschutzbedenken. Unabhängig davon, wann

Bevölkerung sieht Mehrwert in Open Finance
Meldung

©blende11.photo/fotolia.com

12.08.2026

Due Diligence 2026: Mehr Unsicherheit bei Transaktionen

Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und technologische Umbrüche erschweren die Bewertung von Unternehmen. Laut dem „European Due Diligence Report 2026“ von Alvarez & Marsal reagieren Private-Equity-Investoren mit erweiterten Prüfprozessen. Basis ist eine Befragung von mehr als 80 Führungskräften europäischer Beteiligungsgesellschaften. KI wird zum Standard Mehr als 80% der Befragten nutzen KI bereits regelmäßig oder testen sie

Due Diligence 2026: Mehr Unsicherheit bei Transaktionen
Meldung

©peshkova/123rf.com

11.08.2026

Jedes vierte Startup hat wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat Auswirkungen auf die Jobs in Tech-Startups. In den vergangenen zwölf Monaten hat rund jedes vierte Tech-Startup (27 %) wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet, 7 % haben deshalb sogar Stellen abgebaut. Zugleich haben 16 % aber wegen KI zusätzliches Personal eingestellt, in jedem zweiten Startup (50 %) hat KI keine Auswirkungen auf den Personalbedarf.

Jedes vierte Startup hat wegen KI auf Neueinstellungen verzichtet
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)